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Coinbase zieht CLARITY Act-Unterstützung zurück: Banken-Lobby im Visier

CEO Brian Armstrong kritisiert "regulatorische Erstickung" durch traditionelle Banken. Die Krypto-Börse befürchtet Wettbewerbsnachteile und eine Verschiebung der Aufsicht hin zur SEC.

Datum

18. Januar 2026

Coinbase zieht CLARITY Act-Unterstützung zurück: Banken-Lobby im Visier

Key Takeaways:

  • Coinbase zieht seine Unterstützung für den CLARITY Act zurück, einen wichtigen Krypto-Marktstrukturgesetzentwurf.
  • CEO Brian Armstrong wirft traditionellen Banken vor, durch Lobbyarbeit regulatorische Vorteile zu erlangen und den Wettbewerb zu ersticken.
  • Kernkonflikte betreffen Stablecoin-Renditen, tokenisierte Aktien, DeFi-Regulierung und die Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC.

Coinbase zieht die Notbremse: Widerruf der Unterstützung

Die Kryptobörse Coinbase hat ihre Unterstützung für die neueste Version des CLARITY Act nur 24 Stunden vor einer entscheidenden parlamentarischen Sitzung („Markup“) zurückgezogen. Dieser Schritt signalisiert tiefgreifende Bedenken innerhalb der Krypto-Branche. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob der Gesetzentwurf die Interessen von Krypto-Unternehmen fair gegenüber denen traditioneller Bankinstitute vertritt.

Coinbase-CEO Brian Armstrong begründete den Rückzug in einem Interview mit FOX Business. Er äußerte deutliche Frustration über die Taktiken der Banken-Lobby.

„Es fühlte sich für mich zutiefst unfair an, dass eine Branche [die Banken] hereinkommt und regulatorische Erstickung betreibt, um ihre Konkurrenz zu verbieten“, so Armstrong.

Armstrongs Kritik: „Regulatorische Erstickung“ durch Banken

Armstrong betonte, dass seine Bedenken von „großen Teilen der Industrie“ geteilt werden. Er sieht sich in der Pflicht, für die Kunden einzustehen, die durch die geplanten Bestimmungen des Gesetzes benachteiligt werden könnten.

  • Wettbewerbsverzerrung: Armstrong kritisiert den vermeintlichen Widerspruch, dass Banken einerseits Krypto-Technologien nutzen, andererseits aber Konkurrenten regulatorisch behindern.
  • Ironische Partnerschaft: Viele der kritisierten Banken seien gleichzeitig kommerzielle Partner von Coinbase und nutzten deren Infrastruktur für Stablecoins und Krypto-Dienstleistungen.
  • Lobby-Doppelmoral: Während die Geschäftsabteilungen kooperieren, versuche die Lobby-Abteilung in Washington, den Wettbewerb „abzuwürgen“.

Die strittigen Punkte im CLARITY Act

Der Gesetzentwurf birgt aus Sicht von Coinbase mehrere kritische Fallstricke, die über die reine Banken-Konkurrenz hinausgehen:

  • Stablecoin-Renditen: Uneinigkeit, ob Stablecoin-Halter Anspruch auf Belohnungszahlungen haben sollen.
  • Tokenisierte Aktien: Das Gesetz könnte den Handel mit tokenisierten Unternehmensanteilen verbieten.
  • DeFi-Einschränkungen: Es werden Befürchtungen laut, dass dezentrale Finanzprotokolle (DeFi) stark eingeschränkt werden.
  • Datenzugriff: Die Regierung könnte erweiterten Zugriff auf Finanzdaten erhalten, was die Privatsphäre gefährdet.
  • Zuständigkeitswechsel: Die Aufsicht könnte von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zur Securities and Exchange Commission (SEC) verschoben werden – eine Behörde, die in der Krypto-Branche für ihre restriktive Haltung bekannt ist.

Ausblick: Gibt es noch eine Einigung?

Trotz der scharfen Kritik zeigt sich Armstrong optimistisch, dass eine Lösung möglich ist. Sein Appell richtet sich an die Gesetzgeber, die grundlegenden Prinzipien zu wahren.

„Ich vermute, wie bei vielen Dingen: Wenn wir die Prinzipienverantwortlichen in einem Raum zusammenbringen, können wir das tatsächlich klären und einen guten Deal machen“, so Armstrong.

Der Rückzug von Coinbase ist ein deutliches Signal an den US-Kongress. Er zeigt, dass ein Krypto-Marktstrukturgesetz, das als einseitig zugunsten der etablierten Finanzwelt wahrgenommen wird, auf massiven Widerstand der Branche stoßen wird. Die Debatte um regulatorische Fairness und technologische Innovation ist damit eröffnet.

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