BTC-Wale realisieren Verluste von 1,77 Milliarden Dollar
Neue Short-Term-Holder-Wale verkaufen massiv unter Druck. Der Realized Price bei 53.630 Dollar rückt in den Fokus – ein historisch attraktives Einstiegsniveau.
Veröffentlicht
9. Juni 2026

Die jüngste Korrektur am Bitcoin-Markt hat vor allem bei einer Gruppe großer Investoren tiefe Spuren hinterlassen: den sogenannten New Whales. Laut On-Chain-Daten des CryptoQuant-Analysten Maartunn realisierten diese Adressen, die ihre Coins innerhalb der letzten 155 Tage gekauft haben, allein in der vergangenen Woche Verluste von rund 1,77 Milliarden US-Dollar. Das ist der höchste Wert seit dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX im November 2022.
New Whales unter Druck
Als Whales gelten in der Blockchain-Analyse Adressen, die mindestens 1.000 BTC halten – ausgenommen Miner und Börsen. Innerhalb dieser Gruppe unterscheiden Analysten zwischen New Whales (auch Short-Term Holder Whales genannt) und Old Whales (Long-Term Holder Whales). Letztere halten ihre Bestände seit mehr als fünf Monaten und gelten als die widerstandsfähigere Seite des Marktes.
Die aktuellen Zahlen bestätigen dieses Schema: Während die New Whales panikartig verkauften, hielten sich die Verluste der Old Whales in engen Grenzen.
„Die Realized Losses der Short-Term Holder Whales sind massiv gestiegen – ein klares Zeichen für Kapitulation unter den spät eingestiegenen Großinvestoren“, kommentierte Maartunn auf X.
Der Realized Loss bezeichnet die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis einer Münze zum Zeitpunkt der Transaktion. Ein negativer Wert bedeutet, dass die Verkäufer im Durchschnitt mit Verlust verkauft haben.
Realized Price rückt in den Fokus
Bitcoin notierte zum Zeitpunkt der Analyse bei rund 63.300 Dollar – ein Minus von über 13 Prozent binnen sieben Tagen. Das Tief der Korrektur lag bei 59.000 Dollar, also nicht weit entfernt vom Realized Price des gesamten Netzwerks. Dieses aggregierte Durchschnittskosten-Basis aller Coins liegt laut Maartunn aktuell bei 53.630 Dollar.
Bemerkenswert: In diesem Zyklus ist Bitcoin noch kein einziges Mal unter den Realized Price gefallen. Sollte der Abwärtstrend anhalten, könnte ein Test dieser Marke bevorstehen.
„Jeder Dip unter dieses Niveau war historisch gesehen eine No-Brainer-DCA-Zone für langfristige Investoren“, so der Analyst.
Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Werden Coins innerhalb der einjährigen Haltefrist mit Gewinn verkauft, sind die Erlöse nach § 23 EStG steuerpflichtig – bei Verlusten hingegen kann ein Verlustverrechnungstopf genutzt werden, sofern die Transaktionen über eine inländische Börse abgewickelt wurden.