Elizabeth Warren fordert von Zuckerberg Aufklärung zu
Die US-Senatorin verlangt bis zum 20. Mai detaillierte Informationen über die Pläne des Facebook-Konzerns – ein Test mit USDC-Zahlungen läuft bereits in Kolumbien und auf den Philippinen.
Veröffentlicht
9. Mai 2026

Die US-Senatorin Elizabeth Warren hat Meta-CEO Mark Zuckerberg offiziell aufgefordert, die Pläne des Konzerns zur Integration von Stablecoins offenzulegen. In einem am Mittwoch versandten Schreiben bezeichnete die Demokratin die mangelnde Transparenz des Unternehmens als „zutiefst besorgniserregend" – eine eindringliche Warnung an den Tech-Konzern, erneut in das Geschäft mit digitalen Zahlungsmitteln einzusteigen.
Ein Déjà -Vu für Regulierer
Die Anfrage kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits vor wenigen Wochen hatte Meta damit begonnen, ausgewählten Content-Creatorn in Kolumbien und auf den Philippinen Zahlungen in USDC anzubieten – abgewickelt über die Blockchains Solana und Polygon. Es ist die erste konkrete Rückkehr des Facebook-Konzerns in den digitalen Zahlungsverkehr, seit er 2022 sein eigenes Stablecoin-Projekt Diem (ehemals Libra) nach massivem politischen und regulatorischen Gegenwind aufgegeben hatte.
Warren verlangt nun bis zum 20. Mai detaillierte Auskunft über das, was Meta als „kleinen, fokussierten Test" bezeichnet. Konkret fordert sie Angaben zum geplanten Launch-Datum, zu den beteiligten Drittanbieter-Stablecoins sowie zu den implementierten Datenschutz- und Sicherheitsmaßnahmen.
„Es ist grundlegend, dass Meta transparent gegenüber dem Kongress und der Öffentlichkeit ist, was seine Pläne mit Stablecoins angeht", schrieb Warren in ihrem Brief.
Ein politisch brisanter Zeitpunkt
Die Senatorin, die dem mächtigen Bankenausschuss des Senats angehört, verschärft ihre Kontrolle zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Gesetzgeber um einen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte ringt. Ein zentrales Vorhaben ist der CLARITY Act, der unter anderem klare Regeln für Stablecoins definieren soll. Die Initiative lag monatelang auf Eis, doch hinter den Kulissen zeichnet sich laut Branchenkreisen eine Bewegung ab.
Parallel dazu wird im Kongress über die Frage gestritten, ob Stablecoin-Emittenten ihren Inhabern Renditen (Yield) zahlen dürfen – ein klassischer Konfliktpunkt zwischen der Kryptobranche und dem traditionellen Bankensektor. Die jüngsten Kompromissvorschläge stoßen bei vielen Marktteilnehmern auf Skepsis; ungelöste Interessenkonflikte und ethische Standards bleiben heikel.
Vorsicht statt Euphorie
Warrens Vorstoß ist mehr als eine einzelne Anfrage an einen Konzernchef. Er signalisiert, dass der US-Gesetzgeber keine weiteren „Libra-Momente" erleben will – also Tech-Giganten, die milliardenschwere Finanzprodukte auf den Markt bringen, ohne dass die Aufsicht hinterherkommt. Metas neue Strategie, statt einer eigenen Kryptowährung auf existierende Stablecoins wie USDC zu setzen, mag regulatorisch geschickter sein. Dass die Aufmerksamkeit nun dennoch schlagartig steigt, zeigt: Das Trauma von Libra sitzt tief.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die Entwicklung relevant, weil die MiCA-Verordnung der EU einen ähnlichen Spagat versucht – zwischen Innovationsoffenheit und systemischer Kontrolle. Sollte Meta seine Stablecoin-Pläne ausweiten, dürfte auch die BaFin genau hinschauen, denn die Plattformen des Konzerns sind in Europa mit Millionen Nutzern präsent.