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UK-Firmen bewegten Milliarden in Stablecoins für Irans Revolutionsgarden

Ein neuer Bericht von TRM Labs enthüllt, wie zwei in Großbritannien registrierte Krypto-Börsen als zentrale Drehscheibe für die Sanktionsumgehung des iranischen Regimes fungierten.

Datum

13. Januar 2026

UK-Firmen bewegten Milliarden in Stablecoins für Irans Revolutionsgarden

Key Takeaways:

  • Zedcex und Zedxion, zwei in Großbritannien registrierte Firmen, transferierten Milliarden in Stablecoins für Irans Islamische Revolutionsgarden (IRGC).
  • Die Aktivitäten stiegen 2024 um 2.500% auf über 619 Millionen Dollar.
  • Die Firmen agierten als eine Einheit und waren Teil eines größeren Netzwerks zur Sanktionsumgehung.
  • Experten warnen vor der Nutzung von Krypto als parallelem Finanzsystem durch sanktionierte Staaten.

Zwei Firmen, eine Operation

Laut einem neuen Bericht der Blockchain-Analysefirma TRM Labs haben zwei als Kryptobörsen auftretende, in Großbritannien registrierte Unternehmen im Auftrag der iranischen Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Milliarden von Dollar in Stablecoins bewegt. Bei den Firmen handelt es sich um Zedcex und Zedxion.

Obwohl sie sich als konventionelle Handelsplattformen präsentierten, operierten sie in der Praxis als eine einzige Einheit. Die Analyse ergab:

  • Im Jahr 2023 flossen 23,7 Millionen Dollar über mit der IRGC verknüpfte Wallet-Adressen der beiden Börsen – das waren 60% ihres gesamten Transaktionsvolumens.
  • 2024 explodierte diese Summe um 2.500% auf 619,1 Millionen Dollar, was 87% ihres Gesamtvolumens ausmachte.
  • 2025 ging das Volumen leicht auf 410,4 Millionen Dollar zurück.

Diese Zahlen zeigen die zentrale Rolle, die diese scheinbar kleinen Unternehmen im Finanzierungsnetzwerk des Regimes spielten.

Das Netzwerk hinter den Börsen

Die offiziellen Unterlagen der Firmen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Beide Unternehmen sind aktiv gemeldet, teilen sich dieselbe Registrierungsadresse und weisen sehr ähnliche Finanzberichte auf – ein deutliches Zeichen für eine gemeinsame Führung.

Ein besonders auffälliger Zusammenhang ist die Verbindung zu Babak Morteza Zanjani. Dieser war bis August 2022 als Direktor von Zedxion eingetragen. Der gleiche Name taucht in US-Sanktionslisten von 2013 auf, wo ihm vorgeworfen wird, „Milliarden von Dollar“ für die iranische Regierung bewegt zu haben.

„Das ist kein opportunistischer Missbrauch von Krypto – es ist eine sanktionierte Militärorganisation, die im Ausland Börsen-Infrastruktur betreibt“, sagte Ari Redbord, Global Head of Policy bei TRM Labs.

Die Untersuchung zeigt, wie tief die Firmen in ein internationales Netzwerk eingebettet waren:

  • Verbindung zur Türkei: Zedxion war mit Zedpay verbunden, einem türkischen Mobilzahlungsanbieter, der wiederum Beziehungen zu türkischen Finanzfirmen unterhielt, die bereits wegen Geldwäscheverstößen auffällig geworden waren.
  • Anbindung an iranische Börsen: Gelder von Zedcex flossen zu großen iranischen Kryptobörsen wie Nobitex (die im Juni gehackt wurde) und Wallex.
  • Finanzierung von Milizen: 10 Millionen Dollar wurden zu Sa'id Ahmad Muhammad al-Jamal verfolgt, einer sanktionierten Person, die die IRGC und die Huthi-Rebellen im Jemen finanziell unterstützt haben soll.

Krypto als paralleles Finanzsystem für Iran

Der Fall ist kein Einzelfall, sondern exemplarisch für die Strategie des iranischen Regimes. Andere Analysten bestätigen den Trend.

„Wir beobachten einen signifikanten Einsatz von Krypto-Vermögenswerten durch den Iran zur Sanktionsumgehung, insbesondere den USDT-Stablecoin“, sagte Tom Robinson, Mitgründer von Elliptic, gegenüber Decrypt.

Die Nutzung reicht weit über einfache Transfers hinaus:

  • Waffenhandel: Das iranische Verteidigungsministerium akzeptiert inzwischen Kryptowährungen als Zahlungsmittel für fortschrittliche Waffen.
  • Terrorfinanzierung: Israelische Hacker begründeten ihren Angriff auf Nobitex im Juni damit, die Börse als „Schlüsselinstrument des Regimes zur Finanzierung von Terrorismus und zur Verletzung von Sanktionen“ ausgeschaltet zu haben.

Fazit: Die Kontrolle der Infrastruktur ist der Schlüssel

Der Bericht unterstreicht eine entscheidende Erkenntnis für die Sanktionsdurchsetzung im Kryptobereich. Das größte Risiko liegt nicht in einzelnen Transaktionen, sondern darin, wer die Plattformen kontrolliert.

„Dieser Fall zeigt, warum sich die Sanktionsdurchsetzung bei Krypto upstream bewegen und auf Infrastruktur, Governance und Eigentumsverhältnisse fokussieren muss“, so Ari Redbord von TRM Labs.

Während das Regime im Iran mit innenpolitischen Unruhen und einem nahezu vollständigen Internet-Shutdown kämpft, nutzt es gleichzeitig die grenzenlose und pseudonyme Natur von Kryptowährungen, um sein internationales Finanznetzwerk am Laufen zu halten. Die Aufdeckung der Aktivitäten von Zedcex und Zedxion ist ein wichtiger Schritt, um diese Schattenfinanzierung zu durchleuchten.

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