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Krypto-König Chen Zhi nach US-Anklage an China ausgeliefert

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter einem der größten Krypto-Betrugsnetzwerke Asiens wurde in Kambodscha festgenommen. Die USA hatten zuvor 15 Milliarden Dollar in Kryptowährungen beschlagnahmt.

Datum

9. Januar 2026

Krypto-König Chen Zhi nach US-Anklage an China ausgeliefert

Key Takeaways:

  • Chen Zhi, Gründer des Prince Group-Konglomerats, wurde in Kambodscha festgenommen und an China ausgeliefert.
  • Die USA hatten ihn zuvor wegen Krypto-Betrugs, Geldwäsche und Zwangsarbeit angeklagt und 15 Milliarden Dollar in Kryptowährungen beschlagnahmt.
  • Die Auslieferung nach China macht ein Verfahren in den USA vorerst unwahrscheinlich.

Festnahme eines gesuchten Tycoons

Der 38-jährige Chen Zhi, ein chinesisch-kambodschanischer Doppelstaatsbürger, ist in den Händen der chinesischen Justiz. Nach einer monatelangen gemeinsamen Untersuchung wurde er am Dienstag von kambodschanischen Behörden festgenommen und nach China überstellt. Seine kambodschanische Staatsbürgerschaft wurde ihm entzogen.

Chen ist der Gründer und Vorsitzende der Prince Group, die sich selbst als eines der größten Konglomerate Kambodschas mit Investitionen in Luxusimmobilien, Bankwesen und Großbauprojekten darstellt. Doch hinter dieser Fassade verbarg sich laut US-Behörden etwas ganz anderes.

Ein Imperium aus Betrug und Zwangsarbeit

US-Bundesanwälte werfen Chen vor, ein transnationales Verbrechernetzwerk aufgebaut zu haben, das durch Zwangsarbeit und Kryptowährungsbetrug finanziert wurde. Das Netzwerk soll Opfer auf der ganzen Welt betrogen und Chen und seinen Komplizen zeitweise 30 Millionen Dollar pro Tag eingebracht haben.

Die Vorwürfe im Detail:

  • Betrieb von mindestens 10 Zwangsarbeitslagern in Kambodscha seit 2015.
  • Durchführung von Krypto-Investmentbetrügen unter Androhung von Gewalt.
  • Geldwäsche der Erlöse durch ein Netzwerk von über 100 Briefkastenfirmen in 12 Ländern.

Historische US-Beschlagnahme und internationale Sanktionen

Im Zuge einer mehrjährigen Untersuchung beschlagnahmten US-Behörden im vergangenen Jahr 15 Milliarden Dollar in Kryptowährungen von Chen. Das US-Justizministerium bezeichnete dies als die größte Einziehung in seiner Geschichte.

Darüber hinaus ergriffen mehrere Jurisdiktionen Maßnahmen:

  • Die USA und Großbritannien sanktionierten die Prince Group als transnationale kriminelle Organisation.
  • Singapur, Thailand, Hongkong und Taiwan froren hunderte Millionen Dollar an vermeintlich verknüpften Vermögenswerten ein.
  • Chen wurde in New York in Abwesenheit wegen Verschwörung zur Geldwäsche und zum Drahtbetrug angeklagt.

Die Prince Group wies die Vorwürfe stets als "haltlos" zurück und sah darin einen Vorwand für die "rechtswidrige Beschlagnahme von Vermögenswerten".

Auslieferung nach China als politisches Manöver

Die Auslieferung an China wird von Experten als politisch motiviert gewertet. Da China kein Auslieferungsabkommen mit den USA hat, ist es "höchst unwahrscheinlich", dass Chen sich je einem US-Gericht stellen muss, zumindest kurzfristig.

Jacob Sims, Transnational Crime Expert an der Harvard University, kommentiert: "Diese Festnahme spiegelt den anhaltenden internationalen Druck wider, der für Phnom Penh schließlich untragbar wurde. Sie entschärfte die eskalierende westliche Prüfung, während sie sich mit Pekings wahrscheinlicher Präferenz deckt, einen politisch sensiblen Fall aus US- und UK-Gerichten herauszuhalten."

Chinesische Staatsmedien zeigten Bilder des gefesselten und mit einer Kapuze versehenen Chen. Das chinesische Innenministerium bezeichnete ihn als "Rädelsführer eines großen grenzüberschreitenden Syndikats für Online-Glücksspiel und Betrug".

Das globale Ausmaß des Krypto-Betrugs

Der Fall Chen Zhi ist nur die Spitze des Eisbergs einer gigantischen globalen Betrugsindustrie, die laut Schätzungen zwischen 50 und 70 Milliarden Dollar wert ist. Allein 2023 wurden Opfer in den USA um mindestens 10 Milliarden Dollar betrogen.

Die Industrie basiert auf Hunderttausenden Menschen, die in streng bewachte Betrugs-Komplexe in Südostasien gelockt oder verschleppt werden, um sogenannte "Pig-Butchering"-Scams (Romance- oder Investmentbetrug) durchzuführen.

Die mutmaßlichen Profite aus Chens Netzwerk flossen in einen luxuriösen Lebensstil:

  • Picasso-Kunstwerke
  • Privatjets
  • Immobilien in Londoner Nobelvierteln
  • Bestechungsgelder für Regierungsbeamte

Was kommt als nächstes?

Während Chen nun in China unter "zwangsweisen strafrechtlichen Maßnahmen" steht, bleiben die genauen gegen ihn erhobenen Vorwürfe unklar. Experten gehen davon aus, dass Peking ein starkes Interesse hat, den Fall intern und leise zu regeln, nicht zuletzt wegen der politischen Sensibilitäten und der mutmaßlichen Verbindungen Chens zu chinesischen Regierungsbeamten.

Die internationale Gemeinschaft wird die Entwicklung genau beobachten. Die historische Beschlagnahme von 15 Milliarden Dollar in Krypto zeigt jedoch, dass Strafverfolgungsbehörden zunehmend in der Lage sind, die Spuren digitaler Betrugsgelder zu verfolgen – auch wenn die Hauptverdächtigen sich der Justiz anderer Länder entziehen können.

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