Ex-Bürgermeister Adams' NYC-Token stürzt um 81% ab – 500 Mio. Dollar vernichtet
Der von Eric Adams beworbene Solana-Memecoin erlebte kurz nach dem Launch einen massiven Absturz. On-Chain-Analysten decken extreme Konzentration und Liquiditätsabzüge auf.
Datum
14. Januar 2026

Key Takeaways:
- Der von Eric Adams beworbene NYC-Token auf Solana stürzte innerhalb von 30 Minuten nach dem Launch um über 81% ab.
- Der Papierwert von geschätzten 540-600 Millionen Dollar wurde größtenteils ausgelöscht.
- On-Chain-Analysten fanden extreme Token-Konzentration und verdächtige Liquiditätsabzüge.
- Der Vorfall wirft Fragen zur Regulierung von Promi-Tokens und dem Schutz von Retail-Investoren auf.
Ein spektakulärer Absturz in Rekordzeit
Kaum war er gestartet, war der Hype auch schon vorbei: Der NYC-Token, den der ehemalige New Yorker Bürgermeister Eric Adams am 12. Januar auf Solana lancierte, erlebte einen der schnellsten und heftigsten Crashes der jüngeren Krypto-Geschichte. Innerhalb von nur etwa 30 Minuten fiel der Preis um mehr als 81 Prozent – und vernichtete damit einen geschätzten Papierwert von rund 500 Millionen Dollar.
Adams hatte das Projekt etwa zwölf Tage nach seinem Ausscheiden aus dem Amt bei einer Veranstaltung am Times Square vorgestellt. Er verknüpfte den Token mit dem Kampf gegen Antisemitismus und der Finanzierung von Blockchain-Bildung. Die Promo lief über sein verifiziertes X-Konto, wurde dort aber später von Community Notes mit einer „Rug Pull“-Warnung versehen.
On-Chain-Analyse deckt alarmierende Muster auf
Die schnelle Untersuchung durch On-Chain-Analysten lieferte eine Erklärung für den rasanten Absturz. Laut einem Bericht von Bubblemaps schuf eine mit dem Ersteller (Deployer) verbundene Wallet einen einseitigen Liquiditätspool auf Meteora und zog zum Höchstpreis etwa 2,5 Millionen USDC ab.
Nachdem der Tokenpreis bereits um über 60% gefallen war, wurden etwa 1,5 Millionen USDC zurückgefüllt. In dieser Transaktion blieb eine Lücke von rund 932.000 USDC, die nicht erklärt wurde.
Noch alarmierender war die extreme Verteilung der Token:
- Die Top-5-Wallets hielten etwa 92% des Angebots.
- Die Top-10-Wallets kontrollierten satte 98,73%.
- Eine einzelne Wallet besaß etwa 70% aller Tokens.
Diese extreme Konzentration bedeutete, dass die Preisbildung von einer winzigen Anzahl von Wallets abhing, die in eine dünne Liquidität verkaufen oder diese komplett abziehen konnten.
Retail-Investoren tragen die Verluste
Die Transaktionshistorie zeigt das Ausmaß der Verluste für Kleinanleger. Eine von Solscan verfolgte Wallet tätigte fünf Käufe im Gesamtwert von 745.725 USDC und verkaufte später für nur noch 272.177 USDC – ein Verlust von 473.548 Dollar in weniger als 20 Minuten.
Eric Adams und Krypto: Eine lange Geschichte
Der Vorfall trifft eine öffentliche Person, die ihre politische Marke seit Jahren mit Kryptowährungen verknüpft:
- Anfang 2022 ließ Adams sein erstes Gehalt als Bürgermeister in Krypto umwandeln.
- 2021 hatte er auf X angekündigt, seine ersten drei Gehälter in Bitcoin zu nehmen.
- 2025 erhöhte er seine Sichtbarkeit durch städtische Initiativen, verlor dann aber die demokratische Vorwahl und schied Ende 2025 aus dem Amt.
Das regulatorische Umfeld: Ein Freibrief für Memecoins?
Der NYC-Token startete in einem Marktumfeld, in dem Promi-Tokens bereits wegen Gebührenextraktion und Insider-Zuteilungen unter Beschuss standen. Entscheidend ist die aktuelle regulatorische Haltung in den USA.
Laut einer Mitarbeiterstellungnahme der SEC vom Februar 2025 gelten viele Memecoins nicht als Wertpapiertransaktionen, da sie typischerweise zu Unterhaltungs- oder Sozialzwecken gekauft werden. Die Aufsichtsbehörde warnte jedoch, dass betrügerisches Verhalten weiterhin von anderen Bundes- oder Landesbehörden verfolgt werden kann.
Seit dieser Stellungnahme war die öffentliche Durchsetzung gegen Memecoin-Emittenten begrenzt. Einige Bundesstaaten, darunter New York, erwägen Gesetze, die bestimmte „Rug Pull“-Handlungen basierend auf den Halte- und Verkaufsmustern der Entwickler kriminalisieren würden.
Offene Fragen und das große Bild
Im Fall des NYC-Tokens konzentrieren sich die offenen Fragen auf Kontrolle und Offenlegung:
- Wer finanzierte den Launch?
- Welche Vereinbarungen regelten die Liquiditätsbereitstellung?
- Stimmen die Werbeaussagen mit der on-chain ausgeführten Strategie überein?
Diese Fragen sind besonders brisant, weil der Liquiditätsabzug zum Zeitpunkt der maximalen Nachfrage durch Kleinanleger stattfand. Weder Adams noch das offizielle NYC-Token-Konto haben eine detaillierte Aufstellung der fehlenden 932.000 USDC vorgelegt.
Der Vorfall unterstreicht die Risiken von Aufmerksamkeit getriebenen Launches, die um dieselbe Retail-Liquidität konkurrieren. Während andere politische Tokens wie TRUMP oder MELANIA langsam an Wert verloren, wurde der NYC-Token bei Launch quasi sofort „geruggt“. Für US-Kleinanleger, die in solche Projekte investieren, bleibt oft nur die Erkenntnis, dass Vertrauen in Krypto als „Kraft für das Gute“ durch solche Aktionen schwer zu begründen ist.