Bitmine baut Ethereum-Reserve auf 4,6 Millionen Token aus
Der Bergbaukonzern staket den Großteil seiner Bestände und treibt mit dem Projekt MAVAN den Aufbau eigener Validatoren voran. Die Aktie reagierte mit einem Kursplus.
Autor
Thomas WeidnerFachredakteur Steuern & Recht
Steuerberater (Examen 2019) mit Spezialisierung auf digitale Assets. Thomas schreibt über BaFin-Regulierung, MiCA und die steuerliche Behandlung von Krypto in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Veröffentlicht
18. März 2026

Der börsennotierte Bergbaubetreiber Bitmine Immersion Technologies hat seine Ethereum-Reserven in den vergangenen Wochen deutlich aufgestockt. Nach einem Zukauf von rund 61.000 ETH in einer einzigen Woche hält das Unternehmen nun etwa 4,6 Millionen Ether – eine Position, die es zu einem der größten institutionellen Halter der Kryptowährung macht.
Ein Teil der jüngsten Zukäufe, darunter 5.000 ETH, erfolgte direkt von der Ethereum Foundation in einem außerbörslichen Deal. Dies unterstreicht die gezielte Akkumulationsstrategie des Unternehmens, die nicht auf den öffentlichen Märkten stattfindet, um den Kurs nicht unter Druck zu setzen.
Staking als Kernelement der Strategie
Der Großteil der gehaltenen Ether liegt nicht brach. Bitmine hat etwa 3 Millionen ETH, also rund 60 % seines Bestands, zum Staking eingezahlt. Durch diese Verzinsung verwandelt sich der Kryptoschatz in eine ertragsgenerierende Anlageklasse. Das Unternehmen erwartet laut öffentlichen Unterlagen stetige Erträge aus dieser langfristig angelegten Strategie.
Um die Abhängigkeit von Drittanbietern zu verringern und die Margen zu verbessern, treibt Bitmine unter dem Codenamen MAVAN den Aufbau einer eigenen Validator-Infrastruktur voran. Das Ziel ist es, mehr Kontrolle über den Staking-Stack zu erlangen und die damit verbundenen Gebühren direkt einzustreichen.
Marktreaktion und Risikobetrachtung
Die Anleger honorierten die klare Strategie: Die Aktie von Bitmine (BMNR) legte am Tag der Bekanntgabe der jüngsten Käufe um fast 12 % zu. Der Markt scheint Unternehmen zu belohnen, die große Positionen nicht nur halten, sondern auch aktiv verzinsen können.
Die massive Konzentration von fast 4,6 Millionen ETH in einer Hand wirft jedoch Fragen auf. Solch große, gebündelte Positionen können Kursschwankungen verstärken, sollte der Halter liquidieren wollen. Zudem rückt die Debatte über die Zentralisierung von Staking-Macht innerhalb eines einzelnen Unternehmens in den Fokus. Große Validator-Netzwerke unter einer Kontrolle stehen im Spannungsfeld zu den dezentralen Idealen des Ethereum-Ökosystems.
Für Anleger im DACH-Raum ist die steuerliche Behandlung solcher Unternehmensstrategien relevant. Erträge aus Staking unterliegen hierzulande der Einkommensteuer, während reine Kursgewinne nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei sein können. Die langfristige Ausrichtung von Bitmine könnte somit auch steuerliche Implikationen für Aktionäre haben.