US-Behörde FDIC legt Regeln für Banken mit Stablecoins vor
Der US-Einlagensicherer konkretisiert mit einem 197-seitigen Entwurf die Umsetzung des GENIUS Act. Die Regeln adressieren Reserveanlagen, Rücknahmepflichten und Risikomanagement.
Veröffentlicht
9. April 2026

Die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC hat einen konkreten Vorschlag für die Regulierung von Banken vorgelegt, die Zahlungs-Stablecoins emittieren oder verwahren wollen. Der 197-seitige Entwurf übersetzt den im vergangenen Jahr verabschiedeten GENIUS Act in praktische Aufsichtsstandards.
Der Vorschlag richtet sich speziell an Institute, die der Aufsicht der FDIC unterliegen. Dazu zählen vor allem bundesstaatlich zugelassene Banken und Sparkassen sowie deren Fintech-Tochtergesellschaften. Für diese legt die Behörde einen „maßvollen Rahmen“ für sogenannte Permitted Payment Stablecoin Issuers (PPSIs) fest.
Kernelemente des regulatorischen Entwurfs
Im Zentrum stehen die Anforderungen an die Reserveanlagen, die den ausgegebenen Stablecoins zugrunde liegen müssen. Die FDIC will klären, unter welchen Bedingungen die Einlagensicherung für diese Reserven greift. Zudem adressiert der Entwurf die technischen und rechtlichen Abläufe für die Rücknahme (Redemption) der Token gegen Fiat-Geld.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem unternehmensweiten Risikomanagement. Emittenten müssen zertifizieren, dass sie über angemessene Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und zur Terrorismusfinanzierung verfügen. Die Frage nach konkreten Mindestkapitalanforderungen lässt die Behörde vorerst offen und bittet um Stellungnahmen aus der Industrie.
Klarheit für tokenisierte Einlagen
Eine wichtige Klarstellung betrifft tokenisierte Bankeinlagen. Diese sollen, sofern sie der gesetzlichen Definition einer Einlage entsprechen, genauso behandelt werden wie traditionelle Guthaben. Damit wird Rechtsunsicherheit beseitigt, ob digitale Formen von Bankeinlagen anders reguliert werden.
„Die vorgeschlagene Regelung würde sicherstellen, dass tokenisierte Einlagen unter dem Federal Deposit Insurance Act genauso behandelt werden wie alle anderen Einlagen“, heißt es im Entwurf.
Ausblick und DACH-Relevanz
Mit dem Regelwerk setzt die FDIC den gesetzlichen Auftrag des GENIUS Act um, einen bundesweiten Aufsichtsrahmen für Stablecoins zu schaffen. Die Behörde sammelt nun bis zum 21. Oktober öffentliche Kommentare, bevor eine endgültige Regelung verabschiedet wird.
Für europäische und insbesondere deutschsprachige Marktteilnehmer ist die Entwicklung in den USA ein wichtiger Referenzpunkt. Während die EU mit MiCA bereits einen umfassenden Regulierungsrahmen geschaffen hat, zeigt der FDIC-Entwurf, wie bestehende Bankenaufsicht mit innovativen digitalen Assets verknüpft werden kann. Für Anleger hierzulande unterstreicht dies die zunehmende Institutionalisierung und Regulierung des Stablecoin-Sektors.