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Strategy: Vom Software-Unternehmen zum größten Bitcoin-Schatzhaus

Wie das Unternehmen unter Michael Saylor mit einer aggressiven Bitcoin-Strategie zum Vorreiter der institutionellen Adoption wurde – und welche Risiken das Billionen-Dollar-Spiel birgt.

Datum

21. Februar 2026

Strategy: Vom Software-Unternehmen zum größten Bitcoin-Schatzhaus

Key Takeaways:

  • Das Unternehmen Strategy (ehemals MicroStrategy) hat sich von einem Software-Anbieter zur weltweit größten Bitcoin-Treasury-Gesellschaft gewandelt.
  • Unter Michael Saylor kauft das Unternehmen seit 2020 aggressiv Bitcoin, finanziert durch milliardenschwere Schuldenemissionen (Convertible Notes).
  • Kritiker warnen vor einem Teufelskreis aus fallenden Aktienkursen und gezwungenen Bitcoin-Verkäufen, sollte der Kurs stark einbrechen.
  • Strategy hält über 717.000 Bitcoin (Stand Februar 2026) und strebt eine Entwicklung zu einer "Bitcoin-Bank" mit Billionen-Dollar-Bewertung an.

Vom Software-Pionier zum Bitcoin-Vorreiter

Heute ist Strategy eine der wichtigsten Institutionen im Kryptobereich. Doch die Reise begann 1989 unter dem Namen MicroStrategy als Anbieter von Business-Intelligence-Software. Nach einem Börsengang 1998 und einer SEC-Vergleichsvereinbarung wegen überhöhter Umsatzangaben im Jahr 2000 dümpelte die Aktie (MSTR) zwei Jahrzehnte lang vor sich hin.

Der Wendepunkt kam 2020. Das Unternehmen, damals noch MicroStrategy, gab bekannt, Bitcoin als primäres Reservevermögen zu nutzen. Aus Sorge vor der Abwertung des US-Dollars durch Inflation tätigte es den ersten Kauf von 250 Millionen US-Dollar. Anfang 2025 folgte der radikale Rebrand: Aus MicroStrategy wurde einfach Strategy – ein klares Signal für den neuen Fokus.

Die Bitcoin-Treasury-Strategie: Ein Perpetuum Mobile?

Seit dem ersten Kauf hat Strategy eine einzigartige und aggressive Akquisitionsstrategie verfolgt. Kernstück ist die Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe durch die Ausgabe von Convertible Notes. Dabei handelt es sich um wandelbare Anleihen, die Investoren später in Strategy-Aktien tauschen können. Das aufgenommene Fremdkapital fließt direkt in den Kauf von Bitcoin.

  • Diese Taktik wurde zum Vorbild für andere börsennotierte Unternehmen wie Marathon Digital (MARA) und Riot Platforms.
  • Michael Saylor vergleicht das Vorgehen mit der Entwicklung von Manhattan-Immobilien: Steigt der Wert, wird neues Fremdkapital aufgenommen, um weiter zu investieren.
  • Das Unternehmen signalisierte 2024, bis zu 42 Milliarden US-Dollar aufnehmen zu wollen, um seinen Bitcoin-Bestand auszubauen.

Um noch mehr Kapital zu beschaffen, hat Strategy ein ganzes Ökosystem aus verschiedenen Vorzugsaktien geschaffen:

  • Strike (STRK)
  • Stretch (STRC)
  • Stride (STRD)
  • Strife (STRF)
  • Stream (STRE)

Jedes Produkt richtet sich an unterschiedliche Investorentypen mit verschiedenen Risikoprofilen. Heute bezeichnet sich Strategy selbst als "weltweit erste und größte Bitcoin-Treasury-Gesellschaft".

Michael Saylor: Der bekehrte Bitcoin-Evangelist

Ironischerweise war Michael Saylor nicht immer ein Bitcoin-Befürworter. 2013 tweetete er noch, die "Tage von Bitcoin seien gezählt" und verglich es mit Online-Glücksspiel. Heute ist er einer der lautesten und philosophischsten Verfechter des digitalen Goldes.

Seine Kehrtwende ist komplett. Saylor bezeichnet Bitcoin inzwischen als den besten langfristigen Vermögenswert und hat sich dem Prinzip "Buying the top forever" verschrieben – dem konsequenten Kauf auch zu Höchstpreisen. Sein Kursziel für Bitcoin liegt bei 13 Millionen US-Dollar innerhalb der nächsten 21 Jahre.

Die Schattenseiten: Risiken und Kritik an der Strategie

Die aggressive, schuldenfinanzierte Strategie steht unter scharfer Beobachtung von Analysten. Das Hauptrisiko: Der sogenannte mNAV (Multiple zum Net Asset Value).

Dieser Premium, zu dem die Strategy-Aktie gegenüber dem Wert ihrer Bitcoin-Bestände gehandelt wird, war lange hoch. Doch als der Bitcoin-Kurs 2025/2026 fiel, brach auch der MSTR-Kurs um etwa 70% ein. Der mNAV fiel unter 1 – die Marktkapitalisierung lag plötzlich unter dem Wert der gehaltenen Bitcoin.

Die Befürchtung der Kritiker:

  • Fällt der Aktienkurs zu stark, könnte Strategy gezwungen sein, Bitcoin zu verkaufen, um Milliarden an wandelbaren Anleihen zurückzuzahlen.
  • Ein solcher Verkaufsdruck könnte den Bitcoin-Preis weiter drücken und einen Abwärtszyklus auslösen, der die gesamte "Perpetual-Motion-Maschine" zum Stillstand bringt.

Strategy hat auf diese Risiken reagiert. Das Unternehmen hat eine Cash-Reserve von über 2,5 Milliarden US-Dollar aufgebaut, um Schulden und Dividenden für mehr als 2,5 Jahre abdecken zu können. Saylor betont, man könne die Schulden auch bei einem Bitcoin-Kurs von 8.000 US-Dollar bedienen und würde notfalls die Verbindlichkeiten einfach refinanzieren.

Die Zukunft: Eine Bitcoin-Bank mit Billionen-Vision

Trotz der Rückschläge und Paper Losses von über 6,5 Milliarden US-Dollar (Stand Februar 2026) hält Strategy unbeirrt an seinem Kurs fest. Mit 717.131 Bitcoin (Wert: ~48 Mrd. USD) ist es der unangefochtene Spitzenreiter unter den börsennotierten Unternehmen.

Michael Saylors Vision geht jedoch weit über das reine Horten hinaus. Er sieht Strategy als künftige "Bitcoin-Bank" mit einer Billionen-Dollar-Bewertung. Das Unternehmen soll Kapitalmarktinstrumente entwickeln und anbieten, die an Bitcoin geknüpft sind.

Darüber hinaus versucht Saylor, seinen Playbook auch anderen Konzernen schmackhaft zu machen. Er riet sogar dem Microsoft-Vorstand, durch die Adoption von Bitcoin 5 Billionen US-Dollar an Wert zu schaffen – die Aktionäre lehnten den Vorschlag jedoch ab.

Die Geschichte von Strategy ist ein Lehrstück über radikale Pivot-Strategien, unerschütterlichen Glauben und finanzielle Hebelwirkung im Krypto-Zeitalter. Ob sie als genialer Masterplan oder als riskantes Schuldenkarussell in die Geschichte eingehen wird, wird letztlich der Bitcoin-Preis der kommenden Jahre entscheiden.

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