XRP-Kursziel $100: Analytiker warnt vor schmerzhafter Route
EGRAG CRYPTO analysiert den Makro-Zeitrahmen von XRP und zeigt: Vor einem dreistelligen Kurs müssen mehrere kritische Zonen durchlaufen werden – begleitet von Korrekturen.
Veröffentlicht
16. Mai 2026

Das 100-Dollar-Kursziel für XRP gehört zu den hartnäckigsten Narrativen im Kryptomarkt. Doch wer auf einen schnellen Sprung in dreistellige Regionen hofft, dürfte nach Ansicht des Analysten EGRAG CRYPTO enttäuscht werden. Seine Analyse des 2-Monats-Charts zeichnet ein genaueres – und ungemütlicheres – Bild: Vor jedem Ausbruch in neue Preissphären stehen demnach mehrere Korrekturphasen und Zielzonen, die es zu durchlaufen gilt.
Der Makro-Chart, den viele falsch lesen
EGRAG CRYPTO argumentiert, dass viele Händler die technische Signatur von XRP auf dem übergeordneten Zeitrahmen missverstehen. Sein Fokus liegt auf dem 2-Monats-Chart, der eine wesentlich breitere Perspektive auf die Preisstruktur biete als Tages- oder Wochenkerzen. Seit 2017 bewegt sich der Kurs demnach innerhalb einer breiten aufsteigenden Dreiecksformation – und liegt noch immer weit unter den oberen projizierten Zielen.
Der Analyst kritisiert insbesondere die verbreitete Fixierung auf gleitende Durchschnitte wie die 7-Wochen-Linie und den 11-EMA-Cross. Diese Indikatoren seien per Definition nachlaufend. „Der Preis führt, die Indikatoren folgen“, so EGRAG CRYPTO. Ein Signalkreuz allein sei noch kein Beleg für den Beginn einer Parabolbewegung. Derzeit notiert XRP am unteren Ende der Makrostruktur, nahe der Zone, in der sich die 7W MA und der 11 EMA annähern.
Ein Weg über mehrere Zielzonen
Das 100-Dollar-Kursziel verwirft der Analyst nicht grundsätzlich – aber er ordnet es zeitlich und preislich anders ein als die verbreitete Erwartung. „100 Dollar sind nicht die volle gemessene Bewegung aus dem aktuellen Dreieck – und kein Ziel für diesen Zyklus“, schreibt er. Stattdessen richtet sich der Blick zunächst auf die grüne Zone in seinem Chart: Fibonacci-Ziele zwischen 9 und 17 Dollar. Konkret nennt er:
- 1,618-Fib-Extension bei 9,51 Dollar
- 2,0-Fib-Extension bei 17,23 Dollar
- 2,272-Extension bei 26,30 Dollar
Erst wenn XRP diese „grüne Box“ nachhaltig überwunden habe, könne der Weg für eine spätere Annäherung an 100 Dollar frei werden. Und selbst diese parabolischen Expansionen, warnt der Analyst, würden von schmerzhaften Rücksetzern und emotionalen Ausstiegen begleitet – nicht von einem geradlinigen Anstieg.
Relevanz für Anleger im DACH-Raum
Die Analyse unterstreicht, wie riskant es ist, sich auf runde Kursziele ohne Zwischenetappen zu fixieren. Für Anleger hierzulande bleibt die steuerliche Einordnung dieser Entwicklung relevant: Solange XRP in Deutschland als privates Wirtschaftsgut gilt, können Gewinne aus Verkäufen nach über einem Jahr Haltefrist steuerfrei sein – sofern sie nicht unter das neue Investmentsteuergesetz fallen. Wer jedoch auf kurzfristige Sprünge spekuliert, muss die Jahresfreigrenze von 1.000 Euro nach § 23 EStG beachten.