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Indien verschärft Krypto-Regeln: Selfie-Pflicht und globale Registrierung

Die Financial Intelligence Unit Indiens hat aktualisierte Richtlinien veröffentlicht. Sie verpflichten alle Krypto-Dienstleister – auch ausländische – zu strenger Kundenprüfung und Transaktionsüberwachung.

Datum

14. Januar 2026

Indien verschärft Krypto-Regeln: Selfie-Pflicht und globale Registrierung

Key Takeaways:

  • Indiens Finanzaufsicht FIU-IND veröffentlicht verschärfte Richtlinien für Krypto-Dienstleister.
  • Alle Anbieter, auch ausländische, müssen sich registrieren und strenge KYC-Maßnahmen umsetzen.
  • Neue Kunden müssen unter anderem ein Selfie, Einkommensangaben und genaue Standortdaten liefern.
  • Verdächtige Transaktionen müssen umgehend gemeldet werden.

Indien zieht die regulatorische Schraube an

Indien, Heimat der weltweit größten Gemeinschaft von Krypto-Investoren, verschärft den regulatorischen Rahmen für den digitalen Vermögenssektor. Die Financial Intelligence Unit India (FIU-IND) hat aktualisierte Richtlinien veröffentlicht, die darauf abzielen, Betrug, Geldwäsche und Terrorfinanzierung einzudämmen. Die neuen Regeln gelten nicht nur für lokale, sondern ausdrücklich auch für alle ausländischen Krypto-Dienstleister, die indische Nutzer bedienen.

„Aufgrund der anonymen und sofortigen Natur von VDA-Transaktionen und dem Potenzial des Missbrauchs durch illegale Akteure.“ – FIU-IND zur Begründung der Maßnahmen.

Die Kernforderung ist eine verpflichtende Registrierung bei der Behörde. Dabei müssen die Unternehmen detaillierte Angaben machen zu:

  • Verantwortlichen Führungskräften
  • Geschäftssitz
  • Wesentlichen Beteiligungsverhältnissen

Selfie-Pflicht und umfassende Kundenprüfung

Für die Kundenakquise, zumindest bei Neukunden, gelten nun extrem detaillierte Due-Diligence-Pflichten. Die registrierten Einrichtungen (REs) müssen eine Fülle von Daten erheben:

  • Identitätsdokumente des Kunden
  • Bankverbindungsdetails
  • Beruf und sogar Einkommensspanne
  • Geokoordinaten des Onboarding-Standorts mit Zeitstempel
  • IP-Adresse
  • Ein aktuelles Selfie zur Verifikation der Lebendigkeit und Echtheit der Person

Ein einmaliges Selfie reicht nicht aus. Die Regeln sehen vor, dass die Kundenstämme regelmäßig überprüft und aktualisiert werden müssen. Diese Maßnahmen übertreffen die Anforderungen an klassische Finanzinstitute nicht wesentlich, passen aber zur indischen Strategie, die Risiken des anonymen und grenzenlosen Krypto-Handels zu minimieren.

Lückenlose Transaktionsüberwachung wird Pflicht

Ein weiterer zentraler Punkt der aktualisierten Richtlinien ist die Pflicht zur kontinuierlichen Transaktionsüberwachung. Die Krypto-Unternehmen müssen verdächtige Transaktionen unverzüglich melden, sobald sie „berechtigte Gründe“ für den Verdacht haben, dass es sich um Erlöse aus Straftaten oder Terrorfinanzierung handeln könnte.

Dies gilt für alle Transaktionstypen:

  • Fiat-zu-Fiat
  • Virtual-zu-Virtual
  • Fiat-zu-Virtual
  • Virtual-zu-Fiat

In den Meldungen müssen so viele Informationen wie möglich über die beteiligten Parteien enthalten sein. Die REs sind verpflichtet, diese Berichte so schnell wie möglich nach der Entdeckung der verdächtigen Aktivitäten einzureichen.

Globale Reichweite und geopolitische Implikationen

Die Ausweitung der Regeln auf ausländische Anbieter ist ein bedeutender Schritt. Sie stellt ein weiteres Beispiel für Indiens Bestreben dar, strenge Vorgaben an Technologieunternehmen zu stellen, die den riesigen indischen Markt bedienen wollen. Diese Politik ist nicht immer konfliktfrei – jüngste Versuche, Smartphone-Herstellern staatliche Apps vorzuschreiben, scheiterten binnen Tagen.

Dennoch sucht die indische Regierung weiterhin nach einem Balanceakt: Einerseits mit Big Tech zusammenzuarbeiten, um nützliche Dienste für die Bürger bereitzustellen. Andererseits soll verhindert werden, dass Tech-Giganten den Markt derart dominieren, dass einheimische Firmen keine Chance haben, zu florieren. Die neuen Krypto-Richtlinien sind ein klarer Ausdruck dieser souveränen Regulierungspolitik.

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