Bitcoin Suisse erhält Lizenz auf Bermuda – Ausbau des
Die Schweizer Kryptobank sichert sich unter der Bermuda Monetary Authority eine Lizenz für Vermögensverwaltung. Institutionelle Kunden außerhalb der Schweiz stehen im Fokus.
Veröffentlicht
13. Mai 2026

Die Bitcoin Suisse Group baut ihre internationale Präsenz aus. Die Tochtergesellschaft Bitcoin Suisse (International) Ltd. hat von der Bermuda Monetary Authority (BMA) eine Class-F-Lizenz nach dem Digital Asset Business Act sowie eine Class-B-Registrierung nach dem Investment Business Act 2003 erhalten. Damit darf das Unternehmen professionellen und institutionellen Kunden außerhalb der Schweiz regulierte Dienstleistungen in der digitalen Vermögensverwaltung und Anlageberatung anbieten.
Die Genehmigung erfolgte zunächst auf voroperativer Basis. Das bedeutet, dass Bitcoin Suisse vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit noch bestimmte übliche Auflagen erfüllen muss. Dennoch markiert der Schritt einen Meilenstein in der Internationalisierungsstrategie der Gruppe.
Aufbau einer globalen Wealth-Management-Plattform
„Institutionelle Anleger betrachten digitale Vermögenswerte zunehmend als festen Bestandteil ihrer Portfolios“, sagte Andrej Majcen, Mitgründer und Konzernchef von Bitcoin Suisse. „Sie brauchen einen Partner, der tiefe Krypto-Expertise mit den Governance- und Regulierungsstandards verbindet, die sie aus traditionellen Finanzdienstleistungen kennen. Die BMA-Zulassung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer globalen Wealth-Management-Plattform.“
Bitcoin Suisse (International) Ltd. mit Sitz in Hamilton (Bermuda) ist eine hundertprozentige Tochter der BTCS Holding Ltd. und wird nicht kustodial arbeiten. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Partnerschaften mit regulierten Verwahrstellen und Bankpartnern, um institutionelle Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Die Anlageentscheidungen stützen sich auf ein eigenes Research-Team sowie den proprietären Crypto Analysis Framework und die Global Crypto Taxonomy – ein Klassifikationssystem für rund 600 digitale Vermögenswerte aus sechs Sektoren, das auf über einem Jahrzehnt Krypto-Research basiert.
Kunden können ihre Mandate wahlweise in Bitcoin, Stablecoins oder Fiat-Währung besichern. Das Angebot umfasst Anlageberatung, diskretionäres Portfoliomanagement sowie eigene Anlagestrategien.
Bermuda als Drehkreuz für regulierte Kryptodienstleistungen
Die Wahl des Standorts ist kein Zufall: Bermuda führte bereits 2018 mit dem Digital Asset Business Act eines der ersten umfassenden Regulierungsrahmenwerke für digitale Vermögenswerte ein. Die gleichzeitige Erteilung einer DABA-Lizenz und einer IBA-Registrierung unterstreicht laut Bitcoin Suisse die Compliance-Infrastruktur und operationelle Reife der Gruppe.
Die Bermuda-Zulassung ergänzt eine Reihe weiterer internationaler Genehmigungen. So hält Bitcoin Suisse bereits eine Grundsatzzulassung (In-Principle Approval) der Finanzdienstleistungsaufsicht des Abu Dhabi Global Market (ADGM). Ziel ist es, (Ultra-)High-Net-Worth-Individuals, Family Offices, externe Vermögensverwalter und institutionelle Gegenparteien in mehreren Rechtsräumen zu bedienen.
Bedeutung für den DACH-Markt
Für deutsche Anleger bleibt die Entwicklung relevant, denn Bitcoin Suisse zählt zu den etabliertesten Krypto-Dienstleistern im deutschsprachigen Raum. Die Expansion nach Bermuda signalisiert, dass regulierte Krypto-Verwahrung und -Beratung zunehmend grenzüberschreitend angeboten werden. Für Anleger hierzulande dürfte insbesondere die Frage der steuerlichen Einordnung solcher internationaler Mandate im Rahmen des § 23 EStG an Bedeutung gewinnen – vor allem dann, wenn Vermögensverwaltung nicht mehr ausschließlich über inländische Plattformen erfolgt.