Trump-Erlass öffnet US-Zahlungssystem für Krypto-Firmen – XRP
Präsident Trump ordnet Überprüfung der Zugangsregeln für Blockchain-Unternehmen zur Federal-Reserve-Infrastruktur an. Für Ripple und XRP könnte dies den Durchbruch als Brückenwährung bedeuten.
Veröffentlicht
23. Mai 2026

Es ist ein Signal, das in der Krypto-Branche für Aufsehen sorgt: US-Präsident Donald Trump hat per Executive Order die Bundesaufsichtsbehörden angewiesen, binnen 90 Tagen zu prüfen, ob und wie Digitalasset-Firmen Zugang zum Dollar-Zahlungssystem der USA erhalten können. Für Ripple und dessen Kryptowährung XRP könnte diese Weichenstellung historische Bedeutung haben.
Der Kern des Dekrets
Am 19. Mai unterzeichnete Trump die Anordnung mit dem Titel "Integrating Financial Technology Innovation into Regulatory Frameworks". Darin beauftragt er sämtliche Bundesfinanzaufsichten – darunter die Börsenaufsicht SEC, die Bankenregulierungsbehörden und die Federal Reserve –, bestehende Regeln auf Hindernisse für Krypto-Unternehmen zu durchforsten.
Im Fokus steht die Frage, ob Blockchain-Firmen künftig Direktzugang zu Master Accounts der Federal Reserve erhalten sollen. Bislang ist dieser privilegierte Zugang klassischen Banken und Kreditinstituten vorbehalten. Krypto-Plattformen wie Coinbase, Kraken oder Circle mussten aufwändig nationale Treuhandlizenzen beantragen, um überhaupt eine Chance auf eine Fed-Anbindung zu haben. Trump verlangt nun einen detaillierten Bericht aus der Notenbank – und zwar innerhalb von vier Monaten.
Ripples langjährige Hürde
Ripple hat XRP von Beginn an als Brückenwährung für grenzüberschreitende Zahlungen konzipiert. Das Ziel: Banken und Finanzdienstleistern eine schnellere, günstigere Alternative zum SWIFT-System zu bieten. Doch ohne Zugang zum US-Dollar-Clearing der Fed blieb die Vision ein Torso.
Erst im Februar 2025 erhielt Ripple eine bedingte Zulassung für eine nationale Banklizenz durch das OCC – ein erster Schritt. Sollte die Fed-Zentrale nun tatsächlich die Schleusen öffnen, könnte Ripple seine Technologie direkt an das Herz des amerikanischen Zahlungsverkehrs anbinden. Das würde XRP zu einem echten Bridge Asset für Echtzeit-Dollar-Transaktionen machen.
Was bedeutet das für Anleger?
Sollte der Trump-Erlass tatsächlich zu einer Öffnung der Fed-Infrastruktur führen, dürfte die Nachfrage nach XRP signifikant steigen. Analysten sehen darin einen fundamentalen Wendepunkt für das seit Jahren unter regulatorischem Druck stehende Projekt. Für Anleger im DACH-Raum gilt es allerdings, die steuerliche Einordnung abzuwarten: Sollte XRP als Brückenwährung von Banken genutzt werden, könnte dies Einfluss auf die Haltedauer-Frist und die Behandlung von Transaktionskosten nach § 23 EStG haben.
Der Vorstoß aus dem Weißen Haus ist noch kein Gesetz, aber ein politisches Machtwort – und ein klares Zeichen an die Behörden, die Krypto-Industrie nicht länger außen vor zu lassen.