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Lutnick, Epstein und Tether: Eine gefährliche Vertrauensfrage

Handelsminister Howard Lutnick gerät wegen seiner Verbindungen zu Jeffrey Epstein und seiner Rolle bei der nicht-auditierten Stablecoin Tether unter Druck. Die Glaubwürdigkeitskrise könnte das gesamte Krypto-Ökosystem gefährden.

Datum

13. Februar 2026

Lutnick, Epstein und Tether: Eine gefährliche Vertrauensfrage

Key Takeaways:

  • Handelsminister Howard Lutnick besuchte 2012 Jeffrey Epsteins Privatinsel, was seine früheren Aussagen in Frage stellt.
  • Lutnicks Firma Cantor Fitzgerald hält 5 % an Tether und verwaltet deren Vermögen, ohne dass ein unabhängiges Audit vorliegt.
  • Die fehlende Transparenz bei Tether und Lutnicks Glaubwürdigkeitsproblem könnten eine systemische Gefahr für den Kryptomarkt darstellen.

Eine Geschichte mit zwei Skandalen

Auf den ersten Blick scheinen die Besuche des US-Handelsministers Howard Lutnick auf der Privatinsel des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein und die fehlende externe Prüfung des Stablecoin-Giganten Tether nichts miteinander zu tun zu haben. Doch in der aktuellen Krypto-Abschwungphase sind beide Themen eng miteinander verwoben. Im Kern dreht sich alles um eine einzige Frage: Wie viel Vertrauen kann man Howard Lutnick schenken?

Lutnick hatte stets betont, nach einem als „unheimlich“ empfundenen Besuch in Epsteins Haus im Jahr 2005 jeglichen Kontakt abgebrochen zu haben. Diese Darstellung bröckelt nun massiv.

Widersprüchliche Aussagen zu Epstein

In einer Senatsanhörung diese Woche musste Lutnick zugeben, dass er Epstein 2012 – sieben Jahre nach dem angeblichen Kontaktabbruch – auf dessen karibischer Insel Little St. James getroffen hatte. Er beschrieb es als einstündiges Mittagessen während eines Familienurlaubs.

  • Laut New York Times taucht Lutnicks Name über 250 Mal in den Epstein-Akten auf.
  • Dokumente belegen weitere Treffen, etwa für Drinks im Jahr 2011.
  • Die Atlantic resümiert: Lutnicks Geschichte ergibt „keinen Sinn“. Man könne nicht behaupten, nach 2005 nichts mehr mit Epstein zu tun gehabt zu haben, und dann einen Inselbesuch 2012 zugeben, erst nachdem Dokumente auftauchen.

Diese Glaubwürdigkeitslücke ist der Dreh- und Angelpunkt. Sie führt direkt zu den kritischen Fragen, die Lutnick in derselben Anhörung zu Kryptowährungen gestellt wurden.

Die ungeprüfte Milliarden-Verbindung: Tether

Lutnick wurde zu Tether befragt, weil seine Firma Cantor Fitzgerald eine 5%ige Beteiligung an dem Unternehmen hält und auch dessen Vermögensverwalter ist. Auf die Forderung nach einem Audit antwortete Lutnick:

„Im Allgemeinen stimme ich Ihnen absolut zu, Tether sollte auditiert werden. Ich habe nichts damit zu tun, aber ich stimme Ihnen zu, dass Tether auditiert werden sollte.“

Diese Aussage ist bemerkenswert, denn das Vertrauen in Tether hängt maßgeblich von der Lutnick-Familie ab. Zwar hat Lutnick seine Anteile angeblich abgestoßen, doch sein 27-jähriger Sohn Brandon leitet nun Cantor Fitzgerald und behauptete im Mai 2025, er habe Tethers Reserven persönlich überprüft.

  • Ein unabhängiges Audit der Bücher existiert nicht.
  • Der Stablecoin mit einem Volumen von über 120 Milliarden Dollar stützt sich somit auf private Zusicherungen.

Warum Tether systemrelevant ist

Tether ist das Schmiermittel der Krypto-Ökonomie. Seine Nützlichkeit als Stablecoin beruht ausschließlich auf dem Glauben, dass jeder USDT tatsächlich durch reale Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen gedeckt ist.

  • Sollte sich herausstellen, dass die Deckung nicht existiert und Tether abwertet („depegt“), könnte das Vertrauen in das gesamte System zusammenbrechen.
  • Stablecoins werden genutzt, um Kryptowährungen wie Bitcoin in Fiat-Geld umzutauschen. Sie sind der Dollar-Ersatz im System.

Senatorin Elizabeth Warren warnte bereits vor Lutnicks Nominierung vor diesem Interessenkonflikt: „Man kann nicht gleichzeitig Fürsprecher für Tether sein und unparteiisch die Mission des Handelsministeriums erfüllen.“

Eine perfekte Krise für den Kryptomarkt

Der Zeitpunkt dieser Enthüllungen könnte kaum ungünstiger sein. Der Kryptomarkt taumelt am Rande des Abgrunds.

  • Bitcoin hat seit seinem Allzeithoch im Oktober etwa 50 % an Wert verloren.
  • Viele Trader erwarten weitere Verluste, bei Altcoins sind die Einbrüche oft noch heftiger.

Ein Vertrauensverlust in Tether könnte diesen Preisverfall in eine unkontrollierbare Abwärtsspirale verwandeln. Die Stabilität des gesamten Marktes hängt an der Glaubwürdigkeit derjenigen, die für Tether bürgen – und einer davon ist Howard Lutnick.

Fazit: Vertrauen ist die härteste Währung

Die Parallelen sind offensichtlich: Bei Epstein wie bei Tether geht es um Transparenz und Vertrauen. Lutnicks sich wandelnde Geschichte zu seinen Epstein-Kontakten untergräbt seine Glaubwürdigkeit in einer Position, in der Klarheit entscheidend ist.

Seine Verbindung zu Tether, einem nicht-auditierten Milliardenkonstrukt, macht ihn zu einer potenziellen systemischen Risikofigur. In einer Zeit, in der der Kryptomarkt nach Stabilität und regulatorischer Sicherheit lechzt, sind Lutnicks doppelte Glaubwürdigkeitskrisen mehr als nur politischer Klatsch. Sie sind eine fundamentale Bedrohung für das Vertrauen, auf dem die digitale Asset-Industrie aufbaut.

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