Malaysischer NGO-Vorsitzender wegen Untreue mit Spendengeldern angeklagt
Mohd Hakim Mohd Nor soll 207.000 Ringgit für humanitäre Hilfe in Myanmar, Jemen, Syrien und Palästina veruntreut haben. Die Behörden beschlagnahmten auch Kryptowährungen im Wert von 650.000 RM.
Datum
13. Januar 2026

Key Takeaways:
- Der Vorsitzende einer malaysischen NGO, Mohd Hakim Mohd Nor, hat vor Gericht nicht schuldig plädiert.
- Ihm wird vorgeworfen, umgerechnet etwa 40.000 Euro an Spendengeldern für humanitäre Missionen veruntreut zu haben.
- Die malaysische Anti-Korruptionsbehörde MACC hat im Zuge der Ermittlungen unter anderem Kryptowährungen im Wert von 650.000 RM beschlagnahnt.
- Insgesamt soll ein größerer Betrugskomplex mit Spendengeldern in Höhe von rund 26 Millionen RM aufgedeckt worden sein.
Vorwurf der Veruntreuung humanitärer Spenden
Vor dem Sessions Court in Kuala Lumpur hat sich der 39-jährige Mohd Hakim Mohd Nor am Montag (12. Januar) vor Richter Azrul Darus verantwortet. Der Vorsitzende der Pertubuhan Kebajikan Serantau Muslim plädierte auf „nicht schuldig“ zu dem Vorwurf, in seiner Funktion als Chairman 207.000 Malaysische Ringgit (RM) veruntreut zu haben.
Bei dem Geld soll es sich um Spenden für humanitäre Hilfsmissionen in Zusammenarbeit mit NGOs in Myanmar, Jemen, Syrien und Palästina gehandelt haben. Die mutmaßliche Unterschlagung soll am 27. Dezember 2019 in einer Bankfiliale in der Jalan Sultan Hishamuddin stattgefunden haben.
Gericht setzt Kaution unter Auflagen fest
Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch die stellvertretende Bundesstaatsanwältin Asmaa' Zamri, beantragte eine Kaution in Höhe von 50.000 RM mit einer Bürgschaft. Sie forderte zudem strenge Auflagen:
- Meldepflicht bei der malaysischen Anti-Korruptionskommission MACC
- Abgabe des Reisepasses an das Gericht
- Keine Kontaktaufnahme mit Zeugen der Anklage
Die Verteidigung unter Azizzul Shariman Mat Yusoff argumentierte erfolgreich für eine niedrigere Kaution. Sie verwies auf die Kooperationsbereitschaft des Angeklagten und darauf, dass dieser sich in den folgenden Tagen in Melaka und Perak weiteren Vorwürfen stellen müsse. Richter Azrul setzte die Kaution schließlich auf 10.000 RM mit einer Bürgschaft fest, verpflichtete den Angeklagten aber, die von der Staatsanwaltschaft geforderten Auflagen zu erfüllen. Die nächste Anhörung ist für den 11. März angesetzt.
Größerer Betrugskomplex und Beschlagnahme von Krypto-Vermögen
Die aktuelle Anklage ist nur die Spitze des Eisbergs. Medienberichten zufolge hat die MACC einen größeren Fall von Spendengelder-Missbrauch bei einer NGO aufgedeckt, der sich auf insgesamt 26 Millionen RM belaufen soll.
Im Rahmen der „Ops Serantau“ genannten Ermittlungen wurden fünf Personen festgenommen, darunter neben dem Vorsitzenden auch der Sekretär, der Schatzmeister und ein Finanzbeamter der Organisation. Der mutmaßliche Betrug soll bereits seit 2015 gelaufen sein.
Beschlagnahmte Vermögenswerte im Millionenwert
MACC-Chefkommissar Tan Sri Azam Baki gab bekannt, dass die Behörde verschiedene Vermögenswerte im Gesamtwert von über 8 Millionen RM beschlagnahmt habe. Dazu gehören:
- Schmuck im Wert von 100.000 RM
- Bargeld in Höhe von über 1 Million RM
- Kryptowährungs-Konten im Wert von 650.000 RM (umgerechnet etwa 125.000 Euro)
- Vier Häuser mit einem Gesamtwert von mehr als 1,4 Millionen RM
Die Beschlagnahmung von Kryptowährungen in diesem Umfang unterstreicht, wie Ermittlungsbehörden zunehmend auch digitale Vermögenswerte im Kampf gegen Finanzkriminalität ins Visier nehmen. Der Fall zeigt die Risiken auf, wenn große Summen an Spenden in undurchsichtigen Strukturen verwaltet werden.