SBF fordert neuen Prozess: FTX-Gründer bestreitet Insolvenz
Sam Bankman-Fried hat aus dem Gefängnis einen Antrag auf einen neuen Prozess gestellt. Er argumentiert mit neuen Zeugenaussagen und bestreitet erneut, dass FTX zahlungsunfähig war.
Datum
11. Februar 2026

Key Takeaways:
- Sam Bankman-Fried hat eigenständig einen Antrag auf einen neuen Prozess gestellt.
- Er argumentiert, neue Zeugenaussagen könnten die Anklage entkräften.
- Der ehemalige FTX-CEO bestreitet erneut, dass die Börse zahlungsunfähig war.
- Er wirft Anwälten vor, die Kontrolle übernommen und die Insolvenz zu ihrem finanziellen Vorteil eingeleitet zu haben.
Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens
Sam Bankman-Fried, der Mitgründer und ehemalige CEO der zusammengebrochenen Kryptobörse FTX, hat am Dienstag in New York einen Antrag auf einen neuen Prozess eingereicht. In dem Schriftsatz argumentiert er, dass frische Zeugenaussagen den Fall der Staatsanwaltschaft gegen ihn untergraben könnten.
Der Antrag wurde pro se eingereicht – das bedeutet, Bankman-Fried handelt ohne Anwalt und in eigener Sache. Er behauptet, das neue Beweismaterial sei vorher nicht vorgelegt worden und könne das Urteil maßgeblich beeinflussen.
Dieser Schritt ersetzt nicht seine laufende Berufung, sondern stellt einen zusätzlichen Versuch dar, das Verfahren wieder zu eröffnen.
SBF bestreitet Insolvenz von FTX
Der Antrag folgt Aussagen, die Bankman-Fried am selben Tag in den sozialen Medien machte. Von seinem Gefängnis aus vertritt er zunehmend die These, der Zusammenbruch von FTX sei nicht auf kriminelles Handeln, sondern auf rechtliche und finanzielle Manöver zurückzuführen.
Konkret behauptet er:
- FTX sei nicht insolvent gewesen.
- Er habe eine Insolvenzanmeldung nie autorisiert.
- Stattdessen hätten Anwälte die Kontrolle über das Unternehmen übernommen.
- Diese hätten dann schnell Insolvenzverfahren zu ihrem eigenen finanziellen Vorteil eingeleitet.
Diese Argumentation steht im krassen Widerspruch zu den Ergebnissen des Prozesses und den milliardenschweren Verlusten, die mit dem FTX-Collapse verbunden sind.
Hintergrund: Verurteilung und Haftstrafe
Sam Bankman-Fried wurde im Fall United States v. Bankman-Fried in allen sieben Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter:
- Betrug
- Verschwörung
- Geldwäsche
Am 28. März 2024 verurteilte ihn das Gericht zu 25 Jahren Bundesgefängnis. Zudem wurde angeordnet, dass er etwa 11 Milliarden US-Dollar verfallen lassen muss – eine Summe, die das Ausmaß der mit dem FTX-Zusammenbruch verbundenen Verluste widerspiegelt.
Sein neuerlicher Vorstoß zeigt, dass der ehemalige Krypto-Star auch aus der Haft heraus weiter um seine Version der Ereignisse kämpft. Die Justiz muss nun über die Zulässigkeit seines Antrags auf einen neuen Prozess entscheiden.