Bitwise-CIO: Warum Bitcoin fiel und wann die Talsohle kommt
Matt Hougan analysiert die sechs Hauptgründe für den jüngsten Bitcoin-Crash und erklärt, warum Bärenmärkte in Erschöpfung enden – nicht in Euphorie.
Datum
8. Februar 2026

Key Takeaways:
- Bitwise-CIO Matt Hougan nennt sechs Hauptfaktoren für den jüngsten Bitcoin-Absturz.
- Laut On-Chain-Daten zeigen die Verkäufe langfristiger Halter erste Ermüdungserscheinungen.
- Hougan betont: Krypto-Bärenmärkte enden typischerweise in Erschöpfung, nicht in Aufregung.
Nach einer der heftigsten Korrekturen der letzten Jahre, die Bitcoin zeitweise über 14% an einem Tag kostete, sucht die Community nach Antworten. Matt Hougan, Chief Investment Officer des Vermögensverwalters Bitwise, liefert in einem aktuellen Memo eine fundierte Analyse der Lage.
Sechs Faktoren hinter dem Bitcoin-Crash
Hougan betont, dass es selten einen einzelnen Auslöser gibt. Stattdessen wirken mehrere Kräfte gleichzeitig. In der aktuellen Phase identifiziert er sechs Schlüsselfaktoren:
- Das Vorfühlen des Vier-Jahres-Zyklus: Der Markt hat den erwarteten Aufschwung nach dem Halving möglicherweise zu früh eingepreist.
- Abwandern der "Aufmerksamkeits-Investoren": Kapital und mediale Aufmerksamkeit fließen derzeit stärker in Themen wie KI und Edelmetalle.
- Das historische Liquidationsereignis vom 10. Oktober 2025: Die Ankündigung überraschend hoher US-Zölle auf chinesische Waren löste eine massive Hebelbereinigung aus, von der sich der Markt nicht vollständig erholt hat.
- Bedenken bezüglich der Fed-Führung: Spekulationen über Kevin Warsh als möglichen neuen Fed-Vorsitzenden sorgen für Unsicherheit.
- Angst vor Quantencomputing: Befürchtungen, dass künftige Rechner heutige Kryptographie brechen könnten, schwingen mit.
- Allgemeine Risikoaversion: Ein makroökonomisches "Risk-Off"-Umfeld belastet nicht nur Krypto, sondern auch Aktien- und Rohstoffmärkte.
Zeichen der Erschöpfung – aber ist die Talsohle erreicht?
Trotz der düsteren Aussichten sieht Hougan erste ermutigende Signale. Die Verkäufe scheinen an Dynamik zu verlieren.
Laut On-Chain-Daten haben langfristige Halter aufgehört, aggressiv zu verkaufen, und einige beginnen, am Rande wieder zuzukaufen. Die Open Interest in Bitcoin-Derivaten ist auf das Niveau von 2024 gefallen.
Diese Rücknahme der Hebelpositionen deutet auf eine Marktbereinigung hin. Die Frage aller Fragen bleibt jedoch: Wie tief kann es noch gehen?
Hougan gibt zu bedenken, dass historische Vergleiche auf weitere Verluste hindeuten könnten. Allerdings sieht er Bitcoin heute als reiferes Asset, das weniger anfällig für extreme Kursstürze wie den 77%-Einbruch von 2018 sein könnte.
Der Weg aus dem Bärenmarkt: Zeit statt Knall
Der Bitwise-CIO macht keine konkrete Kursprognose für den Boden. Stattdessen verweist er auf ein wiederkehrendes Muster in der Kryptowelt.
Sein zentrales Fazit lautet: „Krypto-Bärenmärkte neigen dazu, in Erschöpfung zu enden, nicht in Aufregung.“
Das bedeutet, dass die Erholung wahrscheinlich nicht durch ein einzelnes, euphorisches Ereignis eingeläutet wird, sondern durch ein langsames Abklingen der Verkaufsdruckes. Der entscheidende Katalysator ist schlichtweg Zeit, die benötigt wird, um Unsicherheiten zu verdauen und neues Vertrauen aufzubauen.
Aktuelle Bitcoin-Preislage
Zum Zeitpunkt der Analyse zeigt Bitcoin erste Erholungszeichen und notiert bei rund 67.834 US-Dollar – ein Plus von über 4% innerhalb von 24 Stunden. Ob dies der Beginn einer nachhaltigen Trendwende oder nur eine technische Erholung ist, wird die Zeit zeigen, ganz im Sinne Houghans Analyse.