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Krypto-Experte: Guthrie-Entführer verliert durch Bitcoin-Zahlung

Eine kleine Transaktion auf das Lösegeld-Wallet könnte ein gezielter Ermittlungstrick sein. Ein Blockchain-Forensik-Experte erklärt, warum der Täter nun im Visier steht.

Datum

12. Februar 2026

Krypto-Experte: Guthrie-Entführer verliert durch Bitcoin-Zahlung

Key Takeaways:

  • Eine kleine Bitcoin-Transaktion (ca. 150 USD) auf das Lösegeld-Wallet könnte ein gezielter Ermittlungstrick sein.
  • Der Krypto-Experte Bezalel Eithan Raviv erklärt, dass jede Bewegung auf der Blockchain eine permanente digitale Spur hinterlässt.
  • Der Täter, der durch die Bereitstellung der Bitcoin-Adresse bereits verwundbar wurde, ist nun laut Experte das Ziel aktiver Überwachung.

Der mysteriöse Fall um die Entführung von Nancy Guthrie, der 84-jährigen Mutter der TV-Moderatorin Savannah Guthrie, könnte einen entscheidenden Wendepunkt erreicht haben. Nachdem am Dienstagabend eine Transaktion von etwa 152 US-Dollar in Bitcoin auf das in der Lösegeldforderung genannte Wallet einging, sehen Experten die Ermittler plötzlich in einer besseren Position.

Ein kleiner Transfer mit großer Wirkung

Bezalel Eithan Raviv, CEO des Krypto-Rückverfolgungsdienstes Lionsgate Network, deutet die Transaktion als möglichen taktischen Schachzug der Behörden. „Wenn die gemeldete 150-Dollar-Transaktion auf das mutmaßliche Lösegeld-Bitcoin-Wallet korrekt ist, passt sie zu einer bekannten Ermittlungsmethode“, so Raviv gegenüber Page Six. Ein kleiner „Test“-Transfer könne genutzt werden, um zu bestätigen, dass das Wallet aktiv ist und Blockchain-Überwachungstools auszulösen.

Diese Aktivität verschiebt die Dynamik des Falls grundlegend. Raviv erklärt: „Die Person, die Lösegeld fordert, mag glauben, die Kontrolle zu haben, aber sobald eine Transaktion getätigt wird, wird sie zur beobachteten Partei. Der Lösegelderpresser ist nicht länger nur der Fordernde. Er ist jetzt das Ziel forensischer Verfolgung.“

Bitcoin ist nicht anonym: Die „Kuhglocke“ der Ermittler

Ein weit verbreitetes Missverständnis, das Raviv klar widerlegt, ist die angebliche Anonymität von Bitcoin. „Bitcoin ist nicht anonym und sehr wohl zurückverfolgbar“, betont der israelische Tech-Unternehmer. Jede Bewegung von Geldern hinterlasse einen permanenten digitalen Fußabdruck.

„Der Moment, in dem Gelder bewegt werden, hinterlässt sie einen permanenten digitalen Fußabdruck. Diese Aktivität kann Ermittlern wertvolle Informationen liefern, besonders wenn das Wallet mit Börsen oder verwahrenden Diensten interagiert, bei denen eine Identitätsprüfung erforderlich ist.“

Sein Unternehmen verfolgt bei der Überwachung krimineller Krypto-Aktivitäten eine Methode, die sie als „Kuhglocke“ bezeichnen. Sobald eine Wallet identifiziert und markiert sei, könne jede Bewegung Alarme auslösen – egal wie oft die Gelder aufgeteilt, zusammengeführt oder zwischen Wallets springen. Jeder Schritt hinterlasse ein Signal.

Der Fall Nancy Guthrie: Eine Chronologie der Ereignisse

  • 31. Januar: Nancy Guthrie wird letztmals lebend an ihrem Zuhause in Tucson, Arizona, gesehen.
  • 1. Februar: Sie wird als vermisst gemeldet. Die Polizei geht von einem widerrechtlichen Entzug aus dem Haus aus.
  • 5. Februar: Medien erhalten eine Lösegeldforderung über 6 Millionen US-Dollar in Bitcoin. Eine erste Frist verstreicht.
  • 9. Februar: Eine zweite Lösegelfrist verstreicht ergebnislos.
  • 11. Februar: Eine kleine Transaktion von ca. 152 USD geht auf das Lösegeld-Wallet ein. Die Familie hatte zuvor erklärt, zahlen zu wollen, aber einen „Proof of Life“ (Lebenszeichen) gefordert.

Raviv hatte bereits zuvor erklärt, dass der Entführer sich mit der Nennung der Bitcoin-Adresse verwundbar gemacht habe: „Er hat seine Achillesferse jedem gezeigt, der Blockchain-Forensik versteht.“ Die nun erfolgte Transaktion könnte der Hebel sein, um diese Schwachstelle auszunutzen.

Was kommt als Nächstes?

Die entscheidende Phase sei nun die Echtzeit-Überwachung, so Raviv, denn „Bewegung ist der Moment, in dem Fehler passieren“. Ob die Transaktion von den Behörden, der Familie oder einem Dritten initiiert wurde, ist derzeit unklar. Die Ermittlungen der FBI-Niederlassung Phoenix laufen auf Hochtouren, einschließlich umfangreicher Suchaktionen im Catalina Foothills Gebiet.

Während ein vorübergehend festgehaltener Mann namens Carlos bereits wieder freigelassen wurde und ein drittes Erpresserschreiben mit einer Informations-Bitcoin-Forderung aufgetaucht ist, liegt die Hoffnung nun auf der digitalen Spur. Der Fall zeigt eindrücklich, dass Kryptowährungen im Ernstfall kein sicheres Versteck, sondern ein potenzielles Werkzeug für die Strafverfolgung sein können.

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