Krypto-Industrie in Dubai trotz Nahost-Konflikt resilient
Während der regionale Konflikt die traditionelle Wirtschaft trifft, zeigt die virtuelle Struktur der Blockchain-Branche in den VAE erstaunliche Widerstandsfähigkeit.
Veröffentlicht
19. März 2026

Während in Dubais Geschäftsviertel gelegentlich Geräusche von Raketenabwehrsystemen zu hören sind, arbeitet Laia Fernández normal weiter. Die Marketing-Managerin für Kryptoprojekte ist ein Beispiel für die erstaunliche Widerstandsfähigkeit der Blockchain-Branche in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), während der regionale Konflikt in seine dritte Woche geht.
„Der Alltag hat sich nicht dramatisch verändert“, sagt Fernández. Ihre Kunden, wie viele Kryptofirmen in den VAE, operieren global mit cloud-basierter Infrastruktur. Der Handel auf virtuellen Märkten und dezentrale Teams sorgen für wenig Unterbrechung, selbst wenn viele Mitarbeiter von zu Hause oder aus dem Ausland arbeiten.
Fundament der Attraktivität intakt
Trotz mehrerer Angriffe auf Dubai, die den Status des Emirats als sicheren Hafen für Tourismus und Geschäfte getroffen haben, scheint der Fluss von Kryptowährungen einfacher aufrechtzuerhalten zu sein als der von Öl oder Gas. Alex Scott, der in Dubai für die Solana-Blockchain wirbt, ist langfristig optimistisch. „Die Fundamentaldaten, die die VAE für Krypto und Blockchain attraktiv gemacht haben, haben sich nicht geändert“, sagte er gegenüber Reuters.
Die Zahlen scheinen ihm recht zu geben: Bitcoin notierte am Dienstag bei rund 73.949 US-Dollar und damit etwas höher als vor Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar. Thomas Puech, CEO der Handelsfirma INDIGO, sieht keine Anzeichen für Kapitalabflüsse aus den VAE, die mit einer Abwanderung in Verbindung stehen.
Regulatorische Funktionen laufen weiter
Die VAE haben die Kryptobranche in den letzten Jahren massiv gefördert. Dazu gehören Dirham-gedeckte Stablecoins, Blockchain-Dienstleistungen lokaler Banken und On-Chain-Zahlungen für Immobilienprojekte. Investoren mit staatlichem Hintergrund haben zudem Milliardenbeträge in Unternehmen wie Binance und World Liberty Financial investiert.
Laut Gordon Einstein, Gründer von CryptoLaw Partners, laufen die regulatorischen Funktionen in den VAE weiterhin reibungslos. Dubai bleibe im Vergleich zu Europa und Asien die beste Wahl in Bezug auf Regulierung und Zugang zu lokalem Kapital. Allerdings, so Einstein, habe eine große Gruppe von Investoren und Unternehmern die VAE vorübergehend verlassen. Ob und wann sie zurückkehren, hänge davon ab, wie lange der Konflikt andauert. „Dubai lebt von der Idee, dass die Menschen hierher kommen wollen. Das liegt gerade auf Eis.“
Für europäische Anleger, die in über die VAE gelistete Projekte investiert sind, bleibt die Situation beobachtungswürdig. Die steuerliche Behandlung von Erträgen aus solchen Investments unterliegt in Deutschland weiterhin den Regelungen des § 22 EStG, unabhängig vom Firmensitz des Emittenten.