MrBeast-Mitarbeiter nach Insider-Trading-Vorwürfen suspendiert
Ein Video-Editor von Beast Industries wurde von der Plattform Kalshi mit einer Geldstrafe und einem Handelsverbot belegt. Das Unternehmen reagiert mit einer Suspendierung und sieht sich in einer regulatorischen Grauzone.
Datum
27. Februar 2026

Key Takeaways:
- Beast Industries hat einen Video-Editor suspendiert, nachdem die Predictions-Market-Plattform Kalshi ihn des Insider-Tradings überführt hatte.
- Kalshi verhängte eine 20.000-Dollar-Strafe und ein zweijähriges Handelsverbot gegen den Mitarbeiter.
- Der betroffene Mitarbeiter soll über X Spenden für seine Verteidigung gesammelt haben und beklagt, zum „Abschreckungsbeispiel“ in einem unklaren regulatorischen Umfeld gemacht worden zu sein.
- CEO Jeff Housenbold bezeichnete Predictions Markets als „reif für Missbrauch“ und forderte mehr Selbstregulierung.
MrBeast-Mitarbeiter nutzt Insider-Wissen für „perfektes Trading“
Die Firma hinter YouTube-Superstar MrBeast, Beast Industries, hat einen Mitarbeiter suspendiert. Grund sind Vorwürfe des Insider-Tradings auf der Plattform Kalshi. CEO Jeff Housenbold bestätigte die Maßnahme am Donnerstag gegenüber CNBC.
Der betroffene Video-Editor, Artem Kaptur, hatte laut Kalshi sein Vorwissen über den Inhalt kommender MrBeast-Videos genutzt, um auf der Plattform zu wetten. Kalshi sprach von einem „nahezu perfekten Trading“ und verhängte Konsequenzen:
- Eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 US-Dollar
- Ein zweijähriges Handelsverbot auf der Plattform
Kaptur soll insgesamt 4.000 Dollar auf Märkte gesetzt haben, die sich auf die Videos bezogen.
Beast Industries reagiert mit Null-Toleranz-Politik
Housenbold betonte, das Unternehmen gehe proaktiv mit den Risiken um, die Predictions Markets mit sich bringen. Bereits vor Monaten habe er interne Richtlinien eingeführt, die Mitarbeitern und Teilnehmern der Reality-Shows des Unternehmens klar machten: „Wir wollen nicht, dass jemand mit Informationen handelt.“
Ein Sprecher von Beast Industries verwies auf eine frühere Stellungnahme: Das Unternehmen habe „keine Toleranz für dieses Verhalten“. Man wolle sich aktuell nicht weiter zu den Ermittlungsergebnissen von Kalshi oder der Suspendierung äußern.
Betroffener Mitarbeiter sammelt Spenden und kritisiert Kalshi
In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf X meldete sich eine Person zu Wort, die sich als Artem Kaptur ausgab. Sie gestand Fehler ein, bezeichnete ihr Handeln als „dumm, kurzsichtig und einen Vertrauensbruch“, kritisierte aber die Härte der Strafe.
Die Kernpunkte der Rechtfertigung:
- Die Konsequenzen seien überzogen für eine „kleine Wette“.
- Man habe seinen Job und seine Karriere verloren.
- Kalshi befinde sich selbst noch in einer Phase, in der die Regeln erst geschrieben würden.
- Man werde zum „Abschreckungsbeispiel“ in einem unklaren regulatorischen Umfeld gemacht.
Der Account bat anschließend um finanzielle Unterstützung für eine angebliche Verteidigung, nachdem Nutzer angeboten hatten, Kryptowährungen zu senden.
Regulatorischer Druck auf Predictions Markets wächst
Kalshi hat den Fall an die US-Börsenaufsicht CFTC weitergeleitet. Diese beansprucht die alleinige Aufsicht über Predictions Markets für sich. Parallel dazu ermittelt Kalshi auch gegen einen Kandidaten für das Gouverneursamt in Kalifornien, der Wetten auf seinen eigenen Wahlausgang platziert haben soll.
Die Debatte über die Regulierung solcher Märkte ist im vollen Gange:
- Experten argumentieren, dass offene Märkte die genauesten Vorhersagen liefern.
- Kritiker und Gesetzgeber sehen die Fairness und das Vertrauen in die Märkte durch Insider-Trading untergraben.
Mehrere Bundesstaaten wie Nevada und Massachusetts haben bereits Klagen gegen Kalshi angestrengt.
CEO warnt vor systemischen Risiken
Jeff Housenbold sieht dringenden Handlungsbedarf. In seinem CNBC-Interview sagte er: „Es ist reif für Missbrauch. Da draußen gibt es so viele Informationen, und sie sind asymmetrisch verteilt. Die Leute nutzen das aus.“
Seine Forderung: Predictions Markets müssten sich selbst regulieren, doch auch die Bundesstaaten könnten eine Rolle spielen müssen. Der Fall des eigenen Mitarbeiters unterstreicht die Dringlichkeit dieser Diskussion und zeigt, wie reale Ereignisse aus der Unterhaltungsbranche zu handelbaren Assets in einer neuen Finanzwelt werden.
„Es ist reif für Missbrauch. Da draußen gibt es so viele Informationen, und sie sind asymmetrisch verteilt. Die Leute nutzen das aus.“ – Jeff Housenbold, CEO Beast Industries