Bitcoin-ETFs: 1,42 Milliarden Dollar Abflüsse in einer Woche
Die US-Spot-ETFs auf Bitcoin verzeichneten Ende Mai massive Mittelabflüsse. Besonders BlackRocks IBIT steht mit fast einer Milliarde Dollar Abfluss im Fokus. Der Mai entwickelt sich zum Negativmonat für die Anlageklasse.
Veröffentlicht
1. Juni 2026

Die jüngste Wochenbilanz der US-Bitcoin-Spot-ETFs fällt ernüchternd aus: Zwischen dem 26. und 30. Mai zogen Anleger netto 1,42 Milliarden US-Dollar aus den Fonds ab. Damit setzt sich der negative Trend fort, der den Großteil des Mais prägte. Der Druck auf die Anlageprodukte korrespondiert mit der Schwäche von Bitcoin selbst, dem es zuletzt nicht gelang, die psychologisch wichtige Marke von 82.000 US-Dollar nachhaltig zu überwinden.
BlackRock dominiert die Abflüsse
Wie in den vergangenen Wochen konzentrierte sich die Verkaufswelle erneut auf die größten Emittenten. Mit großem Abstand führte BlackRocks IBIT die Negativliste an: Rund 966 Millionen US-Dollar flossen aus dem Fonds ab. Damit trug allein IBIT mehr als zwei Drittel der gesamten Wochenabflüsse.
Auch Fidelitys FBTC und Grayscales GBTC verzeichneten deutliche Mittelabflüsse in Höhe von 169 bzw. 175 Millionen US-Dollar. Bitwise folgte mit 46 Millionen US-Dollar, während kleinere Emittenten wie ARK 21Shares oder Grayscales Zweitprodukt BTC Abflüsse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich meldeten.
Einige Anbieter wie VanEck, Invesco oder Franklin Templeton verzeichneten dagegen gar keine Nettoveränderungen – ein Zeichen dafür, dass sich Käufer und Verkäufer vorerst die Waage halten oder das Interesse ganz ruht.
Vier Verlusttage in Folge
Aus Tagesperspektive zeigt sich ein einheitlich negatives Bild: Vom 26. bis zum 29. Mai verbuchten die Fonds an jedem Handelstag Nettoabflüsse – von 333 Millionen über 733 Millionen und 228 Millionen bis zu 125 Millionen US-Dollar am Freitag.
Damit steht der Mai insgesamt für nur sechs positive Tage bei 14 negativen. Besonders auffällig: Die komplette zweite Monatshälfte blieb durchgehend im Minus. Mit kumulierten 2,43 Milliarden US-Dollar Nettoabflüssen ist dies der schwächste Monat seit November 2025 und der stärkste negative Monatsfluss im laufenden Jahr 2026.
Langfristiger Trend bleibt positiv
Trotz der jüngsten Schwäche sollten Anleger die Dimensionen nicht aus den Augen verlieren. Seit ihrer Einführung 2024 verzeichnen die Bitcoin-Spot-ETFs weiterhin kumulierte Nettozuflüsse von 55,66 Milliarden US-Dollar. Das verwaltete Vermögen liegt bei rund 94 Milliarden US-Dollar – das entspricht etwa 6,38 Prozent der gesamten Bitcoin-Marktkapitalisierung.
Bitcoin selbst notierte zum Wochenausklang bei rund 74.000 US-Dollar, ein Tagesplus von gut einem Prozent. Das Handelsvolumen war mit 18 Milliarden US-Dollar jedoch um fast die Hälfte eingebrochen.
Einordnung aus DACH-Perspektive
Die Entwicklung der US-ETFs ist auch für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz relevant, da sie als Stimmungsbarometer für institutionelles Interesse gelten. Sollte der Abwärtstrend anhalten, könnte dies indirekt auch die Performance heimischer Kryptoprodukte oder direkt gehaltener Bestände beeinflussen. Für Anleger hierzulande bleibt zudem die steuerliche Einordnung von ETF-Verkäufen relevant – insbesondere die Unterscheidung zwischen privaten Veräußerungsgeschäften und Kapitaleinkünften nach § 22 EStG.