Solana (SOL) stürzt auf 2026-Tief: Trotz starker
Während der SOL-Kurs auf ein Jahrestief fällt, zeigen die On-Chain-Daten von Solana eine erstaunliche Resilienz. Was treibt den Widerspruch zwischen Preis und Performance an?
Datum
2. Februar 2026

Key Takeaways:
- Der SOL-Preis fiel auf rund 100 US-Dollar, den tiefsten Stand seit April 2025.
- Trotz des schwachen Marktumfelds verzeichnete das Solana-Netzwerk ein starkes Wachstum bei Gebühren (+81%), aktiven Adressen und Transaktionen.
- Die Stimmung bei Derivatenhändlern ist extrem negativ, was sich in einem ungewöhnlich tiefen Funding Rate von -17% widerspiegelt.
Ein Preissturz im Einklang mit dem Markt
Solanas nativer Token SOL notierte am Samstag bei rund 100,30 US-Dollar und markierte damit den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr. Der Kursrückgang von 18% innerhalb von 30 Tagen spiegelt weitgehend die allgemeine Schwäche im Altcoin-Markt wider. Die Bewegung wurde durch eine 26%ige Talfahrt des Silberpreises am Freitag zusätzlich befeuert, was Krypto-Händler auf weitere Verluste einstellte.
Obwohl SOL sich knapp über die 102-Dollar-Marke zurückkämpfte, blieb die Stimmung angespannt. Auslöser waren unter anderem:
- Die gewaltsame Schließung von Hebel-Long-Positionen im Volumen von 165 Millionen US-Dollar.
- Eskalierende geopolitische Spannungen.
- Die Ankündigung von Amazon, 16.000 Stellen im Bereich der Büroangestellten zu streichen, was Ängste vor einer wirtschaftlichen Abkühlung schürte.
KI-Sektor sorgt für Verunsicherung
Die Risikoaversion der Anleger wurde durch beunruhigende Nachrichten aus dem Technologiesektor weiter angeheizt. Besonders die Abhängigkeit und die Aussichten im Künstliche-Intelligenz-(KI)-Bereich gerieten in den Fokus:
- OpenAI soll laut Berichten für 45% des Backlogs von Microsofts Cloud-Dienst Azure verantwortlich sein.
- Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge will Nvidia seine geplante 100-Milliarden-Dollar-Investition in OpenAI nicht tätigen.
- OpenAI selbst soll im Jahr 2026 mit Nettoverlusten in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar rechnen.
Diese Entwicklungen ließen auch die Aktien großer Tech-Unternehmen wie Unity, AppLovin oder HubSpot um 30% oder mehr einbrechen.
Das Paradoxon: Starke Fundamentaldaten trotz schwachem Kurs
Trotz des düsteren makroökonomischen und politischen Umfelds zeigt die On-Chain-Aktivität von Solana eine bemerkenswerte Stärke. Das Netzwerk konsolidiert seine Position als klarer Vizemeister hinter Ethereum, gemessen an Netzwerkgebühren und Total Value Locked (TVL).
Gesunde On-Chain-Metriken bieten dem nativen Token einen doppelten Vorteil:
- Sie erhöhen die Staking-Renditen und incentivieren so langfristiges Halten.
- Sie schaffen eine konstante Nachfrage nach SOL für die Bezahlung von Transaktionsgebühren.
Solana dominiert bei DApp-Aktivität
Daten des Analyseunternehmens Nansen belegen den Boom unter der Oberfläche:
- Die Netzwerkgebühren stiegen in den letzten 30 Tagen um 81% über den Trend.
- Aktive Adressen wuchsen um 62%.
- Die Anzahl der Transaktionen explodierte auf 2,29 Milliarden.
Zum Vergleich: Das gesamte Ethereum-Ökosystem inklusive aller Layer-2-Lösungen kam auf 623 Millionen Transaktionen. Die Gebühren auf der Ethereum-Basischain stiegen nur um 11%. Solana bleibt damit der unangefochtene Leader bei der Aktivität dezentraler Anwendungen (DApps).
Extreme Angst unter Derivatenhändlern
Während das Netzwerk brummt, ist die Stimmung an den Terminmärkten von extremer Vorsicht geprägt. Die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen auf SOL ist praktisch verschwunden.
Ein deutliches Signal ist der annualisierte Funding Rate für SOL-Perpetual-Futures. Dieser ist auf -17% gefallen. Das bedeutet:
- Händler, die auf fallende Kurse wetten (Shorts), müssen eine Prämie zahlen, um ihre Positionen offen zu halten.
- Diese Situation ist ungewöhnlich, hält selten lange an und zeigt einen extremen Mangel an Appetit auf Hebelwetten von der Bullen-Seite.
Diese Entwicklung fiel mit politischen Unsicherheiten in den USA zusammen, wo der Senat zwar ein Finanzierungspaket verabschiedete, aber weitere Streitigkeiten über das Budget des Heimatschutzministeriums bevorstehen.
Druck auf institutionelle SOL-Halter
Die Abflüsse setzen sich auch auf institutioneller Ebene fort:
- Solana-Spot-ETFs verzeichneten am Freitag Netto-Abflüsse in Höhe von 11 Millionen US-Dollar.
- Börsennotierte Unternehmen, die SOL als Teil ihrer Corporate-Reserve-Strategie halten, stehen unter Druck. Die Aktien von Forward Industries, Upexi und Sharps Technology notieren bereits 20% oder mehr unter ihrem jeweiligen Nettoinventarwert.
Fazit: Warten auf den makroökonomischen Wendepunkt
Der Weg für SOL, wieder eine nachhaltige Aufwärtsdynamik zu entwickeln, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab:
- Einem wiedererstarkten Vertrauen in das globale Wirtschaftswachstum.
- Einer deutlichen Verringerung der geopolitischen Risiken.
Beides scheint kurzfristig nicht in Sicht. Solange bleibt Solana in der paradoxen Situation eines technisch starken Netzwerks, dessen Token unter den allgemeinen Marktängsten leidet. Die robusten Fundamentaldaten könnten sich jedoch als solides Fundament erweisen, sobald sich der Marktwind wieder dreht.
Dieser Artikel enthält keine Anlageberatung oder -empfehlungen. Jede Investition und jeder Handel ist mit Risiken verbunden.