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Interpol warnt: KI ist die größte Bedrohung im Cyberkrieg

In Singapurs High-Tech-Zentrum bekämpfen Ermittler KI-gestützte Kriminelle. Die Bedrohung durch Deepfakes und automatisierte Angriffe wächst rasant – und jeder Smartphone-Nutzer ist ein potenzielles Ziel.

Datum

16. Februar 2026

Interpol warnt: KI ist die größte Bedrohung im Cyberkrieg

Key Takeaways:

  • KI als Waffe: Interpol-Chef Neal Jetton bezeichnet die Nutzung von KI durch Cyberkriminelle als die derzeit größte Bedrohung.
  • Demokratisierung der Kriminalität: Fertige Hacking-Tools auf dem Dark Web ermöglichen auch technisch wenig versierten Kriminellen Angriffe.
  • Massive Operationen: Koordinierte Aktionen wie „Operation Secure“ und „Operation Serengeti 2.0“ führten zu tausenden Festnahmen und der Rückgewinnung von Millionenbeträgen.
  • Zukunftsängste: Experten sorgen sich bereits um die nächste Stufe: KI, die außerhalb menschlicher Kontrolle agiert.

KI verändert das Spiel für Cyberkriminelle

Von perfekt formulierten Phishing-E-Mails bis hin zu gefälschten Videos von Regierungsbeamten: Künstliche Intelligenz verändert die Regeln im Katz-und-Maus-Spiel zwischen Strafverfolgern und Cyberkriminellen grundlegend. Das zeigt ein exklusiver Blick hinter die Kulissen von Interpols High-Tech-Kriegsräumen in Singapur.

Der Gegner sind laut Interpol hochorganisierte Verbrechersyndikate, die wie multinationale Konzerne strukturiert sind und die sich schnell entwickelnde Technologie nutzen, um Einzelpersonen, Staaten und Unternehmen um Milliarden von Dollar zu erleichtern.

„Ich betrachte die Nutzung von KI als Waffe durch Cyberkriminelle... als die größte Bedrohung, die wir derzeit sehen“, sagt Neal Jetton, Interpols in Singapur ansässiger Direktor für Cyberkriminalität, gegenüber der AFP.

Die neue Realität: Ein riesiger Schwarzmarkt

Die Bedrohungslage ist massiv. KI-Technologie ermöglicht es Kriminellen weltweit, raffinierte Sprach- und Videokopien bekannter Persönlichkeiten zu erstellen, um Betrugsinvestitionen zu bewerben. Gleichzeitig hilft sie dabei, verdächtige Online-Nachrichten authentischer wirken zu lassen.

Besorgniserregend ist die Demokratisierung der Kriminalität: Selbst gering qualifizierte Täter können vorgefertigte Hacking- und Betrugstools auf dem Dark Web kaufen. Jeder Smartphone-Besitzer ist ein potenzielles Ziel.

Im Cyber Fusion Centre, dem Nervenzentrum für den Austausch von Geheimdienstinformationen über Online-Bedrohungen unter 196 Mitgliedsländern, kämpfen Analysten gegen ein „großes Ökosystem von Cyberkriminellen“. Christian Heggen, Koordinator der Cyber Intelligence Unit, beschreibt es als einen „ganzen Schwarzmarkt des Ausspionierens und Verkaufs gestohlener Daten, des Kaufens und Verkaufens von Malware“.

Erfolge im globalen Kampf: Operationen Secure und Serengeti

Trotz der Herausforderungen verzeichnet Interpol auch Erfolge. Im vergangenen Jahr koordinierte die Cybercrime-Abteilung die „Operation Secure“ in Asien, bei der 26 Länder zusammenarbeiteten, um mehr als 20.000 bösartige IP-Adressen und Domains zu zerschlagen.

Eine weitere Anti-Cybercrime-Operation in Afrika, „Operation Serengeti 2.0“, führte zu:

  • Der Festnahme von 1.209 Cyberkriminellen
  • Fast 88.000 identifizierten Opfern
  • Der Rückgewinnung von über 97 Millionen US-Dollar
  • Der Zerschlagung von 11.432 schädlichen Infrastrukturen

Die nächste Herausforderung: KI ohne Seele

Während Fortschritte in der Deepfake-Technologie bereits große Sorgen bereiten, blickt Toshinobu Yasuhira, Leiter des Innovationszentrums, noch weiter voraus. Seine tiefere Sorge gilt KI, die außerhalb der menschlichen Kontrolle agiert.

„Sollten wir die Menschen verhaften, die die KI programmieren, oder die, die die KI nutzen, oder sollten wir die KI selbst verhaften?“, fragt er. „Es ist sehr schwierig, weil KI keine Seele, kein Herz hat.“

Um im technologischen Wettlauf die Nase vorn zu behalten, setzt Interpol auf Partnerschaften mit Privatunternehmen aus den Bereichen Finanzen, Cybersicherheit und Kryptoanalyse. In den Labors arbeiten Experten bereits an der Nutzung von Virtual Reality, Augmented Reality und Quantentechnologie gegen Cyberkriminelle.

Für Neal Jetton und seine Kollegen ist dieser Kampf, der selten an die Öffentlichkeit dringt, von entscheidender Bedeutung für die globale Sicherheit. Ein Analyst bringt es auf den Punkt: „Wir leisten weltweit entscheidende Unterstützung für Operationen und Ermittlungen.“ Der Wettlauf zwischen Katze und Maus geht in eine neue, von KI geprägte Runde.

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