Indiens Regierung prüft strengere Krypto-Regulierung
Ein hochrangiges Gremium soll neue Regeln für Kryptowährungen erarbeiten. Ziel ist es, Anleger zu schützen und die Stabilität des Finanzsystems zu wahren.
Datum
15. Februar 2026
Key Takeaways:
- Ein hochrangiges Regierungsgremium soll neue Krypto-Regeln für Indien erarbeiten.
- Hauptziele sind Anlegerschutz und die Wahrung der Finanzstabilität.
- Die Diskussion zeigt den anhaltenden regulatorischen Druck auf den Sektor.
Die indische Regierung erwägt offenbar eine Verschärfung der Regulierung für Kryptowährungen. Hinter den Kulissen wird an neuen Rahmenbedingungen gearbeitet, die den digitalen Vermögenswerten einen klar definierten Platz im Finanzsystem des Landes zuweisen sollen.
Ein Gremium für die Zukunft der Kryptos
Laut Informationen aus Regierungskreisen wurde ein hochrangiges Gremium damit beauftragt, Vorschläge für eine umfassende Regulierung zu erarbeiten. Dieses Gremium soll sich aus Vertretern verschiedener Ministerien, der Zentralbank (RBI) und der Aufsichtsbehörde für Wertpapiere (SEBI) zusammensetzen.
Die zentralen Ziele der geplanten Maßnahmen sind:
- Verbesserter Schutz für Privatanleger vor Betrug und extremen Marktschwankungen.
- Eindämmung von Risiken für die Finanzstabilität des Landes.
- Klärung der steuerlichen Behandlung von Krypto-Transaktionen.
- Entwicklung von Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung (AML).
Der lange Weg der indischen Krypto-Politik
Indiens Haltung zu Kryptowährungen war in den letzten Jahren von Unsicherheit geprägt. Während die Zentralbank RBI wiederholt vor den Risiken warnte und zeitweise Bankgeschäfte mit Krypto-Firmen untersagte, hat der Oberste Gerichtshof diese Einschränkung später gekippt.
Seit 2022 unterliegen Krypto-Transaktionen einer 30-prozentigen Steuer auf Gewinne und einer 1-prozentigen Quellensteuer (TDS). Diese vergleichsweise harte Besteuerung hat den Handel im Land bereits deutlich eingedämmt. Die neue regulatorische Initiative zielt nun darauf ab, über die reine Besteuerung hinaus klare Spielregeln für den Betrieb von Börsen, die Werbung und die Klassifizierung der Assets zu schaffen.
Die Debatte dreht sich nicht mehr um ein Verbot, sondern darum, wie man den Sektor sicher in das bestehende Finanzsystem integrieren kann.
Was Anleger jetzt wissen müssen
Für Investoren und Unternehmen in Indien bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: mehr Klarheit auf lange Sicht. Kurzfristig könnte jedoch weiterhin regulatorische Unsicherheit herrschen, bis konkrete Gesetzesvorschläge vorliegen.
- Für Händler: Die bestehenden Steuerregeln bleiben vorerst in Kraft. Dokumentation aller Transaktionen ist essenziell.
- Für Krypto-Unternehmen: Der Fokus sollte auf Compliance und enger Zusammenarbeit mit den Behörden liegen.
- Für die Branche: Indien bleibt aufgrund seiner Größe und technologischen Affinität ein Schlüsselmarkt, dessen regulatorischer Kurs weltweit Beachtung findet.
Der Ausgang dieses Prozesses wird maßgeblich beeinflussen, ob Indien sein Potenzial als einer der größten Kryptomärkte der Welt entfalten kann oder ob strenge Regeln die Innovation in andere Länder abwandern lassen.