Krypto-ETPs verlieren 454 Mio. USD: Fed-Sorgen drücken Märkte
Nach einem starken Wochenstart zogen Anleger massiv Gelder ab. Bitcoin- und Ethereum-Produkte trafen die größten Abflüsse, während XRP und Solana Zuflüsse verzeichneten.
Datum
14. Januar 2026

Key Takeaways:
- Krypto-ETPs verzeichneten in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von 454 Millionen US-Dollar.
- Die größten Verluste trugen Bitcoin- (ca. -405 Mio. USD) und Ethereum-Produkte (ca. -116 Mio. USD).
- XRP (+46 Mio. USD) und Solana (+33 Mio. USD) konnten trotz des breiten Abwärtstrends Zuflüsse verbuchen.
- Die Abflüsse konzentrierten sich auf US-Produkte, während Märkte in Deutschland, Kanada und der Schweiz Zuflüsse sahen.
Makroökonomische Sorgen lösen Trendwende aus
Die Woche begann für Krypto-Exchange Traded Products (ETPs) noch vielversprechend. In den ersten beiden Handelstagen strömten schätzungsweise 1,5 Milliarden US-Dollar in den Sektor. Diese frühen Gewinne wurden jedoch bis zum Wochenende fast vollständig ausgelöscht.
Der scharfe Umschwung wird direkt auf veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik zurückgeführt. Aktuelle Inflations- und Arbeitsmarktdaten haben die Erwartungen für eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im März deutlich gedämpft. Infolgedessen sank die Risikobereitschaft der Anleger – ein klassischer Negativtreiber für volatile Anlageklassen wie Kryptowährungen.
Bitcoin und Ethereum tragen die Hauptlast
Die Abflüsse trafen nicht alle Assets gleichermaßen. Den Löwenanteil der Abgänge mussten Produkte mit Bitcoin-Exposure hinnehmen, aus denen etwa 405 Millionen US-Dollar abgezogen wurden. Auch Ethereum-Fonds wurden mit Nettoabflüssen von rund 116 Millionen US-Dollar stark getroffen.
Diese Zahlen unterstreichen die Rolle der beiden größten Kryptowährungen als Leitwerte für den gesamten Sektor. Wenn makroökonomische Sorgen aufkommen, reagieren Anleger oft zuerst an diesen zentralen Positionen.
XRP und Solana als Lichtblicke im Altcoin-Segment
Inmitten der breiten Verkäufe gab es jedoch auch Gewinner. Interessanterweise konnten XRP-Produkte Zuflüsse von etwa 46 Millionen US-Dollar verzeichnen. Auch Solana-ETPs blieben mit Nettoeinströmen von rund 33 Millionen US-Dollar attraktiv.
Diese Muster deuten darauf hin, dass einige Anleger die aktuelle Marktphase nutzten, um gezielt in spezifische Altcoins zu investieren, von denen sie sich eine bessere Performance versprechen. Es handelt sich um eine gezielte Kapitalumschichtung innerhalb des Krypto-Universums.
Regionale Unterschiede: USA vs. Europa
Die Abflüsse waren geografisch nicht gleichmäßig verteilt. Der Großteil der Netto-Redemptions, etwa 569 Millionen US-Dollar, entfiel auf in den USA gelistete Krypto-Investmentprodukte.
Im Gegensatz dazu verzeichneten wichtige europäische Märkte sogar Zuflüsse:
- Deutschland: +59 Mio. USD
- Kanada: +25 Mio. USD
- Schweiz: +21 Mio. USD
Diese regionale Aufteilung legt nahe, dass Kapital aus US-amerikanischen Vehikeln abgezogen und teilweise in europäische und kanadische Produkte umgeschichtet wurde, wo die Risikobereitschaft offenbar stabiler blieb.
Gesamtbild bleibt robust trotz Wochenrücksetzer
Trotz der signifikanten wöchentlichen Abflüsse bleibt das Gesamtvolumen beeindruckend. Die gesamten Assets under Management (AUM) globaler Krypto-ETPs liegen weiterhin bei etwa 182 Milliarden US-Dollar.
Diese Zahl macht deutlich, dass es sich bei den jüngsten Bewegungen um eine Korrektur innerhalb eines etablierten und großen Marktes handelt, nicht um einen grundlegenden Trendbruch. Die Sensibilität der Krypto-Flows gegenüber makroökonomischen Signalen ist jedoch unübersehbar.
Ausblick: Alles hängt an der Fed
Die weitere Entwicklung der Fondsein- und -ausflüsse wird in den kommenden Wochen stark von der Kommunikation der US-Notenbank und neuen Wirtschaftsdaten abhängen. Jedes Signal, das die Hoffnung auf Zinssenkungen wiederbeleben oder weiter dämpfen könnte, wird sich wahrscheinlich sofort in den Flow-Zahlen niederschlagen.
Analysten erwarten weiterhin Volatilität, betonen aber auch, dass die anhaltende Nachfrage nach bestimmten Altcoins kurzfristige Rallyes stützen könnte. Für Anleger bleibt es eine Phase erhöhter Aufmerksamkeit.