Bitcoin vs. Gold: Warum die 'digitale Währung' als Krisen-Asset
Während Gold in unsicheren Zeiten glänzt, zeigt Bitcoin ein anderes Verhalten. Eine Analyse zeigt, dass die Kryptowährung eher von einer starken US-Wirtschaft profitiert als von geopolitischen Turbulenzen.
Datum
10. Februar 2026

Bitcoin ist seit seinem Allzeithoch von über 124.000 US-Dollar im Oktober um etwa die Hälfte gefallen und erreichte letzte Woche den tiefsten Stand seit 2024. Im Gegensatz dazu ist Gold im letzten Jahr um rund 70% gestiegen. Die langjährige These, Bitcoin sei 'digitales Gold', wird durch die jüngste Marktperformance in Frage gestellt.
Seit Jahren wird Bitcoin als digitales Gold vermarktet: ein knappes, staatsunabhängiges Asset, das in Zeiten von Währungsturbulenzen oder globaler Unsicherheit glänzen sollte. Die Realität der letzten Monate zeichnet jedoch ein anderes Bild.
Die Kluft zwischen Theorie und Praxis
Während Gold inmitten geopolitischer Spannungen, Zweifel an der regelbasierten Weltordnung und politischer Unsicherheit rund um die US-Notenbank Käufer anzieht, zeigt Bitcoin ein gegenteiliges Verhalten. Der Ökonom Noah Smith bringt es auf den Punkt: Investoren behandeln Bitcoin eher als ein Asset, das von einer starken US-Wirtschaft profitiert, nicht als sicheren Hafen in stürmischen Zeiten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
- Bitcoin: Halbierung vom Allzeithoch, Kurs unter 65.000 US-Dollar.
- Gold: Trotz jüngster Korrektur ein Jahresplus von etwa 70%.
Gold-Anhänger mögen lautstark und apokalyptisch sein, aber sie haben etwa 5.000 Jahre Geschichte – und wiederholte Krisen – auf ihrer Seite.
Ist Bitcoin doch kein Krisen-Asset?
Die Kernfrage lautet: Welche Ereignisse erklären den eigentlichen Zweck von Bitcoin? Bisher fehlt der Beweis, dass die Kryptowährung in globalen Krisenzeiten als Wertaufbewahrungsmittel fungiert. Ihre Volatilität und Korrelation mit risikoreichen Assets deuten auf ein anderes Profil hin.
Verglichen mit dem etablierten Track Record von Gold wirkt die 17-jährige Geschichte von Bitcoin wie ein kurzes Experiment. Die jüngste Performance unterstreicht, dass die Rolle als digitaler Schutzschild noch nicht ausgefüllt ist.
Was bedeutet das für Investoren?
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend:
- Gold bleibt das klassische Asset für Portfolios, die gegen systemische Risiken und Inflation abgesichert werden sollen.
- Bitcoin verhält sich weiterhin wie ein hochspekulatives Wachstumsasset, das von Liquidität, Technologie-Euphorie und regulatorischen Entwicklungen getrieben wird.
Bis sich dieses fundamentale Verhaltensmuster ändert, bleibt 'digitales Gold' wahrscheinlich eher eine Metapher als eine marktreale Eigenschaft. Für eine echte Diversifikation in unsicheren Zeiten scheint der alte Klassiker aus dem Edelmetall-Schrank nach wie vor unersetzlich.