US-Treasury drängt auf schnelle Crypto-Regulierung
Finanzminister Bessent fordert den Kongress auf, den Clarity Act noch im Frühjahr zu verabschieden, um für Klarheit an den Märkten zu sorgen. Doch Widerstände bei Stablecoin-Regeln drohen den Zeitplan zu kippen.
Datum
16. Februar 2026

Key Takeaways:
- US-Finanzminister Scott Bessent fordert den Kongress auf, den Clarity Act noch in diesem Frühjahr zu verabschieden.
- Ziel ist es, durch klare Regeln die Volatilität zu reduzieren und das Vertrauen in Krypto-Märkte wiederherzustellen.
- Der größte Streitpunkt sind Ertragsprogramme für Stablecoins, die von Banken streng limitiert werden sollen.
- Der Rückzug der Unterstützung durch Coinbase hat die politische Dynamik verändert und die Verhandlungen erschwert.
Bessent drängt auf Tempo bei der Regulierung
US-Finanzminister Scott Bessent hat sich in einem CNBC-Interview deutlich für ein schnelles Handeln des Kongresses ausgesprochen. Sein Appell: Das Clarity Act-Gesetzespaket sollte noch in diesem Frühjahr verabschiedet werden, um Investoren und Unternehmen endlich Rechtssicherheit zu geben.
Bessent argumentiert, dass klare Regeln die jüngsten heftigen Kursschwankungen an den Krypto-Märkten beruhigen und das verlorene Vertrauen zurückgewinnen könnten. Einige Gesetzgeber sehen sogar die Unterzeichnung durch Präsident Donald Trump noch vor der Sommerpause als realistisches Ziel.
Widerstand im Kongress und gespaltene Ausschüsse
Der Weg dorthin ist jedoch steinig. Der Gesetzentwurf hat die Führung der zuständigen Kongressausschüsse gespalten:
- Der Senat-Agrarausschuss hat Teile des Marktstruktur-Plans vorangetrieben.
- Der Senat-Bankausschuss hingegen stoppte seine geplante Abstimmung nach massivem Widerstand gegen Formulierungen, die Erträge aus Stablecoins begrenzen würden.
Diese Spaltung hat dazu geführt, dass wichtige Akteure der Branche ihre Unterstützung zurückgezogen haben – allen voran Coinbase. Dieser Schritt hat die politische Rechnung verändert und Wellen an den Aktien- und Kryptomärkten ausgelöst.
Der große Streitpunkt: Stablecoin-Yields
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob und wie Zinsen und Belohnungsprogramme für Stablecoins reguliert werden sollen. Hier prallen zwei Welten aufeinander:
- Traditionelle Banken fordern strikte Limits, um einen Abfluss von Kundeneinlagen in Krypto-Plattformen zu verhindern.
- Krypto-Börsen und -Dienstleister argumentieren, dass solche Programme Nutzern zugutekommen und ein Verbot Wettbewerb sowie Innovation ersticken würde.
Weiße-Haus-Berater, darunter Patrick Witt, haben bereits Gespräche mit Vertretern beider Seiten geführt, um eine Brücke zu schlagen – bisher jedoch ohne Durchbruch.
Ausblick: Balanceakt zwischen Schutz und Freiheit
Die Gesetzgeber stehen vor einem schwierigen Balanceakt. Sie müssen Verbraucherschutz, systemische Risiken für das Finanzsystem und kommerzielle Freiheiten der Krypto-Branche unter einen Hut bringen.
Kritiker warnen davor, dass ein überhasteter Prozess zu Regelungen führen könnte, die legitime Dienstleistungen behindern.
Die finale Version des Clarity Act könnte sich daher deutlich von den derzeit diskutierten Entwürfen unterscheiden. Für die Märkte bleibt die Unsicherheit vorerst ein bestimmender Faktor, wie die jüngste Volatilität von Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten zeigt. Einige Händler sehen in einem klaren US-Rahmenwerk ein stabilisierendes Signal, andere fürchten um ihre Geschäftsmodelle.