US-Finanzministerium verhängt neue Iran-Sanktionen gegen
OFAC sanktioniert Nobitex und drei weitere Plattformen wegen Vorwürfen der Sanktionsumgehung – auch Binance gerät ins Visier des US-Senats.
Veröffentlicht
3. Juni 2026

Das US-Finanzministerium hat seine Sanktionspolitik gegenüber dem Iran auf den Kryptosektor ausgeweitet. Am Dienstag gab das Office of Foreign Assets Control (OFAC) die Sanktionierung von Nobitex bekannt, der als größte digitale Vermögensbörse des Irans gilt. Hinzu kamen drei weitere iranische Handelsplattformen. Die Maßnahmen sind Teil der Initiative "Economic Fury", mit der die Trump-Administration den wirtschaftlichen Druck auf das Regime in Teheran erhöhen will.
Vorwürfe: Milliardenhilfe für den iranischen Staat
Laut OFAC soll Nobitex 2025 mehr als die Hälfte aller iranischen Zuflüsse an digitalen Vermögenswerten abgewickelt haben. Das Finanzministerium wirft der Plattform vor, sie habe nicht nur Transaktionen für Terrororganisationen und die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ermöglicht, sondern auch der Zentralbank des Iran geholfen, "Hunderte Millionen Dollar" in Stablecoins zu beschaffen. Damit habe Nobitex dazu beigetragen, den abstürzenden Rial zu stützen.
"Die iranische Wirtschaft befindet sich im freien Fall, dennoch versucht das Regime, digitale Vermögenswerte für seinen korrupten Zweck zu instrumentalisieren" – US-Finanzminister Scott Bessent
Bessent kündigte an, die Behörden würden den Geldströmen "nicht nur im traditionellen Bankensystem, sondern auch durch digitale Assets" folgen, um die Entwicklung von Atomwaffen durch den Iran zu verhindern.
Binance unter Beschuss
Parallel zu den OFAC-Maßnahmen gerät auch die weltgrößte Kryptobörse Binance zunehmend unter Druck. In einem Schreiben vom 24. Februar warf Senator Richard Blumenthal Binance-Co-CEO Richard Teng vor, das Unternehmen habe "massive Verstöße" gegen Iran-Sanktionen ermöglicht. Der Senator berief sich auf Berichte, wonach über Binance rund 1,7 Milliarden Dollar an Transfers in Verbindung mit dem Iran abgewickelt worden sein sollen – das Unternehmen habe dabei Warnungen ignoriert.
Binance wies die Vorwürfe noch vor der offiziellen Anfrage zurück. In einer Erklärung vom 22. Februar hieß es, eine interne Prüfung habe "keine Hinweise auf Verstöße gegen geltende Sanktionsgesetze" ergeben.
Relevanz für den DACH-Raum
Die US-Sanktionen dürften auch europäische Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen. Mit der MiCA-Verordnung hat die EU bereits einen Rahmen geschaffen, der Krypto-Dienstleister zu strengen Compliance-Maßnahmen verpflichtet. Deutsche und österreichische Anleger sollten beachten: Werden Plattformen wie Binance künftig in der EU strenger reguliert oder sogar mit Sanktionen belegt, könnte dies den Zugang zu bestimmten Handelspaaren beeinträchtigen. Zudem bleibt die steuerliche Einordnung solcher Entwicklungen relevant – etwa wenn Gewinne aus Geschäften mit sanktionierten Adressen später von Finanzämtern hinterfragt werden.