USA sanktionieren Krypto-Netzwerk zur Finanzierung Nordkoreas
Das US-Finanzministerium hat sechs Personen und zwei Firmen mit Sanktionen belegt. Sie sollen IT-Arbeiter für US-Firmen vermittelt und Millionenerträge in Kryptowährungen für Nordkoreas Atomprogramm gewaschen haben.
Datum
13. März 2026

Key Takeaways:
- Das US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen sechs Personen und zwei Firmen.
- Das Netzwerk soll nordkoreanische IT-Arbeiter mit gefälschten Identitäten in US-Firmen platziert haben.
- Die erwirtschafteten Gelder – fast 800 Millionen Dollar allein 2024 – flossen in Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme.
- Ein zentraler Akteur wusch laut Anklage 2,5 Millionen Dollar über Kryptowährungen.
USA gehen gegen globales IT-Betrugsnetzwerk vor
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein internationales Sanktionspaket gegen mutmaßliche Helfer Nordkoreas verhängt. Ziel sind sechs Einzelpersonen und zwei Unternehmen, die angeblich ein weltweites System zur Platzierung nordkoreanischer IT-Fachkräfte in amerikanischen Unternehmen betrieben haben.
Laut dem US-Finanzministerium (Office of Foreign Assets Control, OFAC) handelt es sich um ein systematisches Betrugsschema, das gezielt US-Firmen ins Visier nahm. Die erwirtschafteten Gelder sollen direkt Nordkoreas Programmen für Massenvernichtungswaffen (WMD) und ballistische Raketen zugutekommen.
„Das nordkoreanische Regime zielt mit betrügerischen Schemata, die von seinen IT-Agenten im Ausland durchgeführt werden, auf amerikanische Unternehmen ab“, sagte Finanzminister Scott Bessent. „Unter der Führung von Präsident Trump wird das Finanzministerium weiterhin dem Geld folgen.“
So funktioniert das Betrugsschema
Die nordkoreanischen IT-Teams nutzen laut Anklage eine ausgeklügelte Tarnung:
- Gefälschte Dokumente und gestohlene Identitäten
- Erfundene Persönlichkeiten (Fake Personas)
- Versteckte wahre Nationalität und Verbindungen zum Regime
Auf diese Weise schaffen es die Arbeiter, Anstellungen bei legitimen Unternehmen – auch in den USA – zu erhalten. Der überwiegende Teil ihrer Löhne wird anschließend von der nordkoreanischen Regierung abgezweigt. Diese Praxis verstößt klar gegen US- und UN-Sanktionen.
Kryptowährungen als zentrales Waschmittel
Ein besonders brisanter Aspekt der neuen Sanktionen betrifft den Bereich der Kryptowährungen. Einer der sanktionierten Personen, Nguyen Quang Viet aus Vietnam, wird vorgeworfen, zwischen Mitte 2023 und Mitte 2025 etwa 2,5 Millionen US-Dollar in Kryptowährung für Nordkoreaner umgewandelt zu haben.
Dies schloss auch illegale Einnahmen von IT-Arbeitern der sanktionierten nordkoreanischen Firma Amnokgang Technology Development Company ein. Das Unternehmen soll Delegationen von Auslandsarbeitern managen und selbst militärische sowie kommerzielle Technologie beschaffen und verkaufen.
Internationales Netzwerk mit globaler Reichweite
Die Sanktionen treffen Akteure in mehreren Ländern, was die globale Dimension des Netzwerks unterstreicht:
- Nordkorea: Amnokgang Technology Development Company.
- Vietnam: Quangvietdnbg International Services Company Limited (CEO Nguyen Quang Viet).
- Laos: Nordkoreaner Yun Song Guk, der eine IT-Arbeitergruppe leitete.
- Spanien: Weitere Netzwerk-Teile wurden identifiziert.
Zwei weitere sanktionierte Personen, Do Phi Khanh und Hoang Van Nguyen, sollen als Strohmänner für den bereits sanktionierten nordkoreanischen Atom-Beschaffer Kim Se Un agiert haben. Ihre Aufgaben umfassten das Eröffnen von Bankkonten und die Erleichterung von Kryptotransaktionen, um Devisen für das Regime zu beschaffen.
Hintergrund: Nordkoreas wachsende Abhängigkeit von Cyber-Operationen
Die jüngsten Maßnahmen sind Teil einer längeren Strategie. US-Behörden warnen seit längerem davor, dass Nordkorea zunehmend auf Cyber-Operationen und entfernte IT-Arbeit setzt, um an harte Währung für seine Waffenprogramme zu gelangen.
Bereits im November 2025 hatte OFAC acht Personen und zwei Einheiten sanktioniert, die Gelder aus nordkoreanischem Cybercrime und IT-Betrug gewaschen haben sollen. Die aktuellen Sanktionen zeigen, dass die USA weiterhin „dem Geld folgen“ – auch auf den neuen Pfaden der digitalen Finanzierung.
Die Summen sind enorm: Allein im Jahr 2024 sollen die betrügerischen IT-Schemata fast 800 Millionen Dollar für das nordkoreanische Waffenprogramm generiert haben. Die neuen Sanktionen frieren alle US-Vermögenswerte der Betroffenen ein und verbieten US-Personen Geschäfte mit ihnen – ein klarer Versuch, diese lebenswichtige Finanzierungsader zu kappen.