Bitcoin testet 82.000 Dollar – Clarity Act rückt in den Fokus
Der Bitcoin-Kurs klettert auf den höchsten Stand seit März. Gleichzeitig richtet sich die Aufmerksamkeit auf den 14. Mai: Dann berät der US-Senat das Krypto-Gesetz "Clarity Act".
Veröffentlicht
13. Mai 2026

Der Bitcoin-Kurs hat am Wochenende kurzzeitig die Marke von 82.000 Dollar erreicht und notiert damit auf dem höchsten Niveau seit März. Am Montagmorgen lag die älteste und größte Kryptowährung bei rund 81.500 Dollar. Der jüngste Anstieg wird von Analysten auf anhaltende Zuflüsse in US-Spot-ETFs und eine robuste institutionelle Nachfrage zurückgeführt – trotz eines angespannten geopolitischen Umfelds und steigender Rohstoffpreise.
Ethereum hinkt hinterher
Während Bitcoin neue Höhen erklomm, zeigte sich Ethereum (ETH) schwächer. Die zweitgrößte Kryptowährung fiel leicht auf etwa 2.330 Dollar zurück. Marktbeobachter sehen die 2.400-Dollar-Marke als entscheidenden Widerstand. Ein nachhaltiger Sprung darüber könnte das Risikosentiment im Altcoin-Sektor spürbar verbessern.
Im Altcoin-Bereich gab es ein gemischtes Bild: Solana und BNB legten zu, während Tron und XRP eher seitwärts tendierten. Immerhin: XRP überholte Binance Coin (BNB) wieder und kletterte auf Platz vier der größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung.
Clarity Act: Neue regulatorische Klarheit?
Der mit Abstand wichtigste Termin für den Markt in dieser Woche ist der 14. Mai. Dann wird das US-Bankenkomitee des Senats über den sogenannten „Clarity Act“ beraten. Ziel des Gesetzesentwurfs ist es, die regulatorische Einordnung von digitalen Assets zu präzisieren und insbesondere einen klaren Rahmen für Stablecoins zu schaffen. Auch die Abgrenzung der Zuständigkeiten zwischen der SEC und der CFTC steht auf der Agenda.
Ob der Entwurf eine realistische Chance auf Verabschiedung hat, bleibt offen. Er müsste mit der bereits im Juli vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Version – dem „Digital Asset Market Clarity Act“ – in Einklang gebracht werden. Damals stimmten beide großen Parteien dafür.
Geopolitische Risiken bleiben hoch
Parallel zur Regulierungsdebatte bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. Ex-Präsident Donald Trump bezeichnete das jüngste Angebot des Iran als „völlig inakzeptabel“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu drohte mit militärischen Optionen, sollte Teheran nicht von seinem angereicherten Uranbestand ablassen. Diese Unsicherheit treibt die Ölpreise, was wiederum den gesamten risikoaffinen Anlageklassen – inklusive Krypto – eine Latte an Gegenwind beschert.
Sollte das makroökonomische Umfeld jedoch stabil bleiben, sehen Analysten Spielraum für Bitcoin bis zur 85.000-Dollar-Marke. Für Anleger in Deutschland und der Schweiz bleibt zudem die steuerliche Einordnung der jüngsten Kursgewinne relevant: Wer seine Coins länger als ein Jahr hält, kann sie in Deutschland weiterhin steuerfrei veräußern. Ein nachhaltiger Anstieg über 85.000 Dollar könnte für FOMO sorgen – und die Jahresfreigrenze des Einkommensteuergesetzes aushebeln.