Altcoin-Markt in der Krise: Über 40 % der Coins nahe Allzeittiefs
Eine Analyse zeigt strukturelle Schwäche: Die extreme Vermehrung von Token auf Solana und Base führt zu einer beispiellosen Liquiditätsverdünnung.
Veröffentlicht
1. April 2026

Monatelange Erwartungen an einen breiten Altcoin-Aufschwung haben sich in Luft aufgelöst. Statt einer Rallye dominiert ein Bild der Erschöpfung: sinkende Preise, ausgedünnte Liquidität und eine historisch schlechte Marktstruktur. Der Analyst Darkfost liefert eine schonungslose Bestandsaufnahme: Mehr als 40 % aller Altcoins haben entweder ihr Allzeittief erreicht oder steuern unaufhaltsam darauf zu. Dieser Wert übertrifft sogar den Höchststand von etwa 38 % aus dem vorherigen Bärenmarkt.
Ein strukturelles Problem, keine Korrektur
Die Analyse geht über die übliche Schuldzuweisung an geopolitischen Stress und eine risikoscheue Makrolage hinaus. Zwar lasten diese Faktoren schwer auf den volatilen Märkten, doch das Kernproblem ist hausgemacht: Es gibt schlichtweg zu viele Kryptowährungen. Die Zahl beläuft sich laut Darkfost auf über 47 Millionen Token, davon 22 Millionen auf Solana und 18 Millionen auf Base. Das verfügbare Gesamtkapital ist bei weitem nicht im gleichen Maße gewachsen.
Das Ergebnis ist eine Liquiditätsverdünnung in bisher unbekanntem Ausmaß. Endliches Kapital verteilt sich auf eine quasi unendliche Anzahl von Assets, von denen jedes aus demselben flachen Pool schöpft. Viele Altcoins sind daher nicht nur im Kurs gefallen, sondern strukturell fragiler als in früheren Zyklen. Für Darkfost liegt die Chance nun ausschließlich in der mühsamen Unterscheidung zwischen widerstandsfähigen Projekten und irrelevanten Token.
Der Chart spricht eine deutliche Sprache
Die reine Altcoin-Marktkapitalisierung (ohne die Top 10) steht bei etwa 173 Milliarden US-Dollar – ein leichter wöchentlicher Anstieg, der im größeren Kontext jedoch kaum ins Gewicht fällt. Der Index hat seit seinem Hoch Ende 2024 rund 64 % verloren und sich damit auf das Niveau von Mitte 2023 zurückgearbeitet. Der gesamte Aufwärtstrend der Altcoins ist damit ausgelöscht.
Die technische Analyse unterstreicht die Schwäche: Der Kurs liegt unter allen wichtigen gleitenden Wochen-Durchschnitten (50, 100, 200). Der 200-Wochen-Durchschnitt bei etwa 190 Milliarden Dollar, einst eine verlässliche Stütze, wurde nachhaltig durchbrochen. Das aktuelle Niveau von 173 Milliarden ist keine solide Basis, sondern lediglich eine Verteidigungslinie. Ein Blick auf das Tief von rund 80 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2022 zeigt das potenzielle Ausmaß des Risikos, sollte diese Linie fallen.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht diese Entwicklung die Notwendigkeit extremer Selektion. In einem Markt mit Millionen von Token ist die fundamentale Analyse jedes einzelnen Investments unerlässlich. Zudem bleibt die steuerliche Behandlung von Verlusten bei Coins, die ihr Allzeittief erreichen, ein praktisch relevantes Thema.