Ripples CTO dementiert XRP-Verschwörungstheorien: „Kein
David Schwartz räumt mit Spekulationen über verdeckte Regierungsprojekte auf – und warnt Anleger vor riskanten Hoffnungen auf „große Geheimnisse“.
Veröffentlicht
25. April 2026

In der XRP-Community halten sich hartnäckig Gerüchte, dass hinter dem Krypto-Asset mehr steckt als nur ein privates Zahlungsnetzwerk. Mal ist von einem geheimen Regierungsplan die Rede, mal von undurchsichtigen Zentralbank-Deals. David Schwartz, ehemaliger CTO von Ripple und einer der Architekten des XRP Ledger, hat diesen Spekulationen nun eine klare Absage erteilt.
In einem Live-Audio auf X betonte Schwartz, er habe gute Einblicke in die Arbeit bei Ripple und teilweise auch in die XRPL Foundation. Von einer versteckten Agenda sei ihm nichts bekannt. „Es gibt keine Verschwörung, es gibt keinen Geheimplan“, sagte er wörtlich. „Es gibt keine große Sache der Regierung in Bezug auf XRP. Nicht, dass ich wüsste.“
NDAs sind Standard, keine Sensation
Viele Anhänger von XRP stützen ihre Theorien auf die zahlreichen Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs), die Ripple mit Partnern abschließt. Schwartz räumte ein, dass es viele NDAs gebe – betonte jedoch, dass es sich um branchenübliche Praxis handle. „Die meisten dieser Geheimnisse sind nichts Weltbewegendes“, so Schwartz. „Meistens ist das, was man sieht, auch das, was man bekommt.“ Gerüchte aus inoffiziellen Quellen seien entweder falsch oder würden kurz darauf ohnehin öffentlich.
„Wenn Ihre Beteiligung oder Investition auf dem Glauben an ein großes Geheimnis beruht, liegen Sie vermutlich falsch.“
Schwartz warnte Anleger eindringlich davor, ihre Entscheidungen von Verschwörungstheorien abhängig zu machen. Die Behauptung, dass bald massive Regierungsbewegungen oder bahnbrechende Durchbrüche bevorstünden, sei fast immer irrig. „Wer darauf setzt, betreibt Selbsttäuschung“, sagte er.
Nüchterne Realität neben der Hype-Blase
Wenige Krypto-Assets sind so stark von Spekulation getrieben wie XRP. Seit Jahren ranken sich Narrative um eine angebliche Übernahme des globalen Finanzsystems. Ganz aus der Luft gegriffen sind diese Ideen freilich nicht: Ripple arbeitet tatsächlich eng mit großen Banken, Zahlungsnetzwerken und Zentralbanken zusammen – darunter die Deutsche Bank, Mastercard, die Société Générale und die Notenbanken von Bhutan, Palau und Georgien.
Besondere Nahrung erhielt die Spekulation, als US-Präsident Donald Trump kurz nach seiner Amtseinführung ankündigte, XRP in eine nationale Krypto-Reserve aufzunehmen – neben Bitcoin, Ethereum, Solana und Cardano. Letztlich landete jedoch nur Bitcoin in der strategischen Reserve; die Altcoins wurden in einen Bestand überführt, der lediglich gehalten, nicht aktiv aufgestockt wird. Der endgültige Trump-Deal fiel also deutlich verhaltener aus, als die Community erhofft hatte.
Einordnung aus DACH-Perspektive
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt die steuerliche Einordnung von XRP-Investments relevant. Solange die Spekulation um angebliche Geheimpläne die Kursfantasie treibt, ist Vorsicht geboten: Wer auf vermeintlich sichere „Enthüllungen“ setzt, riskiert nicht nur herbe Enttäuschungen, sondern im Zweifel auch eine Fehleinschätzung der steuerlichen Haltefristen – insbesondere, wenn kurzfristige Kursausschläge zu ungeplanten Verkäufen führen. Die jüngsten Aussagen von Schwartz sind daher nicht nur eine journalistische Richtigstellung, sondern auch eine finanzielle Warnung.