kryptodiebstahl

FBI fasst Sohn eines US-Regierungsunternehmers nach

John Daghita wurde auf Saint Martin verhaftet. Er soll als Sohn eines Auftragnehmers des US Marshals Service Zugang zu beschlagnahmten Krypto-Assets missbraucht haben. Der Fall wurde durch Blockchain-Analyse aufgedeckt.

Datum

6. März 2026

FBI fasst Sohn eines US-Regierungsunternehmers nach

Key Takeaways:

  • John Daghita, Sohn des Präsidenten eines US-Regierungsauftragnehmers, wurde auf Saint Martin verhaftet.
  • Er soll über 46 Millionen US-Dollar in Kryptowährung vom US Marshals Service (USMS) gestohlen haben.
  • Die Verhaftung erfolgte durch eine gemeinsame Operation von FBI und französischer Elite-Einheit.
  • Der Diebstahl wurde durch die öffentliche Blockchain-Analyse des Ermittlers ZachXBT aufgedeckt.
  • Die gestohlenen Mittel sollen auch aus dem legendären Bitfinex-Hack von 2016 stammen.

Verhaftung auf der Karibikinsel Saint Martin

Ein mutmaßlicher Krypto-Dieb mit Verbindungen zur US-Regierung ist hinter Gittern. John Daghita, der unter dem Online-Pseudonym "Lick" bekannt ist, wurde am Mittwoch auf der Karibikinsel Saint Martin festgenommen. Die Verhaftung war das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit.

FBI-Direktor Kash Patel bestätigte die Operation: "John Daghita – ein US-Regierungsauftragnehmer, der angeblich mehr als 46 Millionen Dollar in Kryptowährung vom US Marshals Service gestohlen hat – wurde gestern Abend auf der Insel Saint Martin von der französischen Gendarmerie verhaftet."

Bei der Festnahme beschlagnahmten die Beamten:

  • Einen nicht näher bezifferten Betrag in 100-Dollar-Scheinen.
  • Mehrere Festplatten.
  • Zahlreiche Sicherheitsschlüssel (Security Keys).

Die Verbindung zum US Marshals Service

Der Fall hat eine besondere Brisanz, weil er tief in die US-Strafverfolgung hineinreicht. John Daghita ist der Sohn von Dean Daghita, Präsident und CEO des Unternehmens Command Services & Support (CMDSS).

Dieses in Virginia ansässige Unternehmen hat seit Oktober 2024 einen Vertrag mit dem US Marshals Service. Seine Aufgabe: Die Verwaltung und Veräußerung von beschlagnahmten digitalen Vermögenswerten.

Zu diesen Beständen gehören laut Berichten auch Mittel aus einem der größten Krypto-Hacks aller Zeiten:

  • Der Bitfinex-Hack von 2016, bei dem 120.000 Bitcoins gestohlen wurden.
  • Ein Teil dieser seit Jahren gesuchten Assets wurde von US-Behörden sichergestellt und sollte von CMDSS verwaltet werden.

Wie der Diebstahl aufflog: Die Macht der Blockchain-Analyse

Die Aufdeckung des mutmaßlichen Millionen-Diebstahls ist eine Geschichte moderner Ermittlungsarbeit. Der bekannte Blockchain-Ermittler ZachXBT veröffentlichte Ende Januar 2026 eine detaillierte Analyse.

Er konnte 23 Millionen Dollar an verdächtigen Wallet-Bewegungen, die mit dem USMS in Verbindung standen, zu Adressen zurückverfolgen, die er John Daghita zuordnete. Der entscheidende Hinweis kam aus einer privaten Telegram-Unterhaltung.

In einem Streit mit einem anderen Threat Actor demonstrierte Daghita live seine Fähigkeit, große Summen zwischen Krypto-Wallets zu bewegen – und verriet sich damit selbst.

Durch weitere On-Chain-Analysen verknüpfte ZachXBT diese Wallets schließlich mit den beschlagnahmten Assets aus dem Bitfinex-Hack. Nachdem der Ermittler seine Erkenntnisse den Behörden gemeldet hatte, eskalierte die Situation.

Provokation per „Dust Attack“

Statt unterzutauchen, begann Daghita, ZachXBT zu provozieren. Er schickte dem Ermittler wiederholt kleine Beträge der mutmaßlich gestohlenen Gelder an dessen öffentliche Wallet-Adresse.

Diese Taktik ist als "Dust Attack" bekannt und dient oft der Belästigung oder dem Versuch, die Privatsphäre zu kompromittieren. Für die Ermittler war es jedoch ein weiteres Indiz.

ZachXBT kommentierte die Verhaftung mit den Worten: "John hat mich dann mehrfach über seinen Telegram-Kanal verspottet und meine öffentliche Wallet-Adresse mit gestohlenen Mitteln angegriffen. Danke für das letzte Lachen, John."

Was der Fall bedeutet

Der Fall zeigt mehrere kritische Entwicklungen auf:

  • Interne Risiken: Selbst bei Regierungsbehörden besteht ein hohes Risiko durch Insider mit privilegiertem Zugang.
  • Transparenz der Blockchain: Kriminelle Handlungen lassen sich durch öffentliche Ledger oft zurückverfolgen – eine Stärke, die zunehmend für Ermittlungen genutzt wird.
  • Internationale Zusammenarbeit: Die schnelle Verhaftung auf Saint Martin unterstreicht die wachsende Koordination von Strafverfolgungsbehörden weltweit bei Krypto-Kriminalität.

Die Ermittlungen dauern an. Nun muss geklärt werden, wie genau der Zugang missbraucht wurde und ob weitere Personen involviert sind.

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