Chainalysis und südkoreanische Polizei verstärken Kampf gegen
Neue Partnerschaft zielt auf nordkoreanische Hacker und Geldwäsche ab: Blockchain-Forensik-Unternehmen schult Ermittler, um illegale Finanzströme besser nachzuvollziehen.
Veröffentlicht
11. Juni 2026

Die Blockchain-Sicherheitsfirma Chainalysis baut ihre Zusammenarbeit mit der südkoreanischen Nationalpolizei aus. Ziel ist die Bekämpfung von Krypto-Kriminalität, insbesondere von Angriffen aus Nordkorea. Beide Seiten unterzeichneten ein entsprechendes Memorandum of Understanding (MoU).
Fokus auf nordkoreanische Cyberbedrohungen
Ein zentraler Treiber der Vereinbarung ist die steigende Bedrohung durch nordkoreanische Hacker. Allein im April 2025 erreichten die damit verbundenen Krypto-Diebstähle eine Summe von über 578 Millionen Dollar – vor allem durch Attacken auf Kelp DAO und das Drift Protocol. Laut einem Bericht von CrowdStrike waren nordkoreanische Gruppen 2025 für Verluste in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar verantwortlich, ein Anstieg um 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Chainalysis-Landesdirektor für Südkorea, Ryan Kwon, betonte jedoch, dass die Partnerschaft nicht auf eine einzelne Bedrohung ausgerichtet sei: "Während von Nordkorea ausgehende Attacken verständlicherweise ein nationaler Sicherheitsschwerpunkt sind, ist diese Partnerschaft nicht auf eine einzelne Bedrohung ausgelegt. Es geht grundlegend darum, institutionelle Fähigkeiten aufzubauen."
Schulungen und praktische Ausbildung für Ermittler
Das Abkommen sieht vor, dass Chainalysis den Ermittlern der Korean National Police Agency (KNPA) personalisierte Schulungsinhalte, professionelle Zertifizierungsprogramme und praktische Trainings bereitstellt. Die Analyseplattform des Unternehmens soll den Beamten helfen, "globale Transparenz über illegale Geldflüsse" zu gewinnen, wie Chainalysis mitteilte.
Südkoreanische Behörden greifen bereits seit Jahren auf die Dienste von Chainalysis zurück. Erst im September 2025 deckte die Polizei in Seoul mit Unterstützung der Firma eine internationale Hackerorganisation auf, die rund 30 Millionen Dollar erbeutet hatte.
Neue Task Force gegen Geldwäsche
Die Unterzeichnung des MoU fällt zeitlich mit der Einrichtung einer speziellen Task Force zur Bekämpfung von Krypto-Geldwäsche zusammen. Die 'Money Laundering Eradication Task Force' unter Leitung der Wirtschaftskriminalitätsabteilung soll als multidisziplinäre Einheit gegen illegale Finanzströme vorgehen.
Für Anleger in Deutschland und der EU bleibt die Entwicklung relevant: Sollte sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Krypto-Verfolgung weiter institutionalisieren, könnten auch Ermittlungen zu hiesigen Straftaten – von Betrug bis Steuerhinterziehung – von effektiveren internationalen Forensik-Tools profitieren.