Saylor warnt: Dollar verliert 7 % pro Jahr – Bitcoin als Rettung
MicroStrategy-Chef Michael Saylor sieht eine Ära der Geldentwertung und prophezeit in zehn Jahren eine von Robotern dominierte Wirtschaft. Sein Rezept: harte Assets wie Bitcoin.
Veröffentlicht
1. Mai 2026

Der Dollar verliert pro Jahr rund sieben Prozent an Kaufkraft – und das seit einem Jahrhundert. Wer kein Vermögen in harten Assets hält, ist in den Augen von Michael Saylor der große Verlierer dieser Entwicklung. Der MicroStrategy-Gründer und bekennende Bitcoin-Maximalist hat im Podcast von Peter McCormack eine düstere Prognose für das globale Finanzsystem abgegeben – und ein klares Rezept dagegen parat.
Sieben Prozent Verlust pro Jahr – unterschätzt und folgenreich
„The currency supply measured in dollars is continuing to expand probably expanding 7% a year it’s been expanding about 7% a year for a hundred years“ – Michael Saylor
Saylors zentrale These: Die Geldschwemme sei kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein strukturelles Merkmal moderner Volkswirtschaften. Die Notenbanken der Welt, allen voran die US-Notenbank, hätten die Geldmenge über Jahrzehnte systematisch ausgeweitet. Die Folge: eine stille Enteignung der Sparer. „People that don’t own assets are suffering from that monetary debasement without realizing it“, sagte Saylor. In Geld zu sparen, sei daher keine Strategie, sondern ein Risiko.
Eine Milliarde Roboter – und zehn Jahre Zeit
Saylor verband die Geldpolitik mit einem weiteren Megatrend: der künstlichen Intelligenz und Automatisierung. Er erwarte eine Explosion des Wohlstands – aber nur für diejenigen, die rechtzeitig Position bezögen.
„There’s gonna be an explosion in prosperity because a billion robots will do all the work so you got ten years to stake your claim in that world“ – Michael Saylor
Für Anleger bedeute dies, sich jetzt zu überlegen, in welcher Form sie an der künftigen Wertschöpfung partizipieren wollten. Traditionelle Anleihen oder Bargeld seien dafür ungeeignet. Saylors Antwort: Bitcoin – das knappste Asset der digitalen Welt.
Warum Bitcoin und nicht Gold?
MicroStrategy hält inzwischen über 800.000 Bitcoins – mehr als jedes andere börsennotierte Unternehmen. Saylor argumentiert, dass Bitcoin als dezentrales, nicht vermehrbares Netzwerk genau die Eigenschaften besitze, die in einer Ära der Geldentwertung und staatlichen Eingriffe zählten. Staaten finanzierten ihre Ambitionen seit jeher durch Steuern, Inflation oder schlichte Enteignung. Bitcoin entziehe sich dieser Logik.
Dabei zeigte Saylor auch Verständnis für historische Wirtschaftskreisläufe: Gesellschaften, deren Führer Macht und Reichtum missbrauchten, seien immer wieder zerfallen – die Währung sei dann stets mit abgestürzt. Bitcoin biete eine Alternative jenseits dieser zyklischen Verfallserscheinungen.
Singapur als Vorbild – welche Rolle spielt die Politik?
Interessant: Saylor lobte ausgerechnet Singapurs Steuerpolitik – kein Einkommen- oder Kapitalertragsteuer, Freihäfen und liberale Handelsregeln. Solche Rahmenbedingungen zögen Kapital und Innovation an. Für Bitcoin-Anleger in Deutschland oder Österreich bleibt derweil die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant – insbesondere mit Blick auf die Haltefrist von einem Jahr für steuerfreie Gewinne aus Kryptowährungen (§ 23 EStG). Wer langfristig in Bitcoin investiert, könnte von dieser Regelung profitieren, sofern der Gesetzgeber nicht nachsteuert.
Ein nüchterner Blick nach vorn
Saylors Prognosen sind ambitioniert, aber nicht ohne Fundament. Die von ihm beschriebene Geldmengenausweitung ist empirisch belegt – ebenso wie der Aufstieg von KI und Automatisierung. Ob Bitcoin tatsächlich der ultimative Schutz dagegen ist, bleibt umstritten. Für Anleger hierzulande lohnt sich jedoch die Auseinandersetzung mit dem Szenario: Ein langfristiger Kaufkraftverlust des Euros ist kein abwegiges Risiko. Und wer zehn Jahre Zeit hat, sollte sich die Frage stellen, ob er lieber auf der Seite der Roboter steht – oder auf der des entwerteten Geldes.