Bank in Bahrain ermöglicht direkte Stablecoin-Prägung auf Solana
Der Singapore Gulf Bank bietet institutionellen Kunden an, USDC direkt aus ihrem Bankkonto zu prägen und einzulösen – ein weiterer Schritt der traditionellen Finanzwelt in Richtung Blockchain.
Veröffentlicht
18. April 2026

Der Singapore Gulf Bank (SGB) mit Sitz in Bahrain hat einen neuen Dienst für institutionelle Kunden gestartet. Er ermöglicht es, Fiat-Geld direkt vom Bankkonto in Stablecoins umzuwandeln und umgekehrt. Als technische Basis dient das Solana-Netzwerk, das eine durchgehende Abwicklung (24/7) erlaubt. Transaktionen starten bei einem Mindestvolumen von 100.000 US-Dollar.
Zunächst unterstützt der Service das Prägen und Einlösen von USDC des Emittenten Circle. Der Bank zufolge sollen später weitere dollar-gebundene Stablecoins wie Tether (USDT), Ethenas USDe oder der Global Dollar (USDG) folgen. Ein entscheidender Punkt ist die Integration in das eigene interne Verrechnungssystem der Bank. Dadurch entfällt die Notwendigkeit mehrerer intermediärer Banknetzwerke, wenn Gelder zwischen On-Chain-Salden und traditionellen Kontoständen bewegt werden.
Warum Solana und was bedeutet „Prägen“?
Die Wahl des Solana-Netzwerks ist eine strategische. Es hat sich aufgrund niedriger Kosten und hoher Transaktionsgeschwindigkeit als Infrastruktur für Zahlungen und Stablecoin-Transfers etabliert – Eigenschaften, die für institutionelle Nutzer mit Fokus auf Effizienz entscheidend sind.
Für weniger versierte Leser: Das Prägen einer Stablecoin beschreibt den Vorgang, bei dem Fiat-Geld in einen digitalen Token umgewandelt wird, der durch diesen Geldwert gedeckt ist. Der umgekehrte Vorgang ist das Einlösen. Durch die native Integration in das Bankkonto sollen Reibungsverluste und Wartezeiten, wie sie bei internationalen Überweisungen üblich sind, reduziert werden.
Teil eines breiteren institutionellen Trends
Die Initiative der SGB ist kein Einzelfall. Sie reiht sich ein in eine Serie von Schritten traditioneller Finanzakteure, die Infrastruktur für tokenisierte Vermögenswerte aufzubauen. Erst im März kündigte Mastercard die Übernahme des Stablecoin-Infrastruktur-Anbieters BVNK für bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar an. Jorn Lambert, Produktchef bei Mastercard, sagte dazu: „Die meisten Finanzinstitute und Fintechs bewegen sich in Richtung Services, die auf Stablecoins und tokenisierten Einlagen aufbauen.“
Parallel dazu hat Visa damit begonnen, Validator-Knoten im Tempo-Netzwerk zu betreiben, wo Transaktionsverarbeiter Belohnungen in Stablecoins erhalten können. Auch in Europa formiert sich Widerstand gegen die Dominanz dollar-basierter Stablecoins: Ein Konsortium unter Beteiligung von ING, UniCredit und BBVA arbeitet an einer Euro-Stablecoin, deren Launch für die zweite Hälfte 2026 geplant ist.
Regulatorischer Rahmen und Marktvolumen
Diese Entwicklung wird von regulatorischen Anpassungen begleitet, wenn auch in unterschiedlichem Tempo. Während in Europa die MiCA-Verordnung einen klaren Rahmen schafft, lockerte etwa die Zentralbank Pakistans kürzlich Restriktionen für Banken, lizenzierte Krypto-Firmen zu bedienen.
Das Engagement der Finanzbranche hat einen klaren wirtschaftlichen Hintergrund: Das Gesamtmarktvolumen aller Stablecoins liegt aktuell bei über 320 Milliarden US-Dollar. Die Token haben sich von einem reinen Trading-Instrument zu einem Werkzeug für grenzüberschreitende Zahlungen, Treasury-Management und institutionelle Abwicklung entwickelt.
Für Anleger im DACH-Raum unterstreicht diese Entwicklung die wachsende Legitimierung und Integration von Stablecoins in regulierte Finanzsysteme. Steuerlich sind Gewinne aus dem Handel mit Stablecoins wie USDC oder künftig möglicherweise Euro-Stablecoins gemäß § 22 EStG als private Veräußerungsgeschäfte zu behandeln, sofern die Haltefrist von einem Jahr nicht überschritten wird.