Bitcoin-Halving-Zyklus 2024 zeigt dramatisch schwächere
Analyse von Galaxy Research zeigt: Aktuelle Rallye mit nur 97% Gewinn seit Halving fällt deutlich hinter frühere Zyklen zurück. Volatilität erreicht historische Tiefststände.
Veröffentlicht
20. April 2026

Der aktuelle Bitcoin-Marktzyklus nach dem Halving im April 2024 fällt im historischen Vergleich deutlich ab. Das zeigt eine Analyse von Alex Thorn, Forschungschef der Investmentfirma Galaxy. Demnach liegt die Rallye zum Allzeithoch von über 125.000 US-Dollar im Oktober 2025 nur 97 % über dem Halving-Preis – ein Bruchteil der früheren Zuwächse.
Historischer Vergleich offenbart Schwäche
Thorn verglich die Performance mit den drei vorangegangenen Halving-Zyklen. Diese waren von exorbitanten Gewinnen geprägt: Nach dem Halving 2012 stieg der Bitcoin-Preis um etwa 9.294 %, 2016 um 2.950 % und 2020 immer noch um 761 %. „Zyklus vier liegt dramatisch hinter den früheren Zyklen zurück“, kommentierte Thorn und stellt die Frage, ob dies die neue Normalität sei.
Ein weiteres Indiz für die Veränderung ist die schwindende Volatilität. Der 30-Tage-Bitcoin-Volatilitätsindex hat im aktuellen Zyklus die 3,11 %-Marke nicht überschritten und liegt derzeit bei nur 1,75 %. Zum Vergleich: Im April 2020 schnellte der Index auf über 9,6 % hoch. Diese Beruhigung deutet darauf hin, dass traditionelle Marktdynamiken sich wandeln und der Bitcoin-Preis zunehmend von anderen Faktoren als dem reinen Halving-Ereignis beeinflusst wird.
Kritik an der Analyse und Marktkontext
Kritiker der Analyse verweisen auf eine historische Anomalie: Bitcoin erreichte bereits im März 2024, also einen Monat vor dem Halving, ein damaliges Allzeithoch bei über 70.000 US-Dollar. Dieser vorzeitige Anstieg, hauptsächlich durch die Zulassung US-amerikanischer Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 getrieben, verzerre den direkten Vergleich der Zyklenperformance ab dem Halving-Zeitpunkt.
Die geringere Volatilität spiegelt sich auch in moderateren Kursrücksetzern wider. Während frühere Bärenmärkte Einbrüche von 80–90 % mit sich brachten, betrug der Rückgang vom Hoch bei 125.000 US-Dollar auf etwa 60.000 US-Dollar lediglich etwas über 50 %, wie Analysen von Fidelity Digital Assets zeigen.
Ausblick und Einordnung für DACH-Anleger
Trotz der relativen Schwäche bleibt der Markt in Bewegung. Jan van Eck, CEO von VanEck, äußerte kürzlich die Erwartung, Bitcoin könne sich einem Boden nähern und 2026 wieder allmählich steigen. Zum aktuellen Zeitpunkt notiert BTC bei etwa 74.700 US-Dollar.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum unterstreicht diese Entwicklung die zunehmende Reifung und Institutionalisierung des Bitcoin-Marktes. Die sinkende Volatilität könnte langfristig für eine stabilere Wertaufbewahrungsfunktion sprechen, während gleichzeitig die spektakulären Gewinnchancen früherer Zyklen schwinden. Die steuerliche Behandlung von Kryptogewinnen nach § 22 EStG bleibt davon unberührt – eine sorgfältige Dokumentation aller Transaktionen ist nach wie vor essenziell.