Ripple-Studie: Finanzchefs sehen Krypto als Wettbewerbsvorteil
Eine Umfrage unter über 1.000 Entscheidern zeigt: 72% glauben, dass Unternehmen Krypto-Lösungen anbieten müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Veröffentlicht
22. März 2026

Die Mehrheit der Finanzchefs sieht den Einsatz von Kryptowährungen und Blockchain-Technologie nicht mehr als Experiment, sondern als strategische Notwendigkeit. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Zahlungsnetzwerks Ripple, für die über 1.000 Führungskräfte aus dem Finanzsektor befragt wurden. Demnach glauben 72% der Befragten, dass Unternehmen digitale Asset-Lösungen anbieten müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Stablecoins und Tokenisierung im Fokus
Besonders bullish zeigen sich die Entscheider auf zwei Anwendungsfälle: Stablecoins und die Tokenisierung von Vermögenswerten. 74% sind überzeugt, dass Stablecoins die Liquiditäts- und Cashflow-Effizienz steigern sowie gebundenes Betriebskapital freisetzen können. Sie werden zunehmend als Werkzeug für das Treasury-Management großer Konzerne betrachtet.
Im Bereich Tokenisierung zeigt sich ein klares Gefälle: Während 47% der befragten Fintechs bereits an eigenen Lösungen arbeiten, sind es bei traditionellen Unternehmen nur 14%. Allerdings planen 74% der Corporates, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die die gewünschte Technologie bereitstellen. Banken suchen derweil aktiv nach Partnern für die Tokenisierung finanzieller Vermögenswerte; für 89% sind dabei Krypto- und Custody-Dienstleistungen von höchster Priorität.
Der Wunsch nach ganzheitlichen Lösungen
Der Studie zufolge wünschen sich die Finanzführer vor allem eines: einen vertrauenswürdigen Anbieter, der eine umfassende Tech-Stack-Lösung bietet. „Sie wollen einen vertrauenswürdigen Partner für jetzt und für die Zukunft, wenn sich ihre Strategien weiterentwickeln“, fasst Ripple die Erkenntnis zusammen. Das Unternehmen positioniert sich mit seinem Angebot an Zahlungs-, Custody- und Trading-Diensten sowie der XRP Ledger (XRPL)-Infrastruktur gezielt als solch ein Full-Service-Partner für Institutionen.
Hintergrund: Klarheit für XRP
Die Veröffentlichung der Studie fällt mit einer wichtigen regulatorischen Entwicklung zusammen. Die US-Börsenaufsicht SEC hat kürzlich eine Klassifizierung veröffentlicht, die XRP als Digital Commodity und nicht als Wertpapier einstuft. Diese Einordnung bestätigt im Nachhinein Ripples Position im jahrelangen Rechtsstreit mit der Behörde. Juristische Experten argumentieren, dass XRP-Käufern an Börsen kein Vertrag angeboten werde – ein Schlüsselkriterium des Howey-Tests zur Wertpapierdefinition. Die SEC räumt jedoch ein, dass auch ein solcher Vermögensgegenstand zum Bestandteil eines Investmentvertrags werden kann.
Für institutionelle Anleger im DACH-Raum unterstreicht die Studie die wachsende Relevanz von Blockchain-Infrastruktur. Die steuerliche Behandlung von Erträgen aus Stablecoins oder tokenisierten Assets bleibt dabei eine zentrale Frage für die praktische Umsetzung.