Kryptogewinne versteuern: Die entscheidenden Regeln für deutsche
Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) erklärt, wann Kryptogewinne steuerfrei sind und welche penible Dokumentation das Finanzamt erwartet.
Veröffentlicht
23. April 2026

Wer mit Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen Gewinne erzielt, muss diese in Deutschland unter bestimmten Bedingungen versteuern. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) bringt Klarheit in die komplexe Materie und warnt vor einer häufigen Falle.
Die Ein-Jahres-Frist ist entscheidend
Kauf und Verkauf von Kryptowährungen gelten hierzulande als privates Veräußerungsgeschäft nach § 22 EStG. Die wichtigste Regel: Verkauft ein Anleger seine Coins erst mehr als ein Jahr nach dem Kauf, ist der gesamte Gewinn steuerfrei. Diese Haltefrist ist für langfristig orientierte Investoren der einfachste Weg, Steuern zu vermeiden.
Die tückische Freigrenze von 600 Euro
Verkäufe innerhalb des Jahres unterliegen dagegen der Spekulationsfrist. Hier kommt die Jahresfreigrenze ins Spiel. Sie beträgt nicht, wie oft fälschlich angenommen, 1000 Euro, sondern nur 600 Euro für alle privaten Veräußerungsgeschäfte eines Jahres zusammengerechnet – dazu zählen auch Gewinne aus dem Verkauf von Edelmetallen oder Sammlerstücken.
Die VLH weist auf eine kritische Nuance hin: Wird diese Freigrenze auch nur um einen Euro überschritten, muss der gesamte Gewinn versteuert werden, nicht nur der übersteigende Betrag. Verluste können mit Gewinnen aus demselben Jahr verrechnet werden.
Penible Dokumentation ist unerlässlich
Für das Finanzamt ist eine lückenlose Nachweisführung Pflicht. Anleger müssen jedes Geschäft detailliert dokumentieren. Die VLH nennt die essenziellen Daten:
- Das genaue Datum sowie der jeweilige Kurs bei An- und Verkauf.
- Die Haltedauer, die genaue Anzahl und die Bezeichnung der Kryptowerte (z.B. Bitcoin, BTC).
- Die konkreten Anschaffungskosten und Verkaufserlöse in Euro.
Diese Aufzeichnungen sollten von der ersten Transaktion an geführt werden. Besonders aufmerksam werden Finanzämter, wenn Transaktionen über ausländische Plattformen abgewickelt oder Coins innerhalb einer Wallet umgeschichtet werden.
Für Anleger im DACH-Raum lohnt sich die Investition in eine steueroptimierte Strategie und geeignete Tracking-Software. Die korrekte Dokumentation ist nicht nur bei der Steuererklärung, sondern auch im Falle einer Betriebsprüfung der entscheidende Nachweis.