SoFi lanciert Banking-Plattform für Fiat- und Krypto-Transaktione
Die Digitalbank SoFi Technologies führt mit 'Big Business Banking' eine integrierte Lösung für Unternehmen ein. Sie vereint traditionelle Währungen und digitale Assets in einem regulierten System.
Veröffentlicht
3. April 2026

Die Digitalbank SoFi Technologies hat eine neue Plattform für Geschäftskunden vorgestellt, die den Umgang mit traditionellen und digitalen Währungen in einem einzigen, regulierten System ermöglicht. Das Angebot namens Big Business Banking soll es Unternehmen erlauben, Einlagen zu halten, Gelder zu bewegen und Transaktionen rund um die Uhr abzuwickeln – sei es in Fiat-Währungen oder Krypto-Assets.
Damit konsolidiert SoFi Funktionen, die bisher typischerweise auf Banken, Verwahrer und spezialisierte Krypto-Dienstleister verteilt waren. Ein zentrales Element ist die Unterstützung für den eigenen Stablecoin SoFiUSD, den das Unternehmen im Dezember lancierte. Unternehmen können ihn nun innerhalb der Plattform ausgeben und einlösen, um zwischen Fiat-Geld und On-Chain-Vermögenswerten zu wechseln, während die Reserven in einer regulierten Bankumgebung bleiben.
Institutionelle Nachfrage treibt Entwicklung
Die Einführung der Plattform erfolgt mit Beteiligung namhafter Partner aus dem Krypto- und Finanzbereich, darunter Cumberland, BitGo, Galaxy und Mastercard. Diese frühe Nachfrage von Handelshäusern, Infrastrukturanbietern und Zahlungsdienstleistern unterstreicht den institutionellen Bedarf an integrierten Lösungen. Das System soll laut SoFi zudem mit Blockchain-Netzwerken wie Solana verbunden werden, um On-Chain-Abwicklungen zu unterstützen.
Der Schritt markiert eine konsequente Vertiefung des digitalen Asset-Engagements der Bank. Nach der Wiederaufnahme des Krypto-Handels für Privatkunden im Juni und der Ausweitung blockchain-basierter Überweisungsdienste baut SoFi nun das Geschäft mit Firmenkunden aus.
Parallele Entwicklungen im Krypto-Ökosystem
Während SoFi von der Bankenseite expandiert, arbeiten kryptonative Unternehmen an ähnlicher Infrastruktur, um digitale Assets in institutionelle Systeme zu integrieren. So hat BitGo im März eine Finanzierungsplattform für Institutionen gestartet, und Ripple erweiterte erst diese Woche sein Treasury-Management um Krypto-Funktionen.
Ein weiterer bemerkenswerter Trend ist das Streben nach US-Banklizenzen. Die Kryptobörse EDX Markets und das Infrastrukturunternehmen Zerohash haben kürzlich Anträge auf eine nationale Trust-Bank-Charta gestellt, ähnlich wie zuvor bereits Coinbase. Ziel ist es, regulär abgesicherte Dienstleistungen wie Verwahrung und Stablecoin-Transaktionen anbieten zu können.
Diese Entwicklungen deuten auf eine fortschreitende Konvergenz von traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets hin. Für Unternehmen, die beide Welten nutzen wollen, könnten solche integrierten Plattformen den operativen Aufwand deutlich reduzieren. Für Anleger und Beobachter im DACH-Raum ist diese Professionalisierung ein Indikator für die zunehmende Reife des Sektors, auch wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen hierzulande durch die anstehende MiCA-Verordnung der EU geprägt sein werden.