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Maya plant Milliarden-IPO in den USA trotz Krypto-Herausforderung

Die philippinische Digitalbank mit integriertem Krypto-Handel könnte bis zu 1 Milliarde US-Dollar an der Wall Street einsammeln. Experten sehen Chancen, aber auch Risiken durch die volatile Krypto-Sparte.

Datum

18. Februar 2026

Maya plant Milliarden-IPO in den USA trotz Krypto-Herausforderung

Key Takeaways:

  • Die philippinische Digitalbank Maya prüft einen Börsengang (IPO) in den USA, der bis zu 1 Milliarde US-Dollar einspielen könnte.
  • Das Unternehmen bietet neben klassischen Bankdienstleistungen auch einen regulierten Krypto-Handelsdienst in seiner App an.
  • Beobachter sehen den Zeitpunkt als kritisch an: Investoren werden Banken-Fundamentaldaten gegen die Compliance-Risiken der Krypto-Sparte abwägen.
  • Nutzer berichten von Handelsproblemen, insbesondere bei stark volatilen Kryptowährungen.

Die philippinische Fintech Maya könnte einen großen Schritt an die globale Börse wagen. Laut einem Bericht von Bloomberg arbeitet das Unternehmen mit Beratern an den Plänen für einen Börsengang (IPO) in den USA, der bis zu eine Milliarde Dollar einbringen soll.

Ein Listing an der Wall Street würde Maya Zugang zu deutlich tieferen Kapitalmärkten und einem breiteren Kreis institutioneller Investoren verschaffen. Dies ist besonders vor dem Hintergrund attraktiv, dass regionale Börsenplätze in Südostasien in den letzten Jahren nur wenige große Tech-Börsengänge verzeichneten.

Das Geschäftsmodell: Bank trifft auf Krypto

Maya operiert unter einer Digitalbank-Lizenz der philippinischen Zentralbank (Bangko Sentral ng Pilipinas). Das Kerngeschäft umfasst:

  • Spar- und Girokonten
  • Verbraucherkredite
  • Zahlungsabwicklung
  • Dienstleistungen für Händler

Zusätzlich bietet die App einen integrierten Kryptowährungs-Handelsdienst an, der unter dem regulierten Rahmen eines Virtual Asset Service Provider (VASP) läuft. Das Unternehmen hat bisher nicht öffentlich gemacht, welchen Umsatz- oder Volumenanteil die Krypto-Sparte am Gesamtgeschäft hat.

Nutzerprobleme und regulatorische Herausforderungen

Der potenzielle Börsengang findet nicht in einem makellosen Umfeld statt. Nutzer der Maya-App haben wiederholt über Handelsprobleme berichtet, insbesondere in volatilen Marktphasen.

  • Die „Kaufen“- und „Verkaufen“-Schaltflächen sollen für bestimmte Token zeitweise deaktiviert und „ausgegraut“ worden sein.
  • Laut Screenshots und Nutzerberichten waren Assets mit zweistelligen Kursgewinnen innerhalb kurzer Zeit als „vorübergehend nicht verfügbar“ markiert, während weniger volatile Kryptowährungen handelbar blieben.
  • Dies führte zu Beschwerden von Anlegern, die Positionen nicht rechtzeitig eröffnen oder schließen konnten.

Maya hat auf eine entsprechende Anfrage von Decrypt nicht umgehend reagiert.

Expertenmeinung: Timing und Bewertung sind alles

Lokale Beobachter sehen den geplanten Schritt kritisch. Der Zeitpunkt und die Darstellung des hybriden Geschäftsmodells werden für US-Investoren entscheidend sein.

„Es ist machbar, aber der Zeitpunkt wird danach beurteilt, ob das Unternehmen eine stabile, bankenähnliche Gewinnstory in einem Markt präsentieren kann, der noch wählerisch ist“, sagt Nathan Marasigan, Partner bei der in Manila ansässigen Kanzlei MLaw Office.

Er betont, dass Investoren derzeit Vorhersehbarkeit, eine klare Profitabilitätsperspektive und solides Risikomanagement höher bewerten als reines Wachstumspotenzial. Die Krypto-Komponente könne den Börsengang entweder unterstützen oder erschweren, abhängig davon, wie sie gesteuert und offengelegt wird.

„Wenn Krypto zu einer bedeutenden Einnahmequelle wird, werden Investoren meist vorsichtiger sein, weil Krypto höhere Volatilität und eine stärkere regulatorische Aufmerksamkeit mit sich bringen kann“, so Marasigan.

Eine Frage der Infrastruktur und des Vertrauens

Für Paolo Lising, Researcher beim Venture-Capital-Fonds Sora Ventures, sieht der geplante IPO nach einer „reinen Kapitalmarkt-Arbitrage-Möglichkeit“ aus.

„Während ein US-Listing Mayas Finanzierungs- und Liquiditätsprobleme lösen kann, bleibt die größere Herausforderung die Entwicklung einer skalierbaren, risikobewussten Finanzinfrastruktur auf den Philippinen“, sagte er. Die Adoption überhole derzeit sowohl die finanzielle Bildung als auch die regulatorischen Kapazitäten des Landes.

Dennoch sieht er eine große Chance: „Digitale Zahlungen werden das zentrale Thema in Krypto in den nächsten zwei Jahren sein. Ein gut umgesetzter Börsengang, der Produkt, Infrastruktur und Regulierung in Einklang bringt, hat das Potenzial, den vertrauenswürdigsten On-Ramp für die Region zu etablieren.“

Der IPO-Markt in den USA zeigt derzeit wieder mehr Aktivität. Nach Daten von Renaissance Capital gab es 2025 insgesamt 202 Börsengänge mit einem Volumen von etwa 44 Milliarden Dollar – der höchste Wert in vier Jahren. Dies könnte Maya den Einstieg erleichtern, sofern das Unternehmen die richtige Balance zwischen traditionellem Bankgeschäft und Krypto-Innovation findet.

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