Iran akzeptiert Bitcoin für Öltransporte – ein strategisches
Die Regierung in Teheran nutzt BTC, Yuan und Stablecoins für Hafengebühren. Experten sehen darin einen Beleg für den Status von Bitcoin als zensurresistentes strategisches Asset.
Veröffentlicht
19. April 2026

Die iranische Regierung hat Bitcoin (BTC) offiziell als eine der akzeptierten Zahlungsmethoden für Hafengebühren von Öltankern in der strategisch wichtigen Straße von Hormus benannt. Diese Entscheidung wird von Beobachtern als klares Signal für die wachsende Rolle von Kryptowährungen im internationalen, von Sanktionen geprägten Handel gewertet.
Sam Lyman, Forschungsleiter beim Bitcoin Policy Institute (BPI), sieht darin eine Bestätigung für Bitcoin als neutrales, strategisches Asset. „Das ist eine der bedeutendsten Situationen, in denen Bitcoin sehr klar ein strategisches Asset ist“, sagte Lyman. „Der Grund, warum Iran Bitcoin für diese Transaktionen nutzen will, ist, dass niemand Bitcoin einfrieren kann. Niemand kann das Bitcoin-Netzwerk abschalten.“
Ein Mix aus Yuan, Stablecoins und Bitcoin
Neben Bitcoin akzeptiert Teheran auch den chinesischen Yuan und an den US-Dollar gekoppelte Stablecoins wie Tether (USDT). Bisher gebe es jedoch „keine On-Chain-Evidenz“ für eine tatsächlich mit Bitcoin getätigte Gebührenzahlung, so Lyman. Der Großteil des iranischen Krypto-Volumens werde nach wie vor in US-Dollar-Stablecoins abgewickelt.
Die iranische Revolutionsgarde soll laut BPI-Berichten fast die Hälfte des gesamten Kryptomarktvolumens im Land kontrollieren. Die Nutzung von Stablecoins ist für das Regime trotz der bekannten Risiken ein kalkuliertes Geschäft: Emittenten wie Tether können Wallet-Adressen einfrieren.
Das Kalkül hinter den Stablecoins
Seit 2022 habe Iran etwa 3 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen transferieren können, der Großteil davon in Stablecoins, erklärt Lyman. Dem US-Finanzministerium sei es gelungen, davon etwa 600 Millionen Dollar einzufrieren. „Sie konnten 2,4 Milliarden Dollar bewegen. Deshalb sind Stablecoins für das Regime immer noch erste Wahl“, so seine Analyse. Der mögliche Verlust eines Teils der Mittel wird offenbar als Betriebsrisiko in Kauf genommen.
Für Lyman unterstreicht die iranische Ankündigung, warum US-Gesetzgeber Bitcoin eher als strategisches Vermögenswert behandeln sollten, anstatt eine durchweg feindselige Regulierungspolitik zu verfolgen. Die zensurresistente Natur des dezentralen Netzwerks macht es für Akteure unter Sanktionsdruck attraktiv.
Für Anleger im DACH-Raum ist diese Entwicklung vor allem ein Beleg für die anhaltende geopolitische Relevanz von Bitcoin. Sie hat jedoch keine direkten steuerlichen Auswirkungen. Die Einordnung von Kryptotransaktionen unterliegt hierzulande weiterhin den etablierten Regeln des § 22 EStG.