OKX Card: Stabilecoin-Ausgaben in Europa legen deutlich zu
30 Prozent der deutschen Transaktionen entfallen auf E-Commerce. Die Karte der Krypto-Börse OKX verzeichnet im ersten Monat hohe Akzeptanz im Europäischen Wirtschaftsraum.
Veröffentlicht
7. Mai 2026

Die Krypto-Börse OKX vermeldet positive Entwicklung für ihre hauseigene Debitkarte im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Nach nur einem Monat Livedaten zeigt sich: Die Karte wird vor allem für den täglichen Bedarf genutzt – Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte machen 26 Prozent aller Transaktionen aus, dicht gefolgt von Fast-Food-Ketten und Reiseausgaben. Die Transaktionen sind dabei oft klein: Rund die Hälfte aller Zahlungen im Jahr 2025 lag unter zehn Euro.
Länderspezifische Unterschiede
Interessant ist der Blick auf die regionalen Unterschiede. Während in Polen neun Prozent der Ausgaben auf Kraftstoff entfielen, zeigt sich in Deutschland ein klares Muster: 30 Prozent aller Zahlungen gingen an E-Commerce-Anbieter. Das deutet darauf hin, dass die Karte hier nicht nur als Zahlungsmittel für den Alltag, sondern auch für Online-Einkäufe genutzt wird – ein Segment, das für Stablecoins bislang nur begrenzt erschlossen war.
„Die Möglichkeit, frei Zahlungen zu tätigen, ist ein Kern der Krypto-Vision. Für den Durchschnittsnutzer ist das jedoch technisch anspruchsvoll. Mit der OKX Card können unsere Nutzer diese Vision sicher im echten Leben umsetzen – und behalten die volle Kontrolle über ihre Assets“, so Erald Ghoos, CEO von OKX Europe.
Strategische Positionierung im regulierten Umfeld
Für OKX ist die Karte mehr als ein Add-on: Sie eröffnet der Börse einen direkten Zugang zum europäischen Retail-Markt, der durch Regulierung wie MiCA zunehmend an Reife gewinnt. Der Verzicht auf Transaktionsgebühren für Early Adopters hat die Akzeptanz beschleunigt. Branchenbeobachter rechnen mit weiter steigender Nutzung, sobald die Infrastruktur – etwa POS-Terminals und Wallet-Integrationen – weiter ausgebaut wird.
Doch die Entwicklung hat auch eine strategische Dimension. Stablecoins wandeln sich von reinen Trading-Werkzeugen zu ernsthaften Zahlungsinfrastrukturen. Ein Partner von a16z crypto schlug kürzlich vor, den Begriff Stablecoins ganz fallen zu lassen und stattdessen von digitaler Zahlungsinfrastruktur zu sprechen – als Abgrenzung zu volatilen Assets wie Bitcoin oder Ethereum. In Europa sind mehrere Banken bereits dabei, mit Stablecoin-Forschung die Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen zu senken.
Für Anleger und Nutzer im deutschsprachigen Raum bleibt die Entwicklung relevant: Trifft MiCA auf eine wachsende Akzeptanz wie bei der OKX Card, könnten Stablecoins im Alltag schneller Fuss fassen, als viele erwarten. Die steuerliche Einordnung solcher Zahlungen – etwa die Jahresfreigrenze nach § 23 EStG für private Veräusserungsgeschäfte – wird dabei zur Gretchenfrage.