XRP: Wale kaufen 71 Millionen Token trotz Kursrutsch
Während der XRP-Kurs nachgibt, steigen Großinvestoren ein. Zahlungen und ETF-Zuflüsse legen nahe: Unter der Oberfläche tut sich mehr, als die roten Kerzen zeigen.
Veröffentlicht
24. Mai 2026

Der XRP-Kurs kämpft – wie der gesamte Kryptomarkt – mit Gegenwind. In den vergangenen sieben Tagen verlor der Token rund fünf Prozent und notiert aktuell bei etwa 1,32 US-Dollar. Doch während die roten Kerzen auf den ersten Blick eine klare Bärenstimmung signalisieren, zeichnen On-Chain-Daten und Kapitalflüsse ein differenzierteres Bild.
Wale sammeln 71 Millionen XRP ein
Der Krypto-Analyst Ali Martinez teilte Daten, wonach Großinvestoren – sogenannte Wale – binnen einer Woche 71 Millionen XRP akkumuliert haben. Die Käufe erfolgten in einer Phase, in der der Kurs unter Druck stand und viele Kleinanleger verkauften. Dieses Verhalten deutet darauf hin, dass erfahrene Marktteilnehmer die Schwäche als Einstiegsgelegenheit nutzen, während schwächere Hände ihre Positionen räumen.
"Whale accumulation changes the tone of the selloff", schreibt Martinez. Der Preis habe die gestiegene Nachfrage noch nicht eingepreist, doch das Muster sei bemerkenswert.
Zahlungen auf dem XRP-Ledger legen zu
Auch die Aktivität auf dem XRP Ledger selbst nimmt zu. Die Zahl der Transaktionen zwischen Konten stieg von unter einer Million zu Wochenbeginn auf 1,22 Millionen am 22. Mai. Das Zahlungsvolumen verdoppelte sich im gleichen Zeitraum von rund 200 Millionen auf über 400 Millionen XRP.
Dieser Anstieg ist kein einmaliger Ausreißer: Das Volumen blieb auch in den Folgetagen auf erhöhtem Niveau. Mehr Transaktionen und höhere Volumina bedeuten, dass das Netzwerk intensiver genutzt wird – ein positives Signal für die zugrunde liegende Nachfrage.
ETF-Zuflüsse als stille Stütze
Ein weiterer wichtiger Indikator kommt aus dem ETF-Markt. Daten von SoSoValue zeigen, dass XRP-Spot-ETFs in der vergangenen Woche Nettozuflüsse von über 65 Millionen US-Dollar verzeichneten. Auch in dieser Woche flossen bislang 22 Millionen US-Dollar – jeden Tag netto positiv, trotz des schwachen Marktumfelds.
Diese Zuflüsse unterscheiden sich fundamental von kurzfristigem Börsenhandel oder gehebelten Futures-Positionen. ETF-Investoren nehmen über regulierte Produkte Exposure auf – oft mit längerem Anlagehorizont. Dass die Mittelzuflüsse in einer Phase fallender Kurse anhalten, schafft eine stille Nachfrageschicht, die den Markt stabilisieren könnte.
Einordnung für Anleger
Derzeit liefern die kursrelevanten Fundamentaldaten ein gemischtes Bild: Preisrückgang trifft auf institutionelle Nachfrage und steigende Netzwerkaktivität. Ob diese Gegenbewegung ausreicht, um die Marktschwäche zu überwinden, bleibt abzuwarten. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant – insbesondere die Haltedauer von einem Jahr gemäß § 23 EStG, bei deren Einhaltung Kursgewinne steuerfrei bleiben.