Quantencomputer-Risiko für XRP: Nur 0,03% der Token gefährdet
Eine Analyse eines XRP-Validators zeigt, dass die meisten Konten durch Schlüsselrotation geschützt sind. Die größte Gefahr liegt bei alten, inaktiven Wallets.
Veröffentlicht
12. April 2026

Die Diskussion um die potenzielle Bedrohung von Kryptowährungen durch Quantencomputer erhält neue Nahrung. Ein Validator des XRP Ledger hat eine detaillierte Analyse vorgelegt, die das tatsächliche Risiko für XRP-Besitzer beziffert. Demnach sind nur etwa 0,03% des gesamten Token-Angebots in Konten gelagert, die als potenziell verwundbar gelten könnten.
Die Risikoanalyse eines Validators
Der Validator mit dem Pseudonym Vet untersuchte, welche Konten durch zukünftige Quantenangriffe gefährdet wären. Sein zentrales Ergebnis: Rund 300.000 XRP-Konten, die zusammen 2,4 Milliarden Token halten, haben noch nie eine Transaktion getätigt. Da deren öffentliche Schlüssel nie preisgegeben wurden, gelten sie derzeit als resistent gegen solche Angriffe.
Die eigentliche potenzielle Schwachstelle sind laut Vet lediglich zwei große, inaktive Konten mit insgesamt 21 Millionen XRP, die seit über fünf Jahren schlafen. Im Gegensatz zu den völlig ungenutzten Konten sind deren öffentliche Schlüssel bekannt, was sie theoretisch angreifbar machen würde, sobald die Technologie existiert.
Unterschied zu Bitcoin und Schutzmaßnahmen
Die Situation im XRP-Netzwerk unterscheidet sich grundlegend von der bei Bitcoin. Während bei BTC große Mengen in alten, inaktiven Wallets mit exponierten Schlüsseln liegen, ist der Großteil der XRP-Token in aktiven Konten. Das entscheidende Sicherheitsmerkmal des XRP Ledger ist die unterstützte Schlüsselrotation. Nutzer können die für Transaktionen autorisierenden Schlüssel ändern, ohne ihr Konto wechseln zu müssen.
„Bis solche [Quanten-]Technologien entwickelt sind, wird sich die Branche weiterentwickelt und wirksame Gegenmaßnahmen implementiert haben“, betonte Vet in seiner Analyse.
Zwar sei die Schlüsselrotation keine vollständige Lösung, doch könnten langfristig quantenresistente kryptografische Algorithmen eingeführt werden. Auch Escrow-Konten mit Hashlock-Mechanismen könnten einen zusätzlichen Schutzschild darstellen, da ein Angriff hier für den Gegner sehr kostspielig würde.
Einordnung und Ausblick
Vet stellt klar, dass es derzeit keine Quantencomputer gibt, die öffentliche Blockchain-Systeme bedrohen könnten. Das geringe betroffene Volumen von 0,03% stellt für das XRP-Netzwerk als Ganzes kein systemisches Risiko dar. Für Anleger ist die Erkenntnis wichtig, dass aktive Konten mit der Möglichkeit zur Schlüsselrotation einen robusten Schutzmechanismus bieten.
Für deutsche Investoren unterstreicht die Analyse, wie wichtig die Verwahrart der eigenen Assets ist. Die steuerliche Einordnung eines möglichen Schlüsselwechsels oder der Bewegung von Token zwischen Wallets bleibt eine praktische Frage, die im Kontext von § 22 EStG und der einjährigen Haltefrist beachtet werden sollte.