asic

ASIC: Angeklagter NDIS-Investor lebt trotz Kontensperre in Saus

Die australische Finanzaufsicht wirft David McWilliams und seiner Frau erneut vor, gerichtliche Verfügungen zu missachten. Während Millionen von Anlegergeldern fehlen, soll das Paar weiterhin luxuriös leben.

Datum

27. Februar 2026

ASIC: Angeklagter NDIS-Investor lebt trotz Kontensperre in Saus

Key Takeaways:

  • David McWilliams und seine Frau Laura Fullarton werden erneut vorgeworfen, gerichtliche Kontensperren (Freezing Orders) zu verletzen.
  • Die australische Finanzaufsicht ASIC wirft dem Paar vor, während der Sperre weiterhin zehntausende Dollar für Luxusreisen, Restaurants und Abhebungen in Spielhallen ausgegeben zu haben.
  • McWilliams soll über 92 Millionen Dollar von Investoren für den Bau von Behindertenwohnungen eingesammelt, aber einen großen Teil für Luxusautos, Krypto, Spielsucht und andere private Zwecke veruntreut haben.
  • Die Missachtungsverfahren (Contempt Proceedings) gegen das Paar werden im April verhandelt.

Angeklagtes Paar trotz Kontensperre auf US-Reise

Die australische Wertpapieraufsicht ASIC hat neue Vorwürfe gegen den Gold-Coast-Unternehmer David McWilliams und seine Ehefrau Laura Fullarton erhoben. Laut einer eidesstattlichen Erklärung beim Bundesgericht soll Fullarton den Großteil des Februars mit Reisen in den USA verbracht haben – in Las Vegas, Los Angeles und Anaheim.

Banktransaktionen belegen laut ASIC Ausgaben für:

  • Mietwagen
  • Restaurantbesuche (u.a. Olive Garden)
  • Tausende Dollar für Hotels, darunter das Vier-Sterne-Hotel Westin Bonaventure in Los Angeles

Dies ist bereits der zweite Vorwurf, dass das Paar gegen gerichtliche Freezing Orders verstößt. Diese Verfügungen sollen Vermögenswerte sichern, während rechtliche Schritte laufen, um eventuelle Rückzahlungen an Geschädigte zu ermöglichen.

Versteckte Konten und dubiose Geldquellen

Die Aufsichtsbehörde wirft dem Paar vor, Konten vor Gericht verheimlicht zu haben. Aus diesen sollen zwischen August und Dezember tausende Dollar an Geldautomaten in einer Spielhalle (CSI Southport) auf der Gold Coast abgehoben worden sein.

ASIC stellt die Herkunft der rund 50.000 Dollar auf diesen Konten infrage und bezweifelt, ob es sich nicht um Gelder handelt, die eigentlich für die betrogenen Investoren reserviert sein sollten.

In einer Gegendarstellung an das Gericht bezeichnete McWilliams die Zahlungen als „aus Mitleid gegebene Geschenke“ aufgrund der finanziellen Notlage seiner Familie.

Er begründete die Notwendigkeit der neuen Konten mit dem Stopp der wöchentlichen, gerichtlich genehmigten Zuwendungen durch die Zwangsverwalter. Die USA-Reise seiner Frau sei eine „günstige“ Urlaubsreise gewesen, um deren immensen Stress abzubauen, und größtenteils mit Vielfliegermeilen bezahlt worden.

Das Millionen-Desaster: Von Krypto bis Casino

Hinter den aktuellen Vorwürfen steht ein riesiger Anlegerskandal. David McWilliams, ein ehemaliger Supercar-fahrender Immobilienentwickler, sammelte bis 2024 über 92 Millionen Dollar von Hunderten Investoren ein. Das Geld war für den Bau von speziellen Behindertenwohnungen (Specialist Disability Accommodation, SDA) in ganz Australien bestimmt.

Stattdessen, so die Vorwürfe der ASIC, verprasste McWilliams die Gelder für:

  • Luxusautos
  • Die Entwicklung eines Resorts auf Fidschi
  • 600.000 Dollar für eine Modelagentur an der Gold Coast
  • 3,3 Millionen Dollar in Kryptowährungen
  • 40 Millionen Dollar in Spielcasinos in Queensland, mit einem Nettoverlust von 4 Millionen Dollar

Die Investoren, von denen einige den Großteil ihrer Altersvorsorge verloren, stehen vor dem Nichts. Die Ermittlungen der ASIC laufen seit zwei Jahren.

Kontensperre ignoriert – Verfahren im April

Trotz der seit über einem Jahr bestehenden Kontensperre und laufender strafrechtlicher Ermittlungen scheint das Paar weiterhin aktiv. ASIC wirft McWilliams zudem vor, sich um die Gründung einer Firma und ein Visum in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu bemühen, was er bestreitet.

Die Missachtungsverfahren gegen McWilliams und Fullarton wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Freezing Orders werden im April verhandelt. Gleichzeitig beantragte McWilliams' Anwalt weitere 25.000 Dollar bei den Zwangsverwaltern, um seine Verteidigung gegen den ASIC-Antrag zu finanzieren – zusätzlich zu bereits bewilligten 47.000 Dollar.

Die Anwälte der Zwangsverwalter lehnten dies in einer scharfen Erwiderung ab und verwiesen auf die jüngste Auslandsreise:

„Ihre Mandanten haben bewusst teure und extravagante Auslandsreisen nicht nur vor die Interessen der Gläubiger, sondern auch vor [ihre eigene Verteidigung] gestellt.“

Der Fall zeigt die Herausforderungen für Aufsichtsbehörden, Vermögenswerte in komplexen Betrugsfällen mit internationalen Bezügen effektiv zu sichern – insbesondere wenn angeblich Millionen in volatile Anlageklassen wie Kryptowährungen geflossen sind.

Top 5 Krypto

Powered by CoinGecko

DEX Scanner

Keine Ergebnisse. Versuchen Sie eine andere Suche.

Daten bereitgestellt von Dexscreener

Werbung