Bitcoin: Fünfter roter Monat – Ende der Korrektur oder Vorbote
Bitcoin schließt Februar mit dem fünften monatlichen Verlust in Folge – ein historisch seltenes Ereignis. Während einige Analysten einen Zyklus-Boden sehen, warnen andere vor weiteren Rücksetzern.
Datum
4. März 2026

Bitcoin (BTC) hat den Februar mit einem weiteren monatlichen Verlust abgeschlossen. Damit notiert die führende Kryptowährung zum zweiten Mal in ihrer Geschichte fünf aufeinanderfolgende rote Kerzen auf dem Monatschart. Der Rückgang im Februar betrug etwa 15%, wobei der Kurs am vergangenen Samstag auf rund 63.000 US-Dollar fiel. Der März startete jedoch mit einer leichten Erholung über die 68.000-Dollar-Marke.
Historischer Vergleich: Das Muster von 2018/19
Die aktuelle Serie von fünf roten Monaten ist ein äußerst seltenes Ereignis. Das letzte Mal trat ein vergleichbares Muster während des Bärenmarktes 2018/2019 auf. Damals folgten auf sechs monatliche Verluste eine scharfe Trendwende und ein beeindruckender Aufschwung:
- Fünf aufeinanderfolgende grüne Monatskerzen
- Ein Kursanstieg von rund 308%
- Bitcoin stieg von etwa 3.400 auf 14.000 US-Dollar
Der Marktexperte Ash Crypto wies kürzlich auf dieses Muster hin und spekulierte, dass Bitcoin nach dem fünften roten Monat einen zyklischen Boden erreichen könnte. Würde sich die Geschichte mit einem vergleichbaren 300%-Anstieg wiederholen, könnte dies ein Kursziel von etwa 272.000 US-Dollar von den aktuellen Niveaus aus implizieren.
Eine solche Projektion hängt entscheidend davon ab, ob die jüngsten Tiefststände tatsächlich das finale Boden der aktuellen Korrektur markieren.
Analysten sind gespalten: Bodenbildung oder weitere Verluste?
Nicht alle Marktbeobachter sind überzeugt, dass der Abwärtstrend bereits ausgereizt ist. Der technische Analyst Virtual Bacon skizzierte ein Szenario mit möglichen weiteren Rücksetzern vor einer nachhaltigen Erholung.
Seine Analyse identifiziert zwei Schlüsselbereiche:
- 65.000 US-Dollar: Dieses ehemalige Allzeithoch fungiert nun als erste wichtige Unterstützungszone. Der Kurs hat dieses Niveau bereits getestet.
- 58.000 US-Dollar: Hier befindet sich die kritische 200-Wochen-einfache gleitende Durchschnittslinie (SMA).
Die magische Linie: Die 200-Wochen-SMA
Die 200-Wochen-SMA hat sich in der Vergangenheit als äußerst zuverlässiger Indikator für langfristige Marktböden erwiesen:
- Sie dämmte den Crash während der COVID-19-Pandemie 2020 ein.
- Sie markierte das absolute Tief im Jahr 2018.
- Sie wurde 2015 mehrfach getestet, ohne wöchentlich darunter zu schließen.
Aufgrund dieser Historie gilt die Zone um die 200-Wochen-SMA als einer der verlässlichsten langfristigen Akkumulationsbereiche in der Geschichte von Bitcoin.
Aktuelle Marktstimmung trotz geopolitischer Spannungen
Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten wirkt die Stimmung unter Marktteilnehmern vergleichsweise gefasst. Markus Thielen, Forschungsleiter bei 10x Research, beobachtet, dass Händler nicht davon ausgehen, dass der Iran-Konflikt größere wirtschaftliche Störungen verursachen wird.
Interessanterweise ist in den letzten Tagen die Nachfrage nach Bitcoin-Call-Optionen (Wetten auf steigende Kurse) gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass einige Investoren Positionen für einen möglichen Aufschwung vor dem nächsten Treffen der US-Notenbank (Fed) aufbauen.
Fazit: Geduld ist gefragt
Bitcoin steht an einem historisch bedeutsamen Punkt. Das seltene Muster von fünf roten Monaten könnte sowohl ein Signal für eine bevorstehende starke Rally als auch eine Warnung vor weiterer kurzfristiger Schwäche sein. Während die Hoffnung auf ein Wiederaufleben des Bullenmarktes nach historischem Vorbild besteht, mahnen technische Indikatoren wie die 200-Wochen-SMA zur Vorsicht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Unterstützung bei 65.000 Dollar hält oder der Test der nächsten kritischen Zone bei 58.000 Dollar bevorsteht.