Institutionelle Nachfrage treibt Ethereum: 7,4 Millionen ETH in
Öffentliche Unternehmen halten trotz Seitwärtsphase an ihrer Akkumulationsstrategie fest. Gleichzeitig erreicht der Anteil gestakten ETHs mit 32 % ein neues Rekordhoch.
Veröffentlicht
11. April 2026

Der Ethereum-Kurs hat sich nach einem kurzen Ausflug unter die Marke von 2.000 US-Dollar wieder über diesem psychologisch wichtigen Niveau stabilisiert. Hinter den Kulissen vollzieht sich jedoch eine weitaus bedeutendere Entwicklung: Institutionelle Investoren akkumulieren die zweitgrößte Kryptowährung in einem bisher ungekannten Ausmaß.
Öffentliche Unternehmen bauen massive ETH-Reserven auf
Trotz der volatilen und teilweise rückläufigen Preisentwicklung der letzten Monate zeigen sich börsennotierte Unternehmen unbeeindruckt. Laut einer Analyse von Leon Waidmann, Research-Head bei Lisk, haben diese Institutionen innerhalb von zwölf Monaten etwa 7,4 Millionen ETH vom Markt genommen. Diese Menge entspricht rund 6,1 % des gesamten zirkulierenden Angebots.
Die Akkumulation verläuft nicht sporadisch, sondern kontinuierlich. Während die ETH-Treasury-Bestände im Mai 2025 noch nahezu bei Null lagen, belaufen sie sich aktuell auf über 6,5 Millionen ETH. Entscheidend ist dabei die Art der Verwahrung: Die Coins werden nicht auf Handelsbörsen, sondern in firmeneigenen Treasury-Reserven gehalten. Ein Verkauf wäre damit an interne Genehmigungsprozesse, Offenlegungspflichten gegenüber Aktionären und regulatorische Meldungen gebunden. Diese Praxis deutet auf eine strategische, langfristige Allokation hin und entzieht dem Markt fortlaufend Liquidität.
Staking-Anteil erreicht mit 32 % historisches Hoch
Parallel zur institutionellen Nachfrage verzeichnet auch das Staking, also das Hinterlegen von ETH zur Sicherung des Netzwerks, einen historischen Zuwachs. Aktuell sind 40 Millionen ETH in Staking-Verträgen gebunden. Das entspricht 32 % der Gesamtmenge und markiert einen neuen Allzeithochstand. Zum Vergleich: Im Mai 2021 lag dieser Anteil noch bei 16 % (18 Millionen ETH).
Diese Entwicklung hat eine doppelte markttechnische Bedeutung: Zum einen wird das aktiv handelbare Angebot weiter verknappt, da diese ETH nicht für Verkäufe zur Verfügung stehen. Zum anderen zeigt sie ein robustes Vertrauen in die langfristige Funktionsweise des Ethereum-Proof-of-Stake-Netzwerks.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreichen diese Trends die wachsende Reife von Ethereum als Vermögenswert. Die steigende institutionelle Beteiligung könnte langfristig zu einer Stabilisierung beitragen, birgt aber auch die Gefahr einer stärkeren Korrelation mit traditionellen Märkten. Die steuerliche Behandlung von gestakten Erträgen (§ 22 EStG) und die geplante Umsetzung der MiCA-Verordnung bleiben zentrale Beobachtungspunkte für europäische Investoren.