Bitcoin vor neuem Outperformance-Zyklus: Ex-Credit-Suisse-Chefana
Laut Risk-Dimensions-CIO Mark Connors beendete Bitcoin kürzlich eine 142-tägige Underperformance-Phase gegenüber dem S&P 500. Steigende Inflation und schwächelnde Anleihenmärkte könnten der Kryptowährung nun Auftrieb geben.
Veröffentlicht
24. Mai 2026

Bitcoin dürfte eine neue Phase der Überlegenheit gegenüber traditionellen Anlageklassen einleiten. Dafür sprechen anhaltender Inflationsdruck, schwächelnde Anleihenmärkte und ein historischer Wendepunkt im Vergleich zum S&P 500. Das sagt zumindest Mark Connors, Chief Investment Officer bei Risk Dimensions und ehemaliger globaler Leiter des Portfoliomanagements bei der Credit Suisse.
142 Tage Underperformance – vorbei?
Connors bezeichnete die jüngste Entwicklung als das Ende der längsten Phase relativer Schwäche von Bitcoin gegenüber dem S&P 500 in der Geschichte der Kryptowährung. Diese Periode dauerte 142 Tage und endete Anfang Mai. „Ich glaube, die Underperformance von Bitcoin gegenüber den Märkten ist vorbei“, sagte Connors in einem Interview. Die Konsolidierungsphase gehe nun in eine Outperformance-Phase über.
Makroumfeld spielt Bitcoin in die Karten
Der Wandel vollzieht sich in einem Umfeld, in dem Anleger mit hartnäckiger Inflation, steigenden Ölpreisen und Ungewissheit über die Zinsentwicklung kämpfen. Connors argumentiert, dass Anleihen – traditionell als defensive Assets betrachtet – zunehmend unter Druck geraten, da sich die Märkte auf ein länger anhaltendes Hochzinsniveau einstellen. „Bitcoin nimmt, wie immer, die Schläge früh ein, kommt aber dann immer als Erster wieder raus“, so Connors. Er erwarte eine Fortsetzung der Outperformance gegenüber Aktien und festverzinslichen Wertpapieren, solange die Nachrichtenlage schlecht bleibe und Öl hoch notiere.
Energiepreise und Geopolitik als Treiber
Den Großteil des aktuellen makroökonomischen Umfelds führt Connors auf anhaltende geopolitische Spannungen und erhöhte Energiepreise zurück. Öl bleibe strukturell hoch, was Inflationssorgen schüre. Gleichzeitig müssten Märkte auf Technologie und Produktivitätssteigerungen als Gegengewicht setzen. Künstliche Intelligenz und Blockchain seien dabei zunehmend verknüpft, da Unternehmen dezentrale Systeme für maschinengesteuerte Transaktionen und Automatisierung suchten. „Der einzige Weg, durch diesen Inflationsdruck zu kommen, ist Technologie“, betonte Connors.
Gold vs. Bitcoin: Ein Wechselspiel
Connors verwies auf sich verschiebende Anlegerpräferenzen zwischen Gold und Bitcoin. Er zog Parallelen zum Jahr 2020, als Gold in der frühen Pandemiephase zunächst überlegen war, bevor Bitcoin eine starke Erholung einleitete. „Gold hatte seinen Lauf“, sagte er. „Bitcoin ist jetzt auf dem Weg der Wiederbelebung.“
Für Anleger im DACH-Raum bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Solange die einjährige Haltefrist für Bitcoin in Deutschland gilt, könnten sich hier langfristig orientierte Anleger in einer strukturell günstigen Position befinden – sofern sich der Trend zu einer erneuten Outperformance verfestigt.