Nakamoto-Aktie stürzt nach Reverse Stock Split ab
Der Bitcoin-Treasury-Anbieter kämpft um das Nasdaq-Listing. Der Aktienkurs ist seit dem Hoch 2025 um über 99 Prozent gefallen – und auch die Branche steht unter Druck.
Veröffentlicht
28. Mai 2026

Die Aktie des Bitcoin-Treasury-Unternehmens Nakamoto (NAKA) ist am Mittwoch um weitere zehn Prozent gefallen. Der Kursrutsch folgt auf eine Kapitalmaßnahme, die das Unternehmen vor der Dekotierung an der Nasdaq bewahren sollte: ein Reverse Stock Split im Verhältnis 1:40. Der Aktienkurs liegt nun rund 67 Prozent unter dem Jahresultimo und mehr als 99 Prozent unter dem Rekordhoch von etwa 34 Dollar im Mai 2025. Zwischenzeitlich war NAKA im April auf knapp 0,16 Dollar gefallen.
Die Nasdaq hatte Nakamoto bereits im Dezember 2023 verwarnt, dass die Aktie von einem Delisting bedroht sei, nachdem sie mehr als 30 Handelstage unter der Mindestgrenze von einem Dollar notiert hatte. Mit dem Reverse Split reduzierte das Unternehmen die Zahl der ausstehenden Aktien von rund 696 Millionen auf etwa 17,4 Millionen – eine rein kosmetische Korrektur, die weder an der Marktkapitalisierung noch an den Fundamentaldaten etwas ändert.
Bitcoin-Treasuries unter Druck
Nakamoto hält eigenen Angaben zufolge 5.058 Bitcoin und rangiert damit auf Platz 20 der größten börsennotierten BTC-Treasury-Gesellschaften. Der Kursverfall des Unternehmens ist jedoch kein Einzelfall. Der gesamte Sektor der Bitcoin-Treasury-Firmen befindet sich seit 2025 in einer breiten Korrektur. Branchenprimus Strategy (MSTR) notiert mit einem Plus von rund 2,5 Prozent im laufenden Jahr vergleichsweise stabil bei etwa 155 Dollar. Twenty-One Capital (XXI), der zweitgrößte börsennotierte BTC-Treasury mit 43.514 Bitcoin, büßte dagegen 17 Prozent ein und notiert bei rund 7,26 Dollar. Strive Asset Management (ASST) legte um über 20 Prozent auf rund 17,72 Dollar zu.
„2026 wird es eine brutale Bereinigung geben. In jeder großen Anlageklasse werden nur ein oder zwei Akteure dominieren. Alle anderen werden übernommen oder bleiben zurück“, prognostizierten Analysten von Pantera Capital bereits im Januar.
Konsolidierung als Branchentrend
Die Risikokapitalgesellschaft rechnet für das laufende Jahr mit einer verstärkten Konsolidierung im Krypto-Treasury-Sektor. Größere Unternehmen würden kleinere Wettbewerber schlucken – ein Szenario, das auch für Nakamoto relevant werden könnte. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal trotz eines sechsfachen Umsatzanstiegs einen Nettoverlust von 238 Millionen Dollar ausgewiesen.
Für Anleger im DACH-Raum bleibt die steuerliche Behandlung von Bitcoin-Treasury-Aktien relevant: Gewinne aus der Veräußerung solcher Papiere unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer, wenn sie über eine inländische Verwahrstelle gehalten werden – unabhängig von der Performance des Basiswerts Bitcoin.